Unklares Autoritätsgefüge sorgt für Stress

13.Okt 2010 | Fundstücke

In einem aktuellen Artikel zum Thema Autorität (unter Menschen) schreibt die ZEIT Nr. 41/10: “…ohne klare Autorität kann man nicht einmal eine Pavianhorde leiten: Sobald dort das Autoritätsgefüge in Unordnung gerät, geht der Stresspegel bei allen Beteiligten in die Höhe – bei den Gefolgstieren ebenso wie bei den Ranghöheren. Ähnliches wurde auch bei Menschen beobachtet.”

Das ist an sich schonmal interessant, lässt sich aber vor allem auch auf das Herdentier Pferd bzw. unsere Beziehung zu ihm übertragen… Dass es uns Menschen manchmal zum Verhängnis wird, wenn das “Autoritätsgefüge”, im Trainingsjargon auch “die Rangordnung”, zwischen uns und dem Pferd nicht klar geregelt ist, wissen wir – anstrengend. Aber hier haben wir einmal mehr ein Indiz, dass es auch dem Pferd und seinem Stresspegel gut tut, wenn die Rollen geklärt sind. Unsere Aufgabe ist es daher, unseren Pferden ein stabiles Autoritätsgefüge zu bieten.

Viele Pferdebesitzer haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie konsequent (wohlgemerkt: konsequent, nicht unfair) gegenüber ihrem Pferd sein sollen – und erfinden Ausreden um “dem Pferd” (tatsächlich?) aus Ihrer Sicht das Leben in dem Moment leichter zu machen. Dass sie damit aber immer wieder das “Autoritätsgefüge” durcheinander bringen und es dem Pferd bei allem guten Willen tatsächlich eher schwieriger als einfacher machen, bedenken die Wenigsten konsequent.

Ich bin sicher jeder von uns kann sich an Situationen erinnern, in denen man es vielleicht ein bisschen zu (menschlich) gut gemeint und es mit der Konsequenz nicht so genau genommen hat. Hat sich das gelohnt? Oder brauchten Sie danach vielleicht sogar umso mehr Druck, um ihm das betreffende Verhalten wieder abzugewöhnen oder sich in anderen Situationen durchzusetzen? Nehmen Sie diesen Denkanstoß ruhig mit zu Ihrem Pferd und beobachten Sie sich einmal selbst! Wissen Sie, was ich meine?

Über die Autorin

Daniela Kämmerer

Daniela Kämmerer

Horsemanship Coach, Yogalehrerin, Autorin

Daniela möchte Menschen und Pferden helfen, sich wohler in ihrer Haut zu fühlen und aufzublühen. Nicht zuletzt, da sie nur so auch gut füreinander sein können – und für ihre sonstige Umwelt.