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Probleme mit dem Pferd – Eine neue Perspektive auf den Umgang mit Schwierigkeiten

2.Jan 2024 | Gedanken

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In der neuen Solo-Folge von “Hör auf dein Pferd” spreche ich über den Umgang mit Problemen, auf die wir im Zusammenhang mit unseren Pferden (und auch insgesamt im Leben) treffen, und wie unsere Perspektive darauf zu ihrer Lösung unmittelbar beitragen oder sie deutlich erschweren kann. Diese Folge kann dir helfen, auch deinen Blick auf das neue Jahr zu verändern – und vielleicht sogar etwas zu entspannen. Hör doch mal rein oder lies das Skript unten.

#39 Genug gelernt? Hör auf dein Pferd.

In dieser Folge sprechen Mareike und Daniela über den Umgang mit dem vielen Wissen und den vielen Informationen, die andauernd auf uns einprasseln. Woher wissen wir, welche gut für uns sind? Und haben wir eigentlich irgendwann mal genug gelernt…? ____ Welchen drei Menschen könnte diese Folge wohl noch nützlich sein? Teile doch gleich einmal den Link zur Folge mit Ihnen. Damit trägst du dazu, dass wir unser Herzensprojekt noch lange fortführen und wir gemeinsam dazu beitragen können, die Pferdewelt sich Schritt für Schritt in eine positive, offenere Richtung weiterzuentwickeln. Und: Wir sind dir super dankbar, wenn du uns eine Bewertung bei Apple Podcasts hinterlässt, wenn dir die Folge gefallen hat. So wird unser Podcast besser gefunden und kann weiter wachsen.  Das kannst du hier tun: https://podcasts.apple.com/de/podcast/h%C3%B6r-auf-dein-pferd/id1584476061 Wenn du Fragen, Anmerkungen oder auch Themenwünsche hast, schreib uns jederzeit gern an podcast@hoeraufdeinpferd.de
  1. #39 Genug gelernt?
  2. #38 SPECIAL: Ruhig und klar ins neue Jahr
  3. IMPULS: Wie du Probleme mit deinem Pferd auflöst
  4. IMPULS: Verladen
  5. #37 So bekommst du die Pferd-Mensch-Beziehung, die du dir wünschst

Folgen-Skript:

Früher oder später werden wir als Pferdebesitzer auf Situationen treffen, die wir so nicht erwartet haben. Wir mögen diese Situationen als Probleme wahrnehmen oder auch nicht. Wenn wir sie jedoch als Probleme ansehen, ist es wichtig, genau hinzuhören und unsere Perspektive zu hinterfragen. Denn unsere Probleme entstehen letztlich in unserem Kopf und können dort oft auch gelöst werden.

Mareike hat letzte Woche in unserem Podcast “Hör auf dein Pferd” über eine Verladesituation mit ihrem Pferd gesprochen. Ihr Wallach Domingo konnte eine Zeit lang problemlos verladen werden, doch dann änderte sich plötzlich etwas. Domingo ließ sich nicht mehr verladen und das stellte für Mareike eine Herausforderung dar. Sie merkte schnell, dass sie sich selbst in dieser Situation nicht wohlfühlte. Es dauerte eine Weile, bis sie erkannte, wie sie sich selbst anders positionieren und besser in dieser Verladesituation fühlen konnte. Sobald sie dies verstanden hatte und es ihr gelang, sich anders zu fühlen, wurde es auch für Domingo einfacher, sich wieder verladen zu lassen.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Mareike das Problem war, da die Veränderung in ihrem Verhalten letztendlich zur Lösung führte. Diese Denkweise begegnet uns im Pferdebereich oft. Wir neigen dazu, die Probleme bei uns selbst zu suchen, da das Pferd ja schließlich nicht das Problem sein kann. Dabei kommt auch schnell das Thema Schuld auf… – Diese Annahme basiert jedoch auf der Tatsache, dass es ein Problem gibt. Es ist unsere Fokussierung auf das externe Problem, gegen das wir etwas unternehmen wollen, und das sich unangenehm anfühlt. Diese Fokussierung bringt auch den Gedanken der Schuld mit sich. Wir schieben uns selbst die Schuld zu und belasten uns damit unnötig.

