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“Wie neugeboren durch modernes Ayurveda”: Endlich wird alles einfacher!

“Wie neugeboren durch modernes Ayurveda”: Endlich wird alles einfacher!

Das Thema Ayurveda beschäftigt und begeistert mich schon einige Jahre. Dieses Jahr begegnet es mir jedoch aus irgendeinem Grund überall. Was prima ist, denn jedes Mal, wenn ich mich mit Ayurveda beschäftige, habe ich das Gefühl, ich lerne und begreife ganz grundsätzliche Dinge neu – über mich und über überhaupt alles. Kürzlich habe ich mich von dem Buch “Wie neugeboren durch modernes Ayurveda” sogar überzeugen lassen, eine ayurvedische Stoffwechselkur zu beginnen. Etwas, das ich vorher nie erwägt habe. Und: Ich bin endgültig begeistert.

Wie ich auf die Idee kam, mich mit Ayurveda zu beschäftigen

Alles begann, als ich wegen unterschiedlicher Wehwehchen – und auch etwas aus Neugier – einen Ayurveda-Heilpraktiker aufsuchte. Und dieser mich dann auf allen Ebenen analysierte, meine Konstitution bestimmte, mich mit unterschiedlichen Kräutern und Gewürzen versorgte, mir sagte, was ich essen soll und vor allem wie.

Er ging meine unterschiedlichen Probleme mit einer Ganzheitlichkeit an, die ich bis dato nicht kannte. Die Psyche wurde ebenso betrachtet, wie die Zunge, meine Verdauung aufs Kleinste analysiert, ebenso wie meine Haut und mein Puls.
Und die Ergebnisse waren ebenso ganzheitlich wie erstaunlich. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, selbst in der Hand zu haben, wie ich mich fühle, in dem ich bewusst(er) auswähle, was ich esse und wie. Und obwohl die Befolgung seiner Ratschläge nicht immer ganz einfach war, lohnte sie sich: Nach und nach fühlte ich mich immer besser, meine Verdauung regulierte sich, meine Haut wurde besser, mein Kopf klarer und meine Stimmung hellte sich auf. Irgendwann fühlte ich mich so gut, dass ich keine neuen Termine mehr brauchte, mein neuerlangtes Wissen selbstständig in mein Leben integrierte… und mich viel nachhaltig besser fühlte. Angefixt las ich verschiedenene Bücher zum Thema und legte mir nach und nach eine “Ayurveda-Brille” zu, die ich seither nicht richtig wieder abgesetzt habe. Nicht zuletzt deshalb habe ich auch meine Yogatherapie-Ausbildung begonnen, bei der Ayurveda eine maßgebliche Rolle spielt.

Und doch habe ich das Ganze natürlich irgendwann wieder schleifen lassen. Denn obwohl Ayurveda als „die Lehre vom Leben“ eigentlich untrennbar mit buchstäblich allem verbunden ist, braucht es immer wieder eine Extra-Portion Mühe und hier und da auch etwas Mut, sich „ayurvedisch günstig“ zu verhalten… Etwa im Restaurant konsequent warmes Wasser zu bestellen, statt kaltes. Die Restaurant-Karte mit Blick auf die eigene Konstution und entsprechend passenden und unpassenden Lebensmitten zu lesen. Essen grundsätzlich nicht wiederaufzuwärmen. Oder sich idealerweise mittags ein Menü mit allen fünf Geschmacksrichtungen inklusive Chutney zu zaubern.

Ayurveda für meine Welt

Umso froher war ich als, ich neulich die Gelegenheit hatte, meinen Ayurveda-Heilpraktiker von damals, Michael Rohrschneider, in meinem Yoga-Studio Inmir in Altona wiederzutreffen. Er gab dort einen ganztägigen Workshop zum Thema „Ayurvedische Lebensweise“, an dem ich teilgenommen habe und der viel Wissen aufgefrischt und viel neues Wissen gebracht hat. Ayurveda bleibt für mich hochspannend und auch heute noch sehr aktuell. Die Tatsache, dass es im Ayurveda um die Gesunderhaltung des Körpers und damit die Vermeidung von Krankheiten geht, leuchtet mir nicht  ein, es verblüfft mich immer wieder, dass unser klassisches schulmedizinisches System da so anders tickt, hier geht es ja immer eher um die Linderung und Unterdrückung von Krankheitssymptomen.

Der Workshop hat mir dies nochmal vor Augen geführt. Das Problem, dass es mir aber nicht gelingt, mich auf Dauer so günstig zu verhalten, dass mein Körper aus ayuvedischer Sicht im Gleichgewicht bleiben kann, sah ich immer noch nicht ganz gelöst. Aber ich kam ihm näher.

