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Über die Geduld, oder: 2018 wird endlich alles anders

Ist das nicht verrückt? Knapp zwei Wochen ist 2018 nun schon wieder alt. Und damit auch mein Vorsatz, oder besser, mein kleines Jahresexperiment: Die Auseinandersetzung mit meiner (mangelnden) Geduld.

Ich werde immer besser darin, rund um Silvester das neue Jahr vorzuplanen. Mir zu überlegen, was ich mir für die Zukunft wünsche und einmal zu reflektieren, was bisher gut gelaufen ist – und wo noch Luft nach oben ist. Weniger „reinzurutschen“, als mehr selbst die Segel zu setzen und sich sehenden Auges hineinzusteuern in die nächsten 365 Tage. Gut vorbereitet also, und dennoch wohlwissend, dass Überraschungen hinter jeder Ecke lauern. (Aber auch denen kann man ja so oder so begegnen.)

Dieses Jahr starte ich bereits zum zweiten Mal mit KLARHEIT (Kalender und Papier-Coach in Einem, sehr cool), außerdem habe ich mir das „Mapping 2018″-Video von Elena Brower angesehen, in dem die New Yorker Yoga-Lehrerin zeigt, wie sie das neue Jahr für die verschiedenen Lebensbereiche „kartographiert“. Die Idee ist, dass man sich zu Beginn eines solchen neuen Abschnitts einmal ganz bewusst macht, wer man ist und wo man steht – und wie man das Neue angehen möchte. Elenas Tipps dazu sind insgesamt sehr wertvoll und spannend, schon in den letzten Jahren haben mir ihre Jahreswechselvideos sehr geholfen.

Was mir in diesem Jahr aber besonders in Erinnerung geblieben ist: Elena Brower empfiehlt, dem Jahr eine Art Leitmotiv zu geben. Ein Thema, das die nächsten Monate im Großen wie im Kleinen untermalen soll, verpackt in ein einziges Wort. Das kann natürlich alles Mögliche sein. Selbst- oder Nächstenliebe, Nachhaltigkeit, Bewunderung, Genuss, Stabilität, Bewegung, Wachstum usw. oder auch Softness, was ich sehr hübsch finde. Dennoch, das Wort, das mir schicksalhaft schnell in den Sinn kam, ist: Geduld.

Tatsächlich ist Geduld für mich eine förderungswürdige Eigenschaft. Denn entgegen dem Eindruck, den ich anscheinend regelmäßig verbreite, bin ich nicht gut in Geduld. Zumindest nicht immer. Ich kann stundenlang entspannt mit einem unsicheren Pferd vor dem Anhänger stehen, kann (Yoga-)Schülern immer wieder, wenn es darauf ankommt, gern auch auf 100 verschiedene Arten erklären, was ich von ihnen möchte – das stört mich tatsächlich gar nicht. Dennoch erfasst mich regelmäßíg eine bissige Unruhe. Wenn die Schlange an der Supermarktkasse sich mal wieder so gar nicht vorwärts bewegt, wenn der Autofahrer vor mir einfach nicht in die Gänge kommt, wenn ich durch die Stadt laufe und in eine Herde staunend schleichender Touristen gerate, die meine Agenda durcheinanderzubringen drohen. Oder: Wenn ich meine Lebensumstände insgesamt nicht so schnell verändern kann, wie ich gerne möchte. Ach, wäre es doch schon soweit, dann… ist endlich alles besser!? Schnell her mit dem guten neuen Leben, lieber heute als morgen! Noch besser, eigentlich: Gestern.

Nun bin ich mit diesem Thema sicher nicht allein, schließlich leben wir ja in einer Gesellschaft der unmittelbaren Bedürfnisse (….fliegen die ersten Amazon-Drohnen eigentlich schon?).  Aber wie erleichternd wäre es, dem Alltag und auch den großen Dingen des Lebens mit etwas mehr Gelassenheit zu begegnen?

2018 soll also mein Jahr der Geduld werden. Dazu muss ich mich natürlich erstmal fragen, wann ich denn eigentlich so ins „Rennen“ komme, wann ich nicht möchte, dass jetzt „jetzt“ ist, sondern „gleich/morgen/nächste Woche/in ein paar Monaten“. Und wovor ich eigentlich wegrenne. Was ist denn so furchtbar an der Zeit zwischen „jetzt“ und meinem Zielzeitpunkt? Die Unsicherheit? Das Gefühl, nicht selbst entscheiden zu können? Die Befürchtung verschwendeter Zeit? Die innere Leere vor dem großen Ereignis? Ich habe beobachtet: Meine Ungeduld triggern vor allem die Situationen, die sich fremdbestimmt anfühlen, die ich fürchte, nicht kontrollieren zu können – und die ich gerade deshalb auf Biegen und Brechen in die Hand nehmen und damit bändigen möchte. Hängt vielleicht mit meinem Sternzeichen zusammen oder so.

Was mir also gut tun würde, und darauf kommt jeder Küchenpsychologe, ist natürlich Vertrauen – in mich, die anderen und vor allem: Den Lauf der Dinge. In das große Ganze (/die große Kraft/Gott/Buddha/Allah/Brahman/das Universum/Elvis?), das schon dafür sorgt, dass alles so kommt wie es kommen soll (und dies übrigens mit oder ohne mein Zutun). Und, eigentlich schon eine relativ gut gefestigte Grundannahme von mir: Die dafür sorgt, dass alles irgendwie passt und gut wird. Vertrauen zu haben werde ich also üben – mal schauen, wie konkret.

Während meiner Recherche zum Thema Geduld, auch im Zusammenhang mit Yoga und Meditation (beides sicher per se keine schlechte Idee an dieser Stelle), bin ich aber auch auf einen anderen spannenden Gedanken gestoßen, der sich ein bisschen konkreter festigen lässt: Dass man die Geduld auch als aktive Konzentrationsübung sehen kann. Dass man sich der zu überbrückenden Zeit nicht passiv ausgeliefert fühlen muss, sondern sie bewusst zur Fokussierung nutzen kann – auf den Moment und die Dinge, die uns in der jeweiligen Situation tatsächlich weiterbringen oder die uns den Moment denkwürdiger erleben lassen (Buzzword: Achtsamkeit).

Anstatt an der Supermarktkasse also innerlich hochzukochen, möchte ich die Wartezeiten in diesem Jahr nutzen, um die Menschen um mich herum bewusst zu sehen. Zum Beispiel die nette Kassiererin, die womöglich schon zwei Stunden auf ihre Mittagspause wartet und trotzdem lächelt. Zu hören, was um mich herumpassiert (wie den kleinen Jungen, der seine Mutter gerade charmant zu einem Süßigkeitenkauf überreden möchte), zu riechen, was es zu riechen gibt (ja, auch das kann mal schön sein! :)) und zu fühlen, was es zu fühlen gibt – oder, im Zweifel immer gut: Zu atmen und dadurch aus dem Kopf heraus und wieder etwas mehr in meinen Körper zu finden. Und im Großen: Anstatt zu warten, bis die große Lebensveränderung kommt, entspannt, offen und neugierig zu bleiben. Auf die kleinen und großen Wunder des Lebens, auf die man nie wartet, weil sie sich in jeder Minute ereignen.

Wie so oft im Leben ist  der Umgang mit Geduld bzw. Ungeduld also eine Frage der inneren Einstellung. Dahinter steht die Frage, wie wir leben wollen und vor allem: wann.

Wie gesagt ist das Jahr aber ja nun schon zwei Wochen alt. Werde ich diesen hehren Ansprüchen gerecht? Natürlich leider nicht so oft, wie ich möchte. Natürlich werde ich nicht über Nacht vom Road Runner zum Flaneur, das wäre ja auch langweilig. Aber ich erinnere mich sehr regelmäßig an mein Leitmotiv, manchmal auch durch den sanften Seitenhieb wohlwollender Freunde (danke Euch, fast immer freue ich mich darüber). Und hin und wieder gelingt es mir, einmal durchzuatmen und etwas anders zu machen. Und auf diese kleinen Erfolgserlebnisse versuche ich nun aufzubauen, Gelegenheit für Gelegenheit für Gelegenheit. Warten wir also mal ab, wie sich die nächsten Monate entwickeln Lässt sich das Jahr so vielleicht momentweise zu unserem Jahr zusammenpuzzeln, ohne dass wir auf irgendetwas Tolles warten müssen…? Für mich ein lohnenswertes Experiment.

Auf ein wunderbares 2018 für uns alle!

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