Es ist daher hilfreich, das Wort “Problem” genauer zu betrachten und auch das Konzept von Schuld zu hinterfragen. Diese Begriffe beinhalten die Bewertung dessen, was wir erleben, als negativ. Wir haben das Gefühl, dass etwas passiert und wir wollen es nicht. Es ist ein Problem, möglicherweise auch deshalb, weil es etwas über uns aussagt, dass dies geschieht. Das Verknüpfen dieses Problems mit unserem Nervensystem erzeugt Stress.

Sobald wir etwas als Problem identifizieren und bezeichnen, geraten wir automatisch in einen Widerstand gegen das, was passiert. Wir sind entweder bestrebt, dem Problem aus dem Weg zu gehen oder es direkt zu bekämpfen und zu lösen. In beiden Fällen schaffen wir eine Distanz zwischen der Situation und uns selbst, was in der Regel nicht zur Lösung beiträgt. Wir neigen dazu, das Wort “Problem” inflationär zu verwenden. Probleme können auftreten, wenn das Pferd nicht in den Anhänger einsteigen möchte oder wenn es beim Führen plötzlich stehen bleibt, ohne dass wir dies geplant hätten.

Obwohl wir solche Situationen schnell als Probleme ansehen, können wir uns fragen, ob es wirklich Probleme sind oder ob es Situationen sind, die unsere Aufmerksamkeit erfordern. Je mehr wir uns auf diese Probleme konzentrieren, desto größer werden sie oft – und das, ohne dass sich äußerlich etwas ändern muss. Unser Nervensystem und unser Gehirn sind darauf programmiert, nach Problemen und potenziellen Gefahren zu suchen, um uns zu schützen. Es will in erster Linie unser Überleben sicherstellen. Doch oft sind wir aufgrund der Reizüberflutung in unserer heutigen Welt im Überfunktion-Modus unseres Nervensystems. Wir sehen ständig Probleme und sind permanent im Modus der Problemlösung.

Dies verhindert, dass wir entspannt, präsent und in Verbindung mit anderen Menschen und auch unseren Pferden sein können. Entspannt sein und im Problemlösungs-Modus sein sind schwer miteinander vereinbar. Es gibt viele vermeintliche Probleme, die eine gewisse Distanz von uns erfordern, um zu sehen, wie eine Lösung aussehen könnte. Diese Distanz erfordert jedoch auch Entspannung und Vertrauen. Es ist sinnvoll, bewusst diesen Freiraum zu schaffen, je nachdem, um welche Art von Problem es sich handelt.

Es gibt sicherlich Situationen, die sofortiges Handeln erfordern, aber bei den meisten Dingen, die wir als Probleme identifizieren, haben wir die Zeit, uns zu sammeln und die Situation zu beobachten, bevor wir handeln müssen. Dies gilt insbesondere für Entscheidungen oder wiederkehrende Situationen. Wir können feststellen, dass etwas unangenehm ist oder nicht unseren Vorstellungen entspricht, ohne sofort handeln zu müssen. Wir können akzeptieren, dass etwas anders ist, als es ideal wäre, und dass es in Ordnung ist. Dies gibt unserem Nervensystem eine Atempause und ermöglicht es uns, mit einem erweiterten Blick, einem entspannten Nervensystem und einem Gefühl der Verbundenheit nach Lösungen zu suchen.

Ein Abstand von den vermeintlichen Problemen kann dazu führen, dass sich vieles von dem, was wir zuvor als Probleme betrachtet hätten, von alleine verändert. Denn das Problem entsteht in unserem Kopf, in unserer Bewertung der Situation. Das, was wir erleben, sind zunächst nur Situationen, Umstände und Dinge, die geschehen. Das Problem entsteht durch unsere Bewertung. Es ist wichtig zu erkennen, dass nicht alles, was unsere Hilfe benötigt, automatisch ein Problem ist. Es muss kein Problem sein, um damit umgehen zu können. Dies führt uns zu unserer eigenen Kraft und Verantwortung. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir nicht alles kontrollieren und vorhersehen können.

