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„Love is everywhere“ – Jeden Tag ein bisschen Weihnachten

Weihnachten ist das Fest der Liebe – und leider gerade wieder vorbei. Wäre es da nicht viel schöner, wenn jeder Tag ein „Fest der Liebe“ sein kann? Oder man zumindest nicht nur auf diese 2,5 Tage angewiesen ist (zumal der Plan, dann besonders viel Liebe zu erfahren und zu geben, selten so richtig aufgeht, wie wir ja wissen)?

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich bin mit einem sehr pathetischen, abstrakten Verständnis von Liebe aufgewachsen. Man soll seine Familie (und einige enge Freunde) extrem gerne haben und am Besten über alles setzen (= Liebe?). Vor allem aber soll man sein Liebesleben auf die Suche nach dem einen „Richtigen“ ausrichten und den dann idealerweise bis zum Lebensende rund um die Uhr „lieben“. Wenn man das Glück hat, ihn zu finden. Wenn nicht, leider nicht. (Danke, Disney.)

Das hat für mich alles bisher ganz gut funktioniert, aber ich habe schon immer geahnt, dass es das nicht gewesen sein kann. Und vor Kurzem habe ich ein Buch gelesen, das mein Verständnis von Liebe grundlegend verändert und erweitert hat. In „Love 2.0“ (deutsche Ausgabe: „Die Macht der Liebe: Ein neuer Blick auf das größte Gefühl“, erschienen bei Campus) beschreibt die Psychologin Barbara L. Fredrickson Liebe aus wissenschaftlicher Sicht. Als unsere stärkste Emotion, die uns in körperliche und seelische Höhen hebt – die als solche aber flüchtig ist.

„Liebesmomente“ sind laut ihrer Definition damit „Mikro-Momente“ geteilter positiver Gefühle zwischen mindestens zwei Individuen. Das Lachen mit einer Freundin. Die Umarmung, die man einem Kollegen aus Mitgefühl schenkt. Das Lächeln, das man mit einem Baby im Bus austauscht. Das „Dankeschön“ der Kellnerin für das minimal höhere Trinkgeld. Das kollektive Jubeln nach dem Tor des Lieblingsvereins. (Oder auch, da bin ich mir ganz sicher: Die besonders nahen, verbundenen Momente mit unseren Pferden oder anderen Tieren.) Alles, laut dieser Definition, Momente der Liebe.

Biologisch spielt sich dabei ein wunderschön choreographierter Tanz zwischen den Menschen ab: Lächeln, Mimik, Gestik und Körperhaltungen werden gespiegelt, die Herzrythmen, die Biochemie und sogar die neuronalen Reaktionen gleichen sich für einen kurzen Moment an. Das Gefühl der „Liebe“ schwappt gleichzeitig über zwei Gehirne und Körper hinweg und stellt dadurch einen kurzen Resonanzmoment des guten Gefühls und der positiven Absicht her.

Und diese tun nicht nur total gut, sie sind auch wahnsinnig gesund. Und außerdem: Trainierbar. Je mehr dieser Mikro-Verbindungs-Momente wir in seinem täglichen Leben haben, desto leichter finden wir weitere. Und desto mehr verändern wir uns zum Positiven. Nicht nur sozial und seelisch, sondern auch körperlich. Unser Körper und jede Zelle in ihm ist lebende Materie, die sich mit unseren täglichen Handlungen verändert – und wenn wir ihm mehr „Liebe“ geben, wird er es uns auf unzähligen Arten danken. Was da genau passiert, lest ihr am Besten selbst bei Frau Dr. Fredrickson nach.

Mich bewegt diese neue Definition der Liebe seit Wochen sehr. Das Verständnis, dass Liebe mit jedem Menschen und in jeder Begegnung herstellbar ist, verändert nicht nur meine Begegnungen mit allen anderen Menschen, die ich nun als Chance sehe, dieses Gefühl zu suchen, sondern auch meine engen Beziehungen. Die Bindungen zu unseren lieben Menschen machen es laut Fredrickson natürlich leichter, Resonanzmomente zu finden – und das merke ich und genieße ich sehr. Andererseits entlastet es mich auch, nicht jeden jederzeit gleich „lieben“ zu müssen, sondern einfach dankbar zu sein, für die schönen Momente und die Beziehungen, die dadurch genährt werden.

Außerdem versetzt es mich in „Geberlaune“: Auf der Suche nach der Verbindung, nach positiven Resonanzmomenten mit egal wem, ist es nämlich notwendig, dass man sich einlässt. Dass man vom Bildschirm aufsieht, den Menschen ansieht und tatsächlich in Kontakt geht. Dass man sich Zeit nimmt und den anderen wirklich wahrnimmt. Das geht nicht immer gleich gut und ist auch manchmal ein bisschen anstrengend, aber ich glaube ganz fest daran, dass es sich auszahlt. Und so jeder Tag ein bisschen wie Weihnachten werden kann – und die Welt ein bisschen netter.

In diesem Sinne: Schöne Tage Euch und viele tolle Momente auch im neuen Jahr!

P.S. Eine ganz schöne Liebesgeschichte der anderen Art, ebenfalls mit Weihnachtskonnotation, findet Ihr diese Woche übrigens im Podcast meiner lieben Freundin Johanna van Löchtern, „Lebe Dein wahres Selbst“. Wenn Ihr mögt, hört rein, ich empfehle ihn wärmstens!

 

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