Der wirkliche Durchbruch kam dann ein paar Tage später, als ich die von mir sehr geschätzte Ingy Gamal, Yogalehrerin in Hamburg, zum Mittagessen traf. Sie musste direkt loswerden, dass sie gerade ein Buch läse, das sie mir unbedingt empfiehle und das, ihrer Meinung nach, „jeder lesen sollte, vor allem jeder Arzt!“ Der Titel: „Wie neugeboren durch modernes Ayurveda“, geschrieben von Kulreet Chaudhary. Sie erzählte mir von einer Stoffwechselkur, die das Buch beschreibt und die sie gerade ausprobiert. Die Idee dabei ist, dass man erstmal gar keine seiner gewohnten Verhaltensweisen verändert, sondern sie lediglich um gesunde Verhaltensweisen ergänzt. Und darüber innerhalb des vierstufigen Programms eine so positive Veränderung der Biochemie im Körper erzielt, dass man die doofen Angewohnheiten von ganz alleine ablegt, weil man das Bedürfnis danach verliert. Nichts weglassen und trotzdem viel besser fühlen? Das klang doch mal spannend!

Ich habe mir das Buch also direkt besorgt und, was soll ich sagen: Es sollte wohl tatsächlich jeder lesen! Das Buch ist von einer Neurologin geschrieben, die klassisch Schulmedizinerin ist, aber aufgrund eigener Beschwerden irgendwann angefangen hat, sich mit Ayurveda zu beschäftigen. Und damit zu ihren Wurzeln zurückzukehren, denn ihr Großvater war bereits Ayurveda-Arzt in dem indischen Dorf, aus dem ihre Familie stammt. Das ist aber eher romantisches Beiwerk. Sie hat jedenfalls irgendwann festgestellt, dass die ayurvedisch günstigen Verhaltensweisen, die sie sich selbst (wieder) anerlernte ihr wahnsinnig gut taten – und auch ihren Patienten, denen sie sanft Hinweise in diese Richtung gab. Also begann sie, auch Ayurveda intensiv zu studieren und in ihre Arbeit zu integrieren. Um ihren neurologischen Patienten zu helfen, entwarf sie u.a. ein sanftes Stoffwechselprogramm, das die Biochemie des Körpers regulieren sollte und das wohl auch sehr erfolgreich getan hat. Was sie noch beobachtete war jedoch, dass ihre Patienten außerdem noch überschüssiges Gewicht verloren, ihre Haut besser wurde, Verdauungsprobleme sich legten und sie das Gefühl hatten, klarer denken konnten.

Ayurveda: Mach mich neu!

Das Buch verbindet ihr fundiertes schulmedizinisches Wissen nun auf eine wahnsinnig spannende, unterhaltsame und doch sachliche Weise mit sehr konkreten ayurvedisch günstigen Ratschlägen, und im Kern geht es um genau dieses Stoffwechselprogramm, aufgeteilt in vier Phasen. In jeder Phase ergänzt Du Dein gewohntes Verhalten um zwei bis vier ayurvedisch sinnvolle Verhaltensweisen. Dadurch regulierst Du Deine Biochemie und die Zusammensetzung Deiner Darmbakterien so, dass Dein Körper insgesamt ins Gleichgewicht gerät und besser läuft. Erst im letzten Teil des Buches, und “nach dieser Kernsanierung des Körpers”, geht sie auf die klassischen Konstitutionslehre des Ayurveda ein und damit die Idee, dass jeder Mensch einen anderem Typen entspricht, der die für ihn optimale Lebens- und Ernährungsweise beeinflusst. Zu diesem Zeitpunkt sollte man aber bereits ohnehin ein so gutes Gefühl für sich, seinen Darm und seine Bedürfnisse haben, dass man gar nicht mehr so viel Anleitung braucht. Die Verbindung zum eigenen Bauchgefühl wird also direkt gestärkt, über den Stoffwechsel und der Veränderung des Mikrobioms, d.h. der Zusammensetzung der Bakterien im Darm. SO spannend!

Ich habe natürlich direkt angefangen mit dieser Kur, obwohl ich eigentlich nicht wirklich abnehmen möchte (wobei: ein, zwei Kilo wären natürlich ganz nett) und auch noch nie darüber nachgedacht hatte, eine “Stoffwechselkur” zu machen. Seiteinigen Wochen befinde ich in Phase 1: Das heißt, dass ich mir jeden morgen einen Tee aus Fenchel-, Koriander- und Kreuzkümmelsamen koche und diesen über den Tag verteilt trinke, abends Triphala-Tabletten nehme (bestehend aus drei uralten indischen Beerensorten, die jeweils super sind für alles – was genau steht in dem Buch), jeden zweiten Tag Flohsamen und Leinmehl in Wasser aufgelöst trinke und mir morgens eine Trockenmassage gönne. Zugegeben: Letzteres mache ich nicht so regelmäßig. Den Rest aber schon und was ich merke ist, dass ich andauernd gefragt werde, ob ich abgenommen habe (habe ich anscheinend wirklich!?), dass mich extrem gut konzentrieren kann, dass meine Verdauung besser funktioniert und, für mich das allercoolste: Dass ich meinen Heißhunger auf Süßigkeiten fast vollständig abgelegt habe! Und dass ich von alleine kleinere Portionen esse und zufrieden bin. Ohne, dass ich versucht hätte, mir das ein oder andere abzugewöhnen! Das finde ich wirklich sensationell und führe ich darauf zurück, dass mein Körper langsam anscheinend wirklich in ein neues Gleichgewicht findet und die richtigen Darmbakterien den Ton angeben und nicht länger die falschen (wem das zu abstrakt klingt, der sollte erst Recht das Buch lesen). Ich habe das Gefühl, ich habe einen noch direkteren Draht zu meinem Körper und fühle ingesamt besser, was gut für mich ist und was nicht.

Langsam könnte ich natürlich auch in die nächste Phase starten, aber ich fühle mich in der ersten schon so wohl, dass ich sie gerne weiter auskosten möchte. Und dann freue ich mich schon darauf zu sehen, was mich danach noch erwartet. Ich hätte es nie gedacht, aber: Die Kur macht mir Spaß, weil die Ergebnisse so deutlich sind und Lust auf mehr machen.

Aus meiner Begeisterung heraus habe ich das Buch natürlich auch im „wahren Leben“ schon so gut wie jedem weiterempfohlen, der lange genug stehen geblieben ist, um mir zuzuhören. So machen inzwischen schon viele Freunde und deren Freunde und Bekannte mit und sind allesamt ebenso positiv überrascht über die einfachen Erfolge, die erzielt werden, wenn man seinem Körper bewusst ein bisschen bei der Regulation hilft. Und empfehlen das Buch ihrerseits weiter.

Daher traue ich mich nun auch auf diesem Wege zu sagen: Jedem, der unterschiedlichen Entzündungsprozessen, Verdauungsproblemen, aber auch anderen gesundheitlichen Problemen leidet und jedem, der sein Wohlbefinden und auch seinen Körper und seine Verbindung zu ihm neu entdecken möchte, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Hier der Amazon-Link dazu.

Einen Blick in das Inhaltsverzeichnis könnt Ihr außerdem auf der Seite des Riva-Verlags werfen.

Und nein, dieser Beitrag ist in keinster Weise gesponsert, ich bin mit der Autorin nicht verwandt oder verschwägert, ich habe mir das Buch und überhaupt alles dazu selbst gekauft und würde es jederzeit wieder tun. 🙂 Viel Spaß Euch, wenn Ihr es auch ausprobieren mögt. Schaden wird es Euch nicht.

Pferdezauber á la Marlie – Eine Buchrezension

Pferdezauber á la Marlie – Eine Buchrezension

Ausgangspunkt: Wer ist eigentlich dieser Wolfgang Marlie?

Seit Jahren begegnen mir immer wieder begeisterte Jünger des Marlie-Hofes, einer Reiterpension an der schleswig-holsteinischen Ostsee. “Jünger” deshalb, weil sie von Wolfgang Marlie, seinem Hof und seiner Arbeit derart vorbehaltlos lobpreisend sprechen, dass der Verdacht naheliegt, dass dort irgendetwas Merkwürdiges passiert. Reihenweise scheinen die Reiter in der tiefen Überzeugung nach Hause zu fahren, dass fortan nur der Marlie-Weg der richtige für sie ist und physisch immer wieder zurück auf seinen Hof nach Scharbeutz führt. Oha…

Um zu verstehen, welcher Spuk da an der Ostsee geschieht, könnte man einfach mal hinfahren, das werde ich sicher auch nochmal machen. Ich habe mich aber erstmal für die noch einfacherer Variante entschieden: Seine vor etwa einem Jahr erschienene Biographie zu lesen, die den bezeichnenden Titel trägt: “Pferde – wie von Zauberhand bewegt”.

Gezaubert wird in dem Buch erfrischenderweise wenig. Stattdessen handelt es sich um eine recht bodenständige, aber sehr persönlich erzählte Geschichte, die sechs Jahrzehnte in der deutschen Reitszene abbildet. Gemeinsam mit der Journalistin Ulrike Bergmann erzählt Wolfgang Marlie die Geschichte eines Lebens mit den Pferden. Er lässt Revue passieren, wie (und für mich beinahe interessanter: warum), er nach und nach gelernt hat, den allgemeinen (und den eigenen) Leistungs- und Erwartungsdruck hintenan zu stellen und stattdessen ein nachhaltiges “Win-win” für Pferd und Mensch zu suchen. Sehr ehrlich und authentisch erzählt er von prägenden Ereignissen und Menschen, Helden und Antihelden, Anspruch und Wirklichkeit, von Tiefschlägen und Höhepunkten und teilt dabei ausgesprochen offen seine Gedanken – damals und in der heutigen Reflektion.

Marlie beschreibt, wie entschlossen er zunächst war, ein erfolgreicher Berufsreiter im klassischen System zu werden, und wie sich dabei immer häufiger nagende Zweifel einschlichen. Wie er daraufhin nach und nach neue Wege für klassische Ziele gesucht hat, mal mehr, mal weniger erfolgreich, und wie er dabei nach und nach seinen Weg gefunden hat. Auch wenn er lange Zeit recht allein mit seinen damals recht ungewöhnlichen Ideen zum Umgang mit Pferden war.

Erkenntnis: Wir sind alle ein bisschen Marlie. Und das ist der Punkt.

Es ist die Geschichte eines Menschen, der seinen eigenen Weg geht, aus Fehlern lernt, Überzeugungen bildet und lernt, für diese gerade zu stehen. Und damit für mich auch die Geschichte der Pferdeszene in Deutschland, die sich in den letzten Jahrzehnten ja sehr stark diversifiziert hat. Mittlerweile gibt es glücklicherweise ja viele Strömungen, die die Harmonie zwischen Mensch und Pferd klar über den Erfolg im klassischen Sinne stellen. Und letztlich ist es die Geschichte von jedem von uns, auf unserer Reise durchs Leben, immer um die Frage kreisend, wer wir sind und was wir hier wollen.

Vielleicht ist das das Geheimnis des Marlie’schen Zaubers: Wolfgang Marlie verkörpert den Weg zum Pferd. Zu dem Gefühl des Verbundenseins, das wir in vielen Lebensbereichen suchen und bei unseren Pferden finden wollen, aber zuerst bei uns finden müssen. Das tut er mit sehr viel Herzblut, Offenheit und Authentizität und eben dadurch: Zum Greifen nah. In seinem Buch geizt er weder mit Erkenntnissen und Schlüssen, noch mit offener und zum Teil auch kritischer Selbstreflektion.

Er gibt sich nicht als Guru, sondern als fehlbarer Mensch. Er hat sich seine heutigen Überzeugungen hart erarbeitet und getan, wovor sich viele Menschen scheuen: Sich über eine sehr lange Zeit einer einzigen Sache zu widmen, dabei immer wieder Rückschläge und Krisen in Kauf zu nehmen. Bereit zu sein, fortwährend Schüler zu sein und das, “was alle machen”, bestehende Konventionen, kritisch zu hinterfragen. Und das zunächst vor allem, weil das Gefühl nicht stimmt. Alleine dafür verdient der Mann eine Menge Respekt.

“Es gibt keine schwierigen Pferde, es gibt nur Menschen in Schwierigkeiten. Das gilt auch für Menschen.” Das ist das Schlüsselzitat des Buches und sagt eigentlich alles. Es ist “eine Einladung dazu, tief durchzuatmen und sich an Pferden zu freuen. Ungefähr so, wie sich Eltern an einem Baby freuen – einfach weil es da ist und nicht weil es irgendetwas Besonderes leistet. Es ist die Einladung, sich eine gute Zeit mit Pferden zu gönnen.”

Für wen ist dieses Buch?

Ich denke, dass das Buch Reitanfängern wie Profis, bei denen der noch immer weit verbreitete leistungsorientierte Ansatz der Reiterei irgendwann “aneckt”, sich nicht (mehr) richtig anfühlt, eine sehr befreiende Lektüre sein kann. Denn es holt sie dort ab, wo sie stehen: Mitten in der Reiterwelt, ohne eine Ahnung, was richtig und was falsch ist. Und es ist eine Ode an das freudige Miteinander von Mensch und Pferd.

Für jeden Reiter, der daraufhin beginnt umzudenken, bin ich Herrn Marlie dankbar. Denn wenn es dem Glück von Pferden und Menschen dient, ist doch an ein wenig Zauber gar nichts auszusetzen.

Wer Lust auf das Buch bekommen hat, findet es hier.

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