Das Einzige, worauf wir wirklich Einfluss haben und wo es sich lohnt, unsere Energie zu investieren, ist unsere eigene innere Haltung und wie wir auf das reagieren, was geschieht. Es gibt in jedem von uns einen Teil, der uns in schwierigen Momenten stützt und trägt. In den größten Krisensituationen unseres Lebens gibt es einen Teil von uns, der größer ist als wir selbst und der in der Lage ist, mit den Herausforderungen umzugehen – auch wenn wir es uns vorher nicht vorstellen konnten. Dieser Teil greift auf uns zurück, auf den wir uns verlassen können. Die eigentliche Anstrengung besteht darin, die Angst davor zu überwinden, auf diesen Teil zurückgreifen zu müssen und den Widerstand gegen das, was geschieht, loszulassen.

Es beginnt damit, dass wir etwas nicht mehr als Problem betrachten. Unsere Pferde reagieren auch darauf und es entsteht keine Trennung mehr zwischen Pferd und Mensch. Gemeinsam können wir den nächsten richtigen Schritt betrachten. Oft suchen wir nach dem Loch im Zaun, nach der Stelle, an der wir am leichtesten durchgehen können. Meistens ist diese Stelle auch gut erkennbar, wir glauben jedoch nicht immer, dass dies tatsächlich das Loch im Zaun sein kann. Eine gute Frage, die wir uns stellen können, wenn wir mit einem Problem konfrontiert sind, ist: Wie viel von dem, was wir tun, ist wirklich konstruktiv und hilft unserem Pferd, sich besser zu fühlen? Und wie viel davon ist unser eigener Versuch, unser unangenehmes Gefühl loszuwerden?

Je besser wir darin werden, mit unangenehmen Situationen umzugehen, desto bewusster und gezielter können wir unsere Kräfte für den nächsten Schritt einsetzen. Dabei profitieren nicht nur unsere Lieben und unsere Pferde, sondern auch wir selbst. Wir sollten uns darauf konzentrieren, wie wir uns fühlen und lernen, uns selbst und unserer inneren Stimme zu vertrauen. Unsere Pferde sind dabei wertvolle Wegbegleiter. Wenn wir ihren Weg mit ihnen gehen, nähern wir uns auch ihnen an. Das Gefühl der Verbundenheit vertieft sich und wir können uns auf ihre Weise belohnen.

Wenn wir auf das kommende Jahr blicken und sich Ängste oder Probleme in unserem Kopf breit machen, sollten wir uns fragen: Was ist der nächste richtige Schritt, der uns gut anführt? Oft ist dieser Schritt leichter, als wir denken. Wir müssen nur lernen, uns darauf zu verlassen, dass das, was wir hören, die richtige Antwort auf diese Frage ist.

Falls du Unterstützung möchtest, sowohl bei diesem Thema als auch bei anderen, die dich und dein Pferd näher bringen, lade ich dich ein, an unserem neuen Coaching-Programm “Echt. Stark. Verbunden.” teilzunehmen, das Ende Januar startet. Das Programm begleitet dich und dein Pferd über drei Monate, um euren eigenen Weg klarer zu sehen und zu verfolgen. Es bietet Unterstützung, individuelle Tipps und Anleitungen, um näher zu dir selbst und deinem Pferd zu kommen. Ich freue mich, wenn du dabei bist.

In diesem Sinne wünschen Mareike und ich dir einen großartigen Start ins neue Jahr, voller Verbundenheit und Stärke. Bis bald!

Über die Autorin

Daniela Kämmerer

Daniela Kämmerer

Visionärin, Pferde-Menschen-Coach, Yogalehrerin, Autorin

Daniela möchte Menschen und Pferden helfen, sich wohler in ihrer Haut zu fühlen und aufzublühen. Nicht zuletzt, da sie nur so auch gut füreinander sein können – und für ihre sonstige Umwelt.