Pferde lehren mich, wie man sieht – Interview mit Nahshon Cook

Pferde lehren mich, wie man sieht – Interview mit Nahshon Cook

Nahshon Cook”… sagt dir gar nichts? Das ging mir vor ein paar Wochen auch so. Bis ich ein Podcast-Interview mit ihm gehört habe und wusste: Ich möchte diesen Menschen in unsere deutschsprachige Pferdewelt holen. Coolerweise stand er mir direkt für ein Gespräch bereit. Und mein Eindruck wurde bestätigt: Selten habe ich jemanden getroffen, der das feine Zusammenspiel zwischen Pferd und Mensch in so wunderschöne und zugleich weise Worte fassen kann, wie Nahshon Cook es kann. Viel Spaß! 

“Was ins Auge fällt, ist das Letzte. Die meisten Leute denken, dass es das Erste ist. Aber was ins Auge fällt, ist sicher das Letzte.

Trotzdem möchte ich keine Gewohnheit daraus machen, die Zukunft vorauszusehen. Stattdessen versuche ich mit dem zu arbeiten, was ist. Ich mag es nicht zu spekulieren, weil ich genug weiß, um zu wissen, was ich nicht weiß – und es gibt noch eine Menge, was ich nicht weiß. Was ich jedoch weiß, ist, dass die Lektion manchmal darin besteht, zu akzeptieren, dass ein Pferd jenseits meiner Erwartung, wie ich denke, dass es sein sollte, agiert und dass dies trotzdem ausreicht.

Zum Beispiel: Ich habe ein Pferd, mein junges Pferd Remi, das sieben Jahre alt ist und ein wirklich schreckliches Trauma an einem seiner Bänder im Rücken hatte. Er ist eingefahren und ich möchte ihn reiten, aber er möchte nicht geritten werden, und deshalb werde ich es nicht tun. Er ist geheilt. Sein Körper ist in Ordnung. Aber mental ist er es nicht und er kann es auch nie sein. Und was mache ich damit, außer zu verstehen, dass eine Heilung manchmal ganz anders sein kann, als eine Heilung.

Zunächst geht es also darum, offen zu sein für alles, was die Antwort sein mag. Unabhängig von unserem Wunsch und dem, wie wir denken, dass es sein sollte. Das “Sollte” ist die Erwartung, und wenn wir mit einer Erwartung hineingehen, dann sehen wir in Wahrheit nicht mit Augen, die sehen wollen, was gesehen werden soll.

Und ich höre, was du sagst, und ich stimme zu. Ich weiß, wie man in diesem Raum bleibt. Ich lebe aus diesem Raum heraus und so: Wenn ich Angst habe und Zweifel und Negativität versuchen, mich davonlaufen zu lassen und mich vor der Welt zu verstecken, atme ich so tief ich kann in meine Liebe zu diesem Leben ein, voller Bewusstsein und Hingabe, damit ich einen klaren Verstand habe, um präsent zu sein, ein mutiges Herz, um verletzlich zu sein, und einen Glauben, der einfach genug ist, um absichtlich zuzuhören, damit Pferde weiterhin meine Hilfe auf dem Weg sein können.

Um es zu bewahren, muss man die Kraft haben, es nicht zu festzuhalten und es kommen zu lassen, wenn man es braucht. Wenn du immer das willst, was du schon hattest, bekommst du nicht das, was du brauchst. Und jede Situation ist so unglaublich anders, weil jedes Pferd uns auf so viele verschiedene Arten führt.

Es ist schwierig zu lernen, diesem Prozess zu vertrauen. Die meisten Leute wollen es so sehr, dass sie es verpassen. Hier haben viele Menschen große Probleme: Sie wollen es so sehr, dass sie sich zu sehr anstrengen, anstatt zu erkennen, dass sie es nur akzeptieren müssen. Hilfe von Pferden ist nicht etwas, das du bekommst, sondern etwas, das du empfängst und etwas, das nur so real ist, wie du es glaubst.” – Nahshon Cook auf seiner Facebook-Seite, am 7. März 2021

Wenn es dir nach dem Lesen dieses Texts geht, wie Alexa Linton in ihrem Interview mit Nahshon Cook in ihrem Whole Horse Podcast (in dem ich auch schon zu Gast sein durfte) und Warwick Schiller in seinem Journey On Podcast und wie mir, als ich diese Interviews gehört habe, schwirrt dein Kopf jetzt ein kleines Bisschen. Du bist fasziniert, etwas sprachlos und fühlst dich einer höheren Wahrheit auf angenehme Art gleich etwas näher. 

