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Fallbeispiel: Samantha und die Angst vor dem Ausreiten

16.Dez 2022 | 2022, Case Study

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Samantha kam zu mir ins Coaching, weil sie, wie viele Reiterinnen, Angst davor hatte, alleine auszureiten und sie sich davon nicht länger einschränken lassen wollte. Was sie damit für sich erreichte, war nicht nur ein Hintersichlassen dieser Angst, sondern auch eine tiefere Bindung zu ihrem Pferd und ein entspannteres Lebensgefühl.

Als ich Samanthas Anmeldung für ein Coaching-Paket zusammen mit meinem Yoga Mindset Course bekam, kannte ich sie noch nicht. Sie hatte sich überlegt, dass sie zusätzlich zu meinem Online-Kurs, in dem es um Yoga für ReiterInnen und auch unser Mindset geht, noch tiefer gehen und ein Problem angehen möchte, das sie schon länger beschäftigte: Die Angst, alleine auszureiten. Also buchte sie das Coaching und nahm das Problem einfach in die Hand.

Sie hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Stute, vieles klappte sehr gut. Nur wenn sie alleine ausreiten wollte oder wenn beim Ausreiten mit anderen eine Situation entstand, die sich unkontrolliert anfühlte, überwältigte sie ein lähmendes Gefühl von Angst, sodass sie sich dabei ertappte, wie sie solche Situationen zunehmen vermied – dabei wollte sie so gerne einfach entspannt ausreiten!

Samanthas Geschichte ist ein gutes Beispiel, wie mein Coaching für ReiterInnen eben auch online und über die Entfernung gut funktionieren kann: Für überraschend viele Fragestellungen und Probleme mit unseren Pferden liegt die Herausforderung nicht darin, dem Pferd etwas beizubringen und sein Verhalten zu verändern, sondern auf uns Menschen zu schauen und die Verhaltensweisen, Muster, Gefühle und Überzeugungen, die er mitbringt, zu betrachten und mit ihnen so zu arbeiten, dass wir uns selbst den Weg frei machen für das, was wir wollen. Und das geht natürlich wunderbar online.

Im Coaching betrachteten wir das Problem dann näher und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ängste sind unter Reiterinnen verbreiteter als öffentlich besprochen wird, die Ursache dieser Ängste und damit auch ihre Lösung ist allerdings individuell und sieht daher für jeden etwas anders aus. In Samanthas Fall haben wir zunächst erforscht, wo ihre Angst vor dem Ausreiten (und auch angrenzende Gefühle) herkommen können, wie lange sie sie schon begleiten und wo sie womöglich in ähnlicher Form auftreten. Wie sie sich körperlich anfühlt und sie damit umgeht. Wir sind den offensichtlichen und auch tieferliegenden Emotionen energetisch und körperlich auf den Grund gegangen, um sie buchstäblich aufzulösen und neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Wir haben den Zusammenhang hergestellt zwischen unterschiedlichen Situationen in ihrem Leben und ihrem Gefühl dazu – denn meistens gibt es spannende Wechselwirkungen mit anderen Lebensbereichen, d.h. es gibt nicht nur diese Angst beim Ausreiten, sondern etwa auch Unsicherheiten und andere starke Gefühle in anderen Lebenssituationen. Wir haben kleinschrittig daran gearbeitet, dass Samantha besser wahrnehmen konnte, wie sie sich wann fühlt und mithilfe von konkreten Methoden ihr Gefühl immer wieder positiv verändert. Und wir haben immer wieder über das Verhalten ihres Pferdes gesprochen und es eingeordnet, damit Samantha die Situationen, die ihr Nervensystem als gefährlich einordnet, auch kognitiv besser verstehen kann.

In einem speziellen Entspannungstraining für Pferd und Mensch haben wir uns dann noch einmal tiefergehend Samantha und ihre An- bzw. Entspannungsmuster angeschaut, vor allem hat Samantha aber auch ihrer Stute beigebracht, mehr Entspannung in ihrem Körper zu finden und sie im Beisein von Samantha herzustellen. Den großen Fokus auf die Entspannung, der dafür von Samanthas Seite erforderlich war, hat den beiden natürlich zusätzlich geholfen, mit mehr Ruhe miteinander umzugehen.

Die Zusammenarbeit mit Samantha hat mir großen Spaß gemacht, weil sie so engagiert dabei war, sehr gut darin ist, sich ehrlich selbst zu beobachten und sie keine Angst hatte, auch in existenziellere Fragestellungen hineinzugehen. Dieses Engagement und Vertrauen macht mir die Zusammenarbeit mit meinen Klienten sehr einfach – und erzielt für sie natürlich auch die besten Ergebnisse.

Trotzdem war ich sehr begeistert und gerührt, als mich ein paar Monate später folgende Nachricht von Samantha erreichte:

“Wir haben den Durchbruch geschafft. Fleur und ich können alleine ausreiten! Ohne Angst, ohne Furcht, in aller Ruhe. Es fühlt sich an wie in einem Videospiel, wenn ein Level abgeschlossen wird und man gar nicht mehr zurückfallen kann. Es fühlt sich wirklich an, als ob wir diese Tür durchschritten wären und es sicher wieder Rückschläge geben wird, aber nicht mehr weiter als zu dieser Tür.

Ausschlaggebend für diesen Erfolg war ganz sicher das Entspannungstraining im Winter/Frühling und der darauf folgende Urlaub in Griechenland (du kannst dir gar nicht vorstellen, wie entspannt die Griechen sind!). Seither fühle ich mich so ruhig und ausgeglichen, verspüre keine Aufregung mehr, keine Angst. Es ist wunderschön. Natürlich bin ich noch skeptisch, vorsichtig und aufmerksam, aber es löst keine mulmigen Gefühle mehr in mir aus.

Ein weiteres Erlebnis fand allerdings bereits im Juni statt. Als ich so auf der Weide saß, inmitten der Pferde, natürlich nahe an Fleur, und sie sich doch wirklich hinlegte. Einige Zeit später kam meine Freundin und machte mich darauf aufmerksam, dass insgesamt noch weitere 4 Pferde einen Kreis um mich gebildet haben und sich ebenfalls hinlegten (siehe Bild). Wow… Und diese innere Ruhe abrufen zu können, das ist ein riesiges Geschenk – nicht nur im Umgang mit den Pferden.

Auch im Alltag spüre ich viel mehr Geduld (außer beim Autofahren ?) und eine höhere Toleranz gegenüber allem und jedem. Ich gehe wieder viel lieber aus und treffe mich mit Freunden und habe meinen «ich-bin-aber-gerne-alleine-und-zuhause» Mantel ein wenig ablegen können.

Außerdem habe ich ein Studium begonnen in Gesundheitsförderung, weil ich davon überzeugt bin, dass die Kraft in jedem einzelnen liegt und man sie nur aktivieren muss. Du hast das bei mir definitiv geschafft.

Lange Rede, kurzer Sinn: DANKE Daniela, von ganzem Herzen!”

Wow, wie schön, oder? Ich danke dir, liebe Samantha, für dein Vertrauen und dein Engagement, für deine Hingabe und das Dranbleiben – dass du diese Belohnung dafür bekommen hast, wärmt mein Herz sehr! Du hast sie dir so sehr verdient. Und ja, die Kraft zu verändern, was wir verändern wollen und das Leben zu leben, das wir leben wollen, liegt in jedem Einzelnen von uns. Danke, dass ich dich auf dem Weg des “Entfachens” dieses Feuers ein Stück begleiten durfte, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht für dich!

Und du, liebe LeserIn, bist neugierig, was ein Coaching vielleicht für dich bewirken kann? Meld dich gern bei mir. Dann können wir einfach mal besprechen, ob dir ein Coaching helfen kann.

Über die Autorin

Daniela Kämmerer

Daniela Kämmerer

Visionärin, Pferde-Menschen-Coach, Yogalehrerin, Autorin

Daniela möchte Menschen und Pferden helfen, sich wohler in ihrer Haut zu fühlen und aufzublühen. Nicht zuletzt, da sie nur so auch gut füreinander sein können – und für ihre sonstige Umwelt.