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#doitride: Was braucht es für eine echte Veränderung der Pferdewelt?

26.Apr 2024 | 2024

Pferdeliebe und die #doitride-Kampagne

Die #doitride-Kampagne ist eine neue Initiative von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), neun Pferdemagazinen und dem Haupt- und Landgestüt Marbach. Sie will die Welt der Pferde zum Positiven verändern und ruft ReiterInnen dazu auf, sich zu der Kampagne und damit zum Pferdewohl zu bekennen.

Weil eine Veränderung so spürbar notwendig ist, wird die #doitride-Aktion mit Freude aufgenommen von vielen Menschen, die ihre Pferde lieben. Da ein Großteil der Initiatoren jedoch für das bisherige “Establishment” im Reitsport steht und damit sehr zu seiner bisherigen Entwicklung beigetragen hat, mischt sich die Hoffnung in der Pferdewelt aber durchaus auch mit Skepsis.

Die entscheidende Frage ist: Was braucht es, damit aus dem Hashtag #doitride tatsächlich eine Veränderung wird?

Das Problem: Wo fehlt es wirklich in der Pferdewelt und im Reitsport?

Es ist schön zu sehen, wie viele Pferdemenschen sich gerade nochmal ausdrücklich zur Liebe zu ihren Pferden bekennen. Doch es mangelte auch zuvor nicht am Bekenntnis zur Pferdeliebe im Reitsport. So gut wie jeder Reiter würde von sich sagen, dass er sein Pferd liebt und sein Bestes im Sinn hat.

Woran es mangelt, ist die konsequente Orientierung an dieser Liebe, dem Handeln aus dieser Liebe heraus. Es fehlen gelebte Werte auf allen Ebenen, dazu mangelt es an Innovationskraft, Mut zum Umdenken und Hinterfragen bestehender Praktiken, sowie, und das ist die zentrale Komponente: Es mangelt an Gefühl, diese so wichtige, ergänzende Instanz zu allen Erkenntnissen und Überzeugungen.

Die Hürden: Warum fällt uns die Veränderung so schwer?

Im Reitsport wird sehr deutlich, was wir gesamtgesellschaftlich an vielen Stellen sehen: Dass wir gelernt haben, das Denken über das Fühlen zu stellen. Das Tun über das Sein. Dass wir uns mehr an der äußeren Wahrnehmung orientieren, als an der inneren. Und dass es uns dadurch schwerfällt, ein Gefühl zu leben. In diesem Fall: Die Pferdeliebe.

Die meisten von uns haben gelernt, über unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse hinwegzugehen und uns nicht nur von scheinbar rationalen Gedanken steuern zu lassen, sondern vor allem auch von (sozialen) Ängsten: Leiste ich genug? Wie stehe ich da? Wie gehöre ich dazu? Dadurch sind wir nicht nur ständig angespannt, sondern stehen auch im andauernden Konflikt mit uns selbst, weil wir bestimmte Gefühle und Anteile von uns zurückhalten.

Diese Distanz zu unserem eigenen Gefühl, und der konstante Stress, den wir in unserem Nervensystem haben, weil wir gegen uns selbst ankämpfen, macht es uns schwer, die Bedürfnisse unserer Pferde tatsächlich wahrzunehmen und zu erfüllen. Es ist schwer für uns, dabei den Leistungsgedanken zurückzustellen, denn: Auch wir haben gelernt, dass wir leisten müssen, um für die Gesellschaft wertvoll zu sein. Auch wir haben gelernt, uns mit einer begrenzt artgerechten Haltung für uns selbst zufriedenzugeben. Auch wir haben gelernt, dass nicht jedes Gefühl berechtigt ist – und damit einen Teil unseres fühlenden Selbst still gelegt.

Der Weg zur Veränderung: Beginne bei dir selbst

Wenn wir wirklich eine Veränderung in der Pferdewelt herbeiführen wollen, muss diese Veränderung nicht nur mit uns beginnen – sie muss in uns beginnen. Sie beginnt mit der Rückkehr zu einem empathischen, liebevollen Umgang mit uns selbst, der Wahrnehmung unserer Gefühle und mit dem Hören auf unsere eigenen Bedürfnisse.

Denn unter all dem Stress, dem Kopfmenschen-Dasein, dem Performance-Modus liegt der Teil von uns, der die meisten ReiterInnen ursprünglich zu den Pferden hingeführt hat: Das Gefühl von Liebe zu den Pferden und der Wunsch nach Verbindung mit diesen großen, schönen Tieren. Jetzt ist die Zeit, diesem Teil wieder Raum zu geben und uns von ihm leiten zu lassen. Wir können kein Pferdewohl herstellen, solange es uns selbst nicht wirklich, ehrlich gut geht. Wir können die Bedürfnisse des Pferdes nicht fühlen, solange wir unsere eigenen nicht kennen.

Schluss: Sei die #doitride-Bewegung – in allem, was du tust.

Es ist wichtig, dass wir erkennen, dass dies die eigentliche Arbeit ist. Nur so kann die #doitride-Kampagne auf der Ebene wirken, auf die sie gehört: Der allertiefsten, der aller persönlichsten. In uns drin. Wir alle sind der Hebel. Wir sind der menschliche und damit: strukturgebende Teil der Pferdewelt.

Ja, das ist ein Prozess. Für jeden Menschen einzeln und für die Gesellschaft. Aber er lohnt sich sehr, liegt darin doch der Schlüssel zu einem positiven Miteinander nicht nur zwischen Mensch und Pferd, sondern auch zwischen uns Menschen untereinander, zwischen den Menschen und der Erde und auch innerhalb jedes einzelnen Menschen.

Beginne jetzt mit deiner Veränderung, der Zeitpunkt ist perfekt. #doitright

Jeder einzelne Schritt auf diesem Weg ist lohnenswert und die Schritte können ganz klein sein.

Fang direkt an: Nimm dir einen Moment Zeit, atme tief durch und frage dich: Was tut mir jetzt gerade gut? Und dann tu das, vielleicht zunächst nur zu 10 % mehr als vorher. Lass dir selbst den Zügel länger. Gönn dir die artgerechte Haltung und die liebevolle Betreuung, die du brauchst.

Auf diese Weise wirst du zum Botschafter einer neuen Pferdewelt. Dein Pferd, jedes Pferd wird es dir danken.

Mehr dazu auch im Podcast “Hör auf dein Pferd”.

#44 Was ist dieses "Self Care"? Hör auf dein Pferd.

In dieser Folge sprechen Mareike und Daniela über das Thema Self Care bzw. Selbstfürsorge und das, was das tatsächlich ist. Du erfährst: warum es hinderlich sein kann, immer wieder auf den nächsten Urlaub zu warten was der Unterschied zwischen "mal ein Schaumbad nehmen" und tatsächlicher Selbstfürsorge ist wie dein Pferd deine Selbstfürsorge unterstützt wie du deine eigenen Bedürfnisse besser wahrnehmen lernst wie einfach und unaufgeregt Selbstfürsorge im Alltag sein kann warum Self Care für unsere Authentizität unerlässlich ist und wie sie die Beziehung mit deinem Pferd vertieft Wir wünschen dir viel Spaß mit dieser Folge. Wenn du Interesse hast an "Connected", der neuen dreimonatigen 1:1-Coaching-Begleitung von Daniela, die dir hilft, in Einklang mit dir selbst und mit deinem Pferd zu kommen, hier erfährst du mehr dazu. Wenn du dich dafür interessierst, die Tierkommunikation für dich und für deine eigene Arbeit zu nutzen, erfährst du hier mehr zu Mareikes Ausbildungsangebot.  ____ Dir hat die Folge gefallen? Wunderbar. Welchen drei Menschen könnte diese Folge wohl noch nützlich sein? Teile doch gleich einmal den Link zur Folge mit ihnen. Lass uns so gemeinsam dazu beitragen, die Pferdewelt sich Schritt für Schritt in eine positive, offenere Richtung weiterzuentwickeln. Es gibt außerdem kaum einen besseren Weg, "Hör auf dein Pferd" zu unterstützen, als indem du uns einfach eine Bewertung bei Apple Podcasts hinterlässt, wenn dir die Folge gefallen hat. So wird unser Podcast nämlich besser gefunden und kann weiter wachsen. Das kannst du hier tun: https://podcasts.apple.com/de/podcast/h%C3%B6r-auf-dein-pferd/id1584476061 "Hör auf dein Pferd" gibt es jetzt auch auf Instagram, sind wir schon vernetzt? https://www.instagram.com/hoeraufdeinpferd  Und zu guter Letzt: Bei Fragen oder Wünschen schreib uns jederzeit gern an podcast@hoeraufdeinpferd.de.  Über die Hosts: Mareike Thiele ist als systemisch integraler Coach und Tierkommunikatorin, u.a. auch als Ausbilderin, für dich da. Mehr zu Mareike findest du unter www.mareikethiele.de sowie auf Instagram unter @mareikethiele.de Daniela Kämmerer steht dir Mindset & Life Design Coach, als Horsemanship Mentorin, Yogalehrerin & Tierkommunikatorin zur Verfügung. Mehr zu Daniela findest du unter www.danielakaemmerer.de sowie auf Instagram unter @bodymindhorses.  
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Über die Autorin

Daniela Kämmerer

Daniela Kämmerer

Visionärin, Pferde-Menschen-Coach, Yogalehrerin, Autorin

Daniela möchte Menschen und Pferden helfen, sich wohler in ihrer Haut zu fühlen und aufzublühen. Nicht zuletzt, da sie nur so auch gut füreinander sein können – und für ihre sonstige Umwelt.

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