Nahshon Cook ist ein Horseman und Poet aus Colorado. Sein Interview bei Warwick Schiller hat ihn vor Kurzem zu einer neuen Bekanntheit gebracht. Seine Texte, die er auf Facebook schreibt, Trainingsberichte und Gedanken zum Leben und zum Zusammensein zwischen Pferd und Mensch, erreichen inzwischen viele Menschen auf der ganzen Welt. 

Damit es noch mehr werden, habe ich ihn direkt angeschrieben und um ein Interview gebeten. Dass er sofort dabei war, ist ein großes Glück, für mich, aber auch für uns alle. Seine Antworten helfen nicht nur, ihn, seine Sicht auf das Leben und seine Arbeit besser zu verstehen, sie liefern auch denselben Beiklang universeller Wahrheiten und einer tiefen Weisheit, der mich auch schon in den Interviews berührt hat. Sie bringen uns vom Denken, ins Fühlen – und das ist genau das, was uns allen so gut tut und wo uns unsere Pferde am allerbesten gebrauchen können.

Ich freue mich, wenn wir noch viel mehr von diesem Blick auf das Leben und die Pferde mitnehmen können, wenn es normaler wird, das wir uns von unseren Pferden das Fühlen und damit auch einen anderen Blick auf das Leben lehren zu lassen. In ihnen haben wir so großartige Lehrmeister in unseren Leben – und doch hilft es manchmal, durch die Augen eines anderen zu schauen, um das zu erkennen. 

Meine Damen und Herren, Nahshon Cook. 

Interview mit Nahshon Cook

Was bedeutet Horsemanship für dich?

– Für mich bedeutet Horsemanship, Pferden zuzuhören und mit ihnen (so gut wir können) so zu arbeiten, dass sie sich sicher genug fühlen uns zu zeigen, wie sie lernen. 

Was ist deiner Meinung nach der häufigste Fehler, den Menschen mit Pferden machen? 

-Nicht zu verstehen, dass die Energie der bedingungslosen Liebe Vertrauen schafft. 

Was machst du als erstes, wenn du ein neues Pferd triffst? Wenn du Zeit und Raum hast, dein Ding zu machen? 

-Ich biete ihnen ein Leckerlie an, wenn ich kann. Das Futter hilft Pferden, sich sicher zu fühlen. Und dann dürfen sie mich beriechen. Danach frage ich sie, wie ich ihnen helfen kann.

Was fasziniert dich am meisten an der klassischen Dressur und sogar an den Schulen über dem Boden, die du unterrichtest? 

-Ich habe mich in die klassische Dressur verliebt, nachdem ich gelesen hatte, wie Meister wie Egon von Niendorff und Nuno Oliveira Pferde, deren Körper und Geist gebrochen waren, mit den Bewegungen und Schullektionen heilten. 

Das Potenzial, klassische Dressur als Werkzeug zur Heilung von Pferden zu verwenden, ist der Grund, warum ich übe. Klassische Dressur ist für mich Medizin. Ich bin nicht so gut wie sie, aber ich hoffe, es eines Tages zu sein.

Was ist das Letzte, was du (über Pferde oder allgemein) gelernt hast, und das dich erstaunt hat?

– Dass meine Praxis und Arbeit mit Pferden und die Liebe darin für so viele verschiedene Arten von Menschen so interessant sind. 

Was machst du, wenn du mit einem Pferd Probleme hast, dich von deiner besten Seite zu zeigen? 

– Mit meinen eigenen Pferde würde ich an einem solchen Tag nichts machen. Sie vielleicht nur an der Hand um die Farm führen. Wenn es ein Kundenpferd ist, mache ich leichte Arbeit. Vielleicht nehmen wir uns dann einen zusätzlichen Tag, an dem wir Spiele spielen, oder eine Wiederholung von etwas, das für sie sehr einfach ist … Aber ich würde sie nicht reiten. Allerdings habe ich, ehrlich gesagt, nicht viele dieser Tage.

Außerdem haben meine Pferde einen ziemlich ausgewogenen Trainingsplan. Sie üben zweimal pro Woche Dressur vom Boden aus, wir machen einmal pro Woche Podestübungen, wir haben einmal pro Woche einen Spieltag und sie werden zweimal pro Woche geritten. Es gibt also viel Raum in unserem Zeitplan, um sich zu entspannen, loszulassen und Spaß zu haben. Die Vielfalt hilft uns allen, unser Bestes für einander zu geben. 

Welche Bücher empfiehlst du, die dazu beitragen können, dass Pferdeleute besser zuhören und/oder das Pferd besser verstehen?

– “Horse Brain Human Brain” Von Janet L. Jones ist das neueste Buch, das ich gelesen habe und empfehlen würde. Ich mag auch Jutta Wiemers Buch „From Leading to Liberty“ sehr (das Buch habe ich auf Deutsch tatsächlich nicht gefunden, Anm. d. Ü.)

“Menschen behandeln ihre Pferde besser, wenn sie inneren Frieden haben.”

Hast du eine Vision für die Pferdewelt? Gibt es etwas, das dich beunruhigt?

– Menschen behandeln ihre Pferde besser, wenn sie inneren Frieden haben. Wie wir uns um unsere Pferde kümmern, ist ein Spiegelbild der Herzen. Ich möchte mehr Menschen helfen, inneren Frieden zu finden. Die Praxis, offen dafür zu sein, dass es immer einen besseren Weg gibt, ist ein wunderbares Werkzeug, um uns zu helfen, das Beste für unsere Pferde zu sein. 

Ich habe dich sagen hören, dass du von einem tiefen Vertrauen ins Leben geführt wirst. Wie hast du dieses gefunden? 

– Meine Mutter hat mir beigebracht, wie ich meinem Herzen vertrauen kann. Und mein Herz lehrte mich, dem Leben zu vertrauen. 

Hast du eine persönliche Praxis jeglicher Art, abgesehen von deiner Arbeit mit Pferden, die dir hilft, dich zu zentrieren und deinen Geist und dein Herz zu „klären“? Wie entspannst du dich? 

-Ja, ich übe viel. Ich liebe es, zu schreiben. Ich liebe es, zu lesen und habe super-nerdige Gespräche mit meinem Freund. Ich mag es, mit meiner Mutter, meinen Geschwistern und meinen Nichten zusammen zu sein. Ich genieße es auch, einfach nur schweigend zu sitzen. 

Es hilft mir, mich sicher zu fühlen, so wie ich mich in den Umarmungen meiner Oma sicher gefühlt habe, als ich ein kleiner Junge war. 

Welcher spirituellen Weg zieht dich am meisten an?  

-Diese Frage ließ mich an dieses Zitat denken: „Nun, während ich hier bin, mache ich die Arbeit – und was ist die Arbeit? Des Schmerz des Lebens zu lindern. Alles andere, trunkene Zeichensprache.“ – Allen Ginsberg.

Ich glaube, dass dies der spirituelle Weg ist, auf dem ich bin.

Welche Überzeugungen, Verhaltensweisen oder Gewohnheiten, die du in den letzten Jahren integriert hast, haben dein Leben am positivsten verändert? 

Nun, um ganz ehrlich zu sein, war es im Bereich meiner Arbeit eine wunderbare Sache, einen eigenen Hof zu haben. 

Die Lernfähigkeit eines Pferdes ergibt sich aus der Pflege, die es erhält. Ich bin wirklich froh, dass ich die vollständige Kontrolle über ihre Routinen habe und dass ich das Leben für sie so positiv und vorhersehbar wie möglich machen kann. Dies war der Schlüssel zum Fortschritt. 

Wo und wann fühlst du dich am meisten verbunden?

-Wenn ich präsent bin.

Wer und was inspiriert dich? 

-Wunderschöne Kunst. Mit Pferden zusammen zu sein – sie bringen mir bei, wie man sieht. 

Was ist dein Lieblingswort und warum? 

-Liebe ist mein Lieblingswort. Liebe ist groß. Die Welt ist klein. 

Was ist deine Lieblingsansicht? 

Vorwärts und aufwärts und immer vorwärts. 

Hast du Lust, mal wieder nach Deutschland kommen, wenn es wieder möglich ist? 

-Ich würde gerne wieder nach Deutschland kommen. Es ist wirklich schön dort.

Wenn du mehr von Nahshon Cook lesen möchtest, schau mal auf seiner Facebook-Seite vorbei.  Dort findest du die Texte natürlich im englischen Original. Das Interview findest du wiederum hier auf englisch.

Vor-Reiterinnen: “Hoofment” für mehr Nachhaltigkeit im Reitsport

Vor-Reiterinnen: “Hoofment” für mehr Nachhaltigkeit im Reitsport

Ich versuche ja schon länger, insgesamt weniger Kleidung zu kaufen und bei den Sachen, für die ich mich entscheide, auf gute, Nachhaltigkeit und fair produzierte Produkte zu achten. Das gelingt nicht immer. Bestimmte, natürlich besonders schönen Dinge ziehen mich einfach an, und manchmal werde ich dann schwach – wenn auch immer seltener. Als ich vor einer Weile das erste Mal von Hoofment, einer nachhaltigen Reitbekleidungsmarke las, war ich sofort begeistert: Endlich gibt es so Nachhaltigkeit auch in der Pferdewelt! Das muss unterstützt werden!

Als ich den beiden Mädels daraufhin eine Art Fan-Mail schrieb, auf die sie prompt antworteten, stellte sich nicht nur heraus, dass sie ganz in der Nähe sitzen (in Buchholz, etwas südlich von Hamburg), sondern auch, dass sie supernett sind und rundherum ganz ähnliche Werte und Vorstellungen vertreten, wie ich selber.

Und damit auch du heute von ihnen erfährst, ihre inspirierende Geschichte hörst und vielleicht sogar auch auf den Geschmack ihrer – auch noch SEHR schicken – Reitmode kommen kannst, freue ich mich, dir heute ein Interview mit den beiden zu präsentieren. Viel Spaß!

Jessi und Steffi, ihr Lieben. Mögt ihr kurz erzählen, was Hoofment ist und was es besonders macht?

Hoofment ist eine nachhaltige Modemarke für den Reitsport. Wir verwenden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe oder recycelte Materialien aus umweltschonenden Herstellungsverfahren und produzieren immer innerhalb Europas. Dass unsere Produkte auch vegan sind, war von Anfang an klar für uns.

Ein besonderes Herzensprojekt ist für uns der Tierschutz, denn 2% jeder Bestellung gehen direkt an unsere Patenponys bei der Tierschutzorganisation “4 Hufe im Glück”.

Wir verfolgen ein wirklich ganzheitliches Konzept, was Natur, Mensch und Tier betrifft – von der Produktentwicklung bis hin zur Verpackung. Aber das ist nicht alles, denn mit Hoofment wollen wir nicht nur eine nachhaltige Modemarke sein, sondern auch eine Bewegung schaffen. 

Da ist euer Name ja auch quasi schon Programm. 🙂 „Hoofment“ lehnt sich an„Movement“, auch im Sinne von „Bewegung“ an, richtig? Könnt ihr mir ein Bild zeichnen von der Bewegung, die ihr vorantreiben wollt?

Wir möchten eine Bewegung schaffen, die unsere Werte für den bewussten Umgang mit Natur, Mensch und Tier verkörpert. Wir wollen vor allem ein Bewusstsein für diese Themen schaffen, ohne mit dem Finger auf Menschen zu zeigen. Wir möchten über die Schattenseiten der Textilindustrie aufklären und zeigen, was alles dazugehört ein Produkt von Anfang bis Ende zu produzieren. Wir möchten ein Umdenken schaffen und die Menschen dazu animieren, über ihren Konsum und ihre Entscheidungen nachzudenken und sie zu hinterfragen. Niemand ist perfekt und macht alles richtig. Es ist nur wichtig, irgendwo anzufangen. Wir möchten den Menschen zeigen, dass auch die kleinen Dinge viel bewirken können und man zusammen als Community viel erreichen kann – gemeinsam. 

Schön, das sage ich auch immer: Man kann nicht alles richtig machen, aber das ist noch lange kein Grund, alles falsch zu machen.

Was ist Nachhaltigkeit für euch? Und was kann es gerade im Reitsport bewirken?

Nachhaltigkeit heißt für uns, eine Verantwortung zu tragen und so zu handeln, dass Menschen, Umwelt und Tiere nicht leiden oder negativ beeinflusst werden. Wir benutzen ausschließlich nachhaltige Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen oder Materialien aus Recycling-Prozessen und produzieren immer innerhalb Europas unter fairen Bedingungen. Dazu gehört natürlich als erstes ein Bewusstsein für all diese Dinge zu haben und zu schaffen. Vor allem hier möchten wir anknüpfen, denn viele wissen überhaupt nicht, wie schlimm die “normale” Textilindustrie ist und was sie in der Welt anrichtet.

Wir möchten aufklären und unserer Community bewusst machen, dass jede Kaufentscheidung einen Einfluss auf die Welt hat. Dabei verurteilen wir aber niemanden! Jeder Mensch kann und soll seine Entscheidungen selbst treffen. Aber wir freuen uns unglaublich, wenn jemand einen Schritt in eine nachhaltigere Richtung macht und sein handeln überdenkt. 🙂 Und auch wir haben diesen Prozess durchgemacht und unser Handeln ist noch lange nicht perfekt. Aber wenn jeder einen Teil zu einer nachhaltigeren Welt beiträgt, können wir viel erreichen! Gerade im Reitsport herrscht ein unglaublicher Zusammenhalt. Wir lieben Tiere, wir sind naturverbunden. Wenn Nachhaltigkeit hier keinen Anklang findet – wo dann? Wir sind überzeugt, dass die Reitsport-Community zusammen viel bewirken kann. 🙂

Sehr schön, das denke ich auch.

Ihr seid ja als Zweier-Team gestartet. Wie ergänzt ihr euch? Wo holt ihr euch Hilfe?

Wir ergänzen uns in so ziemlich allen Themen! Egal, ob auf beruflicher/fachlicher oder menschlicher Ebene – deshalb passt es wahrscheinlich auch so gut bei uns.

Jessi hat einen unglaublich starken wirtschaftlichen Hintergrund und ist auf strategischer und finanzieller Ebene wirklich Profi. Sie hat einen Weitblick auf die Dinge und kann sehr analytisch Entscheidungen treffen.

Steffi hingegen ist der typische, emotionale Kreativ-Mensch. Durch ihre Ausbildung als Schneiderin, das Mode-Management-Studium und auch durch ihre Berufserfahrung, sind alle kreativen Bereiche wie Produktentwicklung, Content-Erstellung und Social Media ihre absoluten Steckenpferde!

Hilfe holen wir uns in allen technischen Bereichen und überall, wo uns die Erfahrung fehlt, wie z.B. bei der Erstellung des Online Shops oder bei den Werbeanzeigen. Wichtig ist uns aber immer, dass wir die Menschen gut kennen, sie ebenfalls zu unseren Werten passen und es einfach Spaß macht mit ihnen zusammenzuarbeiten. 

… Und darüber haben wir uns ja letztlich auch getroffen, wie schön!

Wer oder was inspiriert euch?

Uns inspirieren vor allem spannende Menschen. Menschen, die ihre Träume verwirklicht haben, die sich für etwas einsetzen, die für etwas brennen – wie wir auch. Wir stehen zwar noch sehr am Anfang, aber glauben fest daran, dass Hoofment etwas ganz Großes werden kann.

Wenn wir Produkte entwickeln, lassen wir uns von Materialien und der Natur inspirieren. Die Natur hat so viel zu bieten und noch so viel Potential! Es gibt so viel, was noch nicht erforscht oder entwickelt ist und wir sind immer auf der Suche nach neuen, innovativen Materialien. Es gibt einfach so viel mehr, als “nur” Bio-Baumwolle. 

In der Tat! Ich habe durch euch jetzt auch Dinge, wie „Graspapier“ (als nachhaltiges Verpackungsmaterial, außerdem natürlich irgendwie naheliegend für Reiter ;)), kennengelernt. Woher holt ihr euch solche neuen Ideen?

Wir versuchen immer auf dem neuesten Stand zu sein, was das Thema Nachhaltigkeit angeht. Vor allem die jährliche Stoffmesse in München ist unser Highlight! Steffi schwebt dort förmlich jedes Mal im siebten Himmel und ihr Kopf platzt jedes Mal fast vor den vielen Ideen, die ihr in den Kopf kommen, wenn sie die vielen neuen Materialien und innovativen Stoffe sieht!

Und unerlässlich ist natürlich die Internet Recherche. Die Graspapier-Kartons haben wir z.B. so gefunden. Man muss sich auch immer wieder hinterfragen und schauen, ob es doch wieder etwas Neues gibt, was vielleicht noch besser ist. Stillstand ist für uns ein Fremdwort – wir möchten schließlich Vor”Reiter” sein, was all dies angeht. 

Was habt ihr gewonnen, seit ihr Hoofment gestartet habt? Was verloren?

Was wir gewonnen haben? Unglaublich viel! Erstmal ist unsere Freundschaft nochmal extrem daran gewachsen und das, obwohl wir uns schon seit 15 Jahren kennen. Wir haben unglaubliche viele, tolle Menschen kennengelernt, haben in wenigen Monaten eine Community von 2.500 Menschen aufgebaut, die hinter uns stehen. Das bedeutet uns wirklich unglaublich viel! Dieser Zusammenhalt, den es jetzt schon gibt, macht uns einfach unglaublich stolz.

Verloren haben wir eigentlich nur unsere alten Jobs, die wir gekündigt haben und unseren alten festgefahrenen Alltag. Nun selbstbestimmt zu arbeiten ist wirklich ein Privileg und wir schätzen das total! Jetzt ist jeder Tag irgendwie besonders und spannend. Natürlich ist das auch ein Risiko, was wir mit Hoofment eingehen – kein Monat ist wie der andere, es gibt keine Sicherheit mehr. Aber dieses Risiko gehen wir wirklich gerne ein, für etwas, wofür wir brennen. 

Was ist ein besonders schöner Moment in eurem Alltag rund um euer „Baby“?

Wir haben jeden Tag viele super schöne Momente. Die schönsten sind aber immer die, in denen wir Nachrichten von glücklichen Kundinnen bekommen! Wir freuen uns wirklich über jede einzelne und jede Nachricht ist für uns etwas Besonderes.

Wenn wir mit unseren Produkten und unserer Bewegung Menschen erreichen und glücklich machen, haben wir wirklich unser größtes Ziel erreicht. An dieser Stelle möchten wir aber auch nochmal unsere Patenponys erwähnen. Für uns ist es wirklich so schön, Pferden in Not eine Chance auf ein neues, tolles Leben zu geben!

Was macht ihr in „schwächeren“ Momenten?

Da hilft uns wirklich immer zusammenzuhalten und uns gegenseitig wieder aufzubauen, was auch immer ziemlich gut klappt. Zusammen ist man einfach stärker und selbst wenn mal etwas schief läuft, hilft es einfach nach vorne zu schauen. Die Vergangenheit kann man sowieso nicht mehr ändern. Wir versuchen, aus jedem Fehler zu lernen und aus jeder schwierigen Situation etwas mitzunehmen. Und am Ende des Tages sind es natürlich unsere Pferde, die uns Halt geben und die Zeit im Stall zu einem Kurzurlaub machen – danach ist alles nur noch halb so wild. 

Was macht ihr, um wieder in eure Mitte zurückzupendeln?

Zeit mit unseren Pferden verbringen und Yoga machen ist da einfach das Beste. Pferde geben einem so viel und sind irgendwie auch ein Spiegel der Seele. Die schönsten Momente sind lange Putzroutinen, Kuscheleinheiten und Ausritte. Danach ist selbst der stressigste Tag wieder in Ordnung. Wenn wir bei der Arbeit mal einen schlechten Tag haben, machen wir Yoga. Das bringt uns immer unglaublich viel in Hinblick auf Konzentration und Kreativität. 

Hat sich die Beziehung zu euren Pferden verändert, seit ihr mit Hoofment duchstartet? Wenn ja, wie? 

Die Beziehung zu unseren Pferden ist intensiver geworden. Wir schätzen es sehr so tolle Begleiter*innen an unserer Seite zu haben und genießen die Zeit mit ihnen viel bewusster. Wir haben von klein auf gelernt, fair mit unseren Pferden umzugehen – ohne jegliche Gewalt und ohne jeglichen Zwang. Uns ist es besonders wichtig, dass es ihnen immer gut geht. 

(Die letzte Frage ist angelehnt an den Podcast Hotel Matze. Dort lautet die jeweils letzte Interviewfrage immer in etwa so, wie die folgende – nur natürlich mit weniger Pferdebezug.) Stellt euch vor, es gäbe ein Riesenposter, an dem die ganze Pferdewelt ständig vorbeikommt, und ihr könnt es mit einem Satz beschriften. Was würdet ihr der Pferdewelt sagen wollen?

Wir mussten gerade sehr schmunzeln bei dieser Frage, denn wir sind große Hotel Matze Fans und lieben diesen Podcast! Wie Matze Fragen stellt und was er aus den Menschen alles herauskitzeln kann, ist wirklich unglaublich. Deswegen kennen wir natürlich auch seine bekannte letzte Frage und es ist super schön, sie nun von Dir gestellt zu bekommen!

Unser Satz wäre tatsächlich eine Frage, weil Fragen einfach mehr zum Nachdenken anregen:
Stell dir vor Tiere und Pflanzen könnten reden – was würden sie uns wohl sagen?

Wo können interessierte Pferdemenschen mehr über euch erfahren?

Auf unserer Website und natürlich auch bei Instagram.

Hinweis: Dieses Interview ist natürlich unentgeltlich und auf meinen Wunsch hin entstanden: Ich finde die Mission von Hoofment einfach großartig und sehr unterstützenswert. Unsere Themen und Werte passen natürlich ideal zusammen, daher kann es gut sein, dass du künftig noch mehr von uns gemeinsam hörst. Da sich die Produkte von Hoofment so gut für meine Lieblingskombi Yoga und Reiten eignen, darf ich nun ausgewählte Produkte testen, andere kaufe ich, weil ich sie einfach gut finde.

„Wir müssen die Pferde verstehen lernen“ – Interview mit Mark Rashid

„Wir müssen die Pferde verstehen lernen“ – Interview mit Mark Rashid

– In gekürzter Form ist das Interview bereits in der FEINE HILFEN, Ausgabe 38, erschienen. Hier bekommt ihr einmal den “Director’s Cut”: die ausführliche Fassung, die ich euch aufgrund ihres hohen Informationsgehalts nicht vorenthalten möchte. 🙂 – For the English version, click here.

Mark Rashid ist mit Büchern mit Titeln wie „Der auf die Pferde hört“, „Der die Pferde kennt“ und „Denn Pferde lügen nicht“ bekannt geworden. Die Kommunikation mit Pferden ist das Thema, das ihn seit Jahrzehnten fasziniert und in dem er seit Jahren neue Impulse in die Pferdewelt bringt. Ich habe mit ihm über die Hindernisse gesprochen, die er zwischen Menschen und Pferden sieht, und den Weg zueinander. Außerdem hat er mir erzählt, wie ihm die japanische Kampfkunst Aikido dabei hilft, ein besserer Horseman zu sein. Viel Spaß mit dem Interview!

„Die meisten Pferde wollen lernen und richtig reagieren. Aber wir müssen es ihnen so erklären, dass sie es verstehen können.“ – Mark Rashid

Daniela Kämmerer (DK): Das ist ein bekanntes Zitat von dir. Was meinst du damit? Was für Bedingungen müssen wir schaffen, damit das Pferd uns verstehen kann?

Mark Rashid: Das Allerwichtigste ist, dass wir unsere Pferde außerhalb ihres sympathischen Nervensystems halten. Nur so können sie uns verstehen und lernen. Das sympathische Nervensystem aktiviert instinktives Verhalten wie Kampf, Flucht oder die Freeze-Reaktion, eine Schockstarre. Wenn das Pferd Angst hat oder sich nicht sicher fühlt – aus welchem Grund auch immer – werden diese instinktiven Verhaltensweisen automatisch aktiviert, und ein Lernen wird unmöglich.

Wenn wir das Stressniveau jedoch maximal niedrig halten, lassen wir die Pferde in ihrem parasympathischen Nervensystem, dem Ruhe-, Verdauungs- und Entspannungssystem. Pferden fällt es ungleich leichter, Informationen aufzunehmen und zu verstehen, wenn sie in einem entspannten, neugierigen Zustand sind, als wenn sie gerade nervös oder angespannt sind.

DK: Das ist ja bei uns nicht anders. Und trotzdem beobachtet man im Training auch oft stressige Szenen. Du positionierst dich schon Langem gegen dominante Trainingsformen und gebrauchst stattdessen den Begriff „Passive Führung“. Was genau steckt für dich hinter diesem Konzept und welchen Einfluss hat es auf unseren Umgang mit dem Pferd?

Mark Rashid: Eines der größten Probleme im Pferdebereich ist, dass die Menschen lernen wollen, wie sie das „Alpha-Pferd“ sein können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jedes Pferd sich einen Menschen angucken kann und weiß, „Pffft, das ist kein Pferd.“ Außerdem wird der Begriff der Führung unter Pferden oft falsch verstanden.

“Der Begriff der Führung unter Pferden wird oft falsch verstanden.” – Mark Rashid

Pferdeherden werden durch zwei unterschiedliche Dynamiken gesteuert. Die erste ist die Herdendynamik in einer tatsächlich wild lebenden Herde. Die zweite ist die Dynamik unter unseren domestizierten Pferden. Ich hatte das Glück, mit wild lebenden Pferden auf der ganzen Welt arbeiten und sie beobachten zu dürfen, und die Herdendynamiken sind immer dieselben: Alle Pferde verhalten sich grundsätzlich sehr ruhig, außer während der Decksaison. Denn das Hauptziel einer Pferdeherde ist, wie bei jeder anderen Tierart auch, die Fortpflanzung. Darüber hinaus ist es für die Pferde wichtig, sich ruhig zu verhalten, da sie ja die Aufmerksamkeit von Raubtieren nicht auf sich lenken wollen. Das heißt unnötiger Energieaufwand, unnötige Bewegung werden weitestgehend vermieden.

Die Dynamik innerhalb der Herden sieht ebenfalls immer ähnlich aus. Nehmen wir beispielsweise an, wir haben eine Herde mit einem Hengst und neun Stuten. Unter diesen Stuten sind drei ranghoch, drei in der Mitte der Rangordnung und drei rangniedrig. Die drei am oberen Ende sind normalerweise in diese Position hineingeboren worden, weil ihre Mutterstuten die gleiche Rolle hatten, ebenso bereits ihre Großmütter usw., und auch ihre Töchter werden irgendwann ziemlich genau denselben Platz in der Herde einnehmen. Am unteren Ende der Rangordnung passiert genau dasselbe: Es gibt die unteren drei, und ihre Fohlen werden wieder als die unteren drei geboren werden usw..

Am meisten Bewegung gibt es unter den mittleren drei Stuten. Dabei handelt es sich normalerweise um Stuten, die noch relativ neu in der Herde sind, die vielleicht von einem Hengst mitgebracht wurden, der die Herde inzwischen verlassen hat (normalerweise würde sie dann mit ihm gehen, aber nicht immer), und die daher keinen festen Platz haben. Hier kommt es manchmal, nicht sehr oft, zu Auseinandersetzungen unter den Stuten, die der Hengst dann aber beendet, wenn sie ausarten.

Das heißt aber, diese echten Rangordnungsrangeleien und -kämpfe, von denen wir Menschen oft sprechen, existieren in einer natürlichen Herde nicht. Jeder kennt seinen Platz, da er gewöhnlich bereits hineingeboren wird. Und wenn doch mal einer kämpft, dann zur Decksaison und dann meist der Hengst.

In der Wildness gibt es keinen Grund, sich um Futter oder Wasser zu streiten, denn es ist immer genug für alle da. Eigentlich gibt es gar keinen richtigen Grund für Auseinandersetzungen.

Wenn wir aber auf domestizierte Herden schauen, sieht es ganz anders aus. In den allermeisten Fällen dreht sich die Herdendynamik nicht mehr um Fortpflanzung, sondern um Futter. Denn hier herrscht meist ein Mangel, weil wir z.B. nur zu bestimmten Tageszeiten füttern. Und hier kann man dann die Kämpfe beobachten: Zu den Futterzeiten beginnen die Pferde nun, einander zu verjagen.

Allerdings ist oftmals der „Jagende“ gar kein Pferd, das sich durch besonders großes Selbstbewusstsein auszeichnet. Vielmehr ist es oft genau dieses Pferd, das den Kopf verliert, wenn der Rest der Herde weggeführt wird, das sich bei Ausritten leicht erschreckt usw.. Aber was wir sehen, ist: Er verjagt die anderen Pferde, also muss er wohl der Chef sein. Wenn in Wirklichkeit eher das Gegenteil der Fall ist.

Ein Großteil des Pferdetrainings basiert also auf einem falschen Verständnis von Herdendynamik: Dass du nämlich das Alpha-Pferd sein musst, das all die anderen herumschubst. In der Realität sind Pferde ganz anders gestrickt. Ihr natürlicher Zustand ist die Ruhe.

Und weil ihr Gehirn anders beschaffen ist als unseres, können sie bestimmte Konzepte nicht verstehen, die für uns selbstverständlich sind. Eines davon ist das Konzept von „Respekt“. Oft hört man Leute sagen „Das Pferd muss mich respektieren“, dabei verfügt es gar nicht über den Teil unseres Gehirns, der diese Form des abstrakten Denkens möglich macht. Unsere Pferde verstehen das Konzept von „Respekt“ einfach nicht. Und so gibt es so manche Dinge, die wir im Pferdetraining zu tun versuchen, die aber einfach nicht funktionieren. Je besser wir verstehen, wie das Tier Pferd tickt, je mehr Empathie wir für seine Natur entwickeln können, desto leichter wird der Umgang mit ihm.

Mein Freund Dr. Steven Peters sagt immer: „Wir versuchen mit dem Pferd von Frontallappen zu Frontallappen zu kommunizieren, das Problem ist aber, dass Pferde gar keinen Frontalhirnlappen haben.“ Der Frontallappen (oder auch präfrontale Cortex, Anm.d.R.) ist der Teil unseres Gehirns, der uns zu Menschen macht, in dem unser Sprachzentrum sitzt und die Fähigkeit abstrakt zu denken, der uns bis zum Mond hat reisen lassen usw.. Pferde haben diesen Teil eben nicht. Wenn wir uns das nicht bewusst machen, entstehen schnell Probleme.

(C) Crissi McDonald

DK: Wir sehen die Welt also durch unseren menschlichen Filter und dieser zeigt bestimmte Bestandteile nicht. Was können wir Menschen denn von den Pferden lernen, vielleicht auch für die Kommunikation untereinander?

Mark Rashid: Ich glaube fest daran, dass Pferde eine unendliche Menge an Informationen für uns bereithalten. Wie viel wir daraus lernen, hängt davon ab, wie offen wir sind.

DK: Welche Qualitäten sollte ein guter Pferdemensch deiner Meinung nach denn mitbringen? Was können wir tun, um unseren Pferden näher zu kommen?

Mark Rashid: In der Pferdewelt hat mir immer etwas gefehlt. Die Trainer, die ich beobachtet habe, haben oft gute Dinge gesagt, aber mir fehlte etwas auf tieferer Ebene. Dies habe ich im Aikido gefunden. Im Aikido leben meine Lehrer das, was mir bei vielen Pferdeleuten gefehlt hat. Es nennt sich “mizu no kokoro,” was soviel heißt wie „ein Geist wie ein stilles Gewässer“.

“Im Aikido sucht man ‘einen Geist wie ein stilles Gewässer.'”

Wenn du dir einen See an einem klaren, frühen Morgen anschaust, siehst du eine perfekte Reflektion der Umