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Im Oktober 2003 kaufte ich meinen Arabermischling Prinz, einen damals 6-jährigen Wallach. Ich hatte mich in seine schönen Augen und sein liebenswertes Wesen verliebt. Ich war damals 53, ritt erst seit 2 Jahren und war völlig unerfahren, was Pferde anging. So dachte ich mir auch nichts dabei, dass der Vorbesitzer nicht wollte, dass ich Prinz abholte, sondern großen Wert darauf legte, ihn mir selbst zu bringen.

Er war mir als verladefromm angeboten worden, und damals konnte ich mir noch gar nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn ein Pferd nicht verladefromm ist. Ich erlebte es dann ein Vierteljahr später, als mein damaliger Bereiter mal zu Übungszwecken versuchte, Prinz auf einen Hänger zu führen – es war eine Tragödie. Allein an diesem Nachmittag versuchten sich 3 Reitlehrer an ihm, mit allen möglichen Tricks, wie mit Kette führen, mit Gebiss führen, mit Longe schieben, mit Besen hochtreiben, usw. usw. – Prinz ging nicht auf den Hänger, er äppelte vor Angst alles voll, vertrat sich vor Panik die Beine, die Reitlehrer waren alle frustriert und ich hilflos.

Danach wurde alle paar Wochen mit ihm geübt, aus der Halle in den Hänger führen, an der Wand entlang führen, ihm die Beine einzeln hochheben auf der Rampe, was es nicht alles gab – mit Möhre, mit Leckerli, mit Futterschüssel, mit Heu – nichts half. Prinz ging nicht auf den Hänger. Wenn er mal zu Turnieren oder zur Klinik verladen werden musste, dann machte das ein Pfleger mit Zigeuner Background, der verhüllte seinen Kopf mit einer Decke, so ging Prinz dann mit ihm mit.

Nach einiger Zeit erfuhr ich von dem Vorbesitzer, dass man ihn nur zusammen mit einem kleinen alten Pony, das er liebte, verladen konnte. Das Pony wurde danach wieder runter geführt. Leider war das Pony inzwischen gestorben, sonst hätte ich es vielleicht noch gekauft.

Da meine Tochter Prinz auf Turniere reiten wollte, biss ich in den (teuren) sauren Apfel und meldete Prinz zu einem Wochenendlehrgang „Verladen“ bei der Pferdeexpertin Andrea K. an. Frau K. schaffte es zwar, Prinz dazu zu bewegen, allein auf den Hänger zu gehen, aber einen Fuß ließ er immer auf der Rampe, so dass die Klappe nicht geschlossen werden konnte. Nach drei Tagen üben waren wir über diesen Punkt nicht herausgekommen. Frau K. wollte ihn gerne noch einen Monat behalten, danach würde er verladen werden können, erklärte man mir. Da Prinz aber schon an diesem Wochenende bei ihr krank geworden war – verdickte Lymphknoten, wollte ich ihn lieber wieder mitnehmen. Dazu musste er aber verladen werden, Frau K. und ihre Mitarbeiter wollten das für mich erledigen, aber nur ohne Zeugen. Ich kann mir vorstellen, dass das dann sicher auch wieder nur mit Gewalt vor sich gegangen ist.

Danach haben wir Prinz immer nur verladen können, wenn wir ein anderes Pferd dabei hatten. Bei einem Turnier musste er dann allein zurück fahren, das Verladen war wieder ein Drama, er hat sich dabei den Fuß so vertreten, dass er danach monatelang lahmte und für den Turniersport erledigt war. Es traten immer wieder Lahmheiten auf, so daß ich mich entschied, ihn in einen Offenstall zu stellen und ihn nur noch freizeitmäßig zu reiten.

In diesem Offenstall traf ich Daniela und das brachte die Wendung. Mit Daniela machten wir diverse Horsemanship-Übungen und am Ende übten wir dann auch Verladen. Es war der harte letzte Winter. Wir übten bei klirrender Kälte und Eis und Schnee, Prinz auf den Hänger zu führen, nur mit Knotenhalfter und Strick. Daniela mit einer Engelsgeduld, die sie wunderbarer Weise dann auch auf mich übertragen konnte. Sie lehrte mich, mit kleinsten Fortschritten für eine Stunde zufrieden zu sein. Zuerst brauchten wir ewig, damit Prinz überhaupt mal auf die Rampe ging und zwar geradeaus, er ging nämlich lieber nur mit den Vorderbeinen drauf und parkte die Hinterbeine seitlich draußen.

Das war der erste Schritt, danach gingen wir immer wieder raus und rein, jedesmal ein bißchen weiter rein und dann wieder raus. Drinnen gab es immer ein Möhrchen. In der dritten Übungsstunde ging er dann schon mal ganz rein, aber noch im verbreiterten Ständer. In der vierten Stunde ging er in den normal engen Ständer und blieb schon mal länger stehen, durfte aber immer wieder raus gehen. Am Ende gab es dann immer Futter im Hänger. In der fünften Stunde (Stunden fanden 14-tägig statt) machten wir dann mal die Stange zu, aber nur kurz. In der 6. Stunde dann auch mal die Klappe, fuhren aber noch nicht weg. In der 7. Stunden fuhren wir dann mal eine kleine Runde. Danach kam eine lange Pause, zwischendurch übte ich immer mal wieder selber das auf den Hänger führen. Es klappte auch mit mir alleine.

Dann wurde es ernst. Ich wollte den Stall wechseln und Prinz musste umziehen. Für den Umzugstag hatte ich mir Daniela noch mal bestellt, weil ich mir unsicher war, ob ich in einer Stresssituation Prinz alleine verladen könnte. Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen, Daniela hatte gute Arbeit geleistet. Daniela war eigentlich nur anwesend, ich führte Prinz selbst auf den Hänger und er ging ganz ruhig und selbstverständlich rauf. Zur Sicherheit ließen wir ihn noch mal runter gehen und nochmal rauf kommen. Er kam, fraß sein Möhrchen, Stange zu , Klappe zu. Der Umzug ging problemlos zu Ende.

Ich war sehr angespannt gewesen, aber Danielas freundliche und sanfte Erziehung zur Ruhe und Gelassenheit hatte gewirkt. Ihr Training war für Prinz und mich eine wirkliche Erfolgsgeschichte, ein Alptraum ging zu Ende. Prinz und ich haben beide wieder Vertrauen gefasst.

Wenn man bedenkt, dass ich für das Wochenend-Seminar bei Andrea K. ohne Erfolg das Doppelte bezahlt habe, wie insgesamt für die sieben Stunden bei Daniela mit super Erfolg, dann versteht man, dass ich ihre Arbeit wärmstens weiter empfehle.

Isabel Kersting

Schenefeld, 12.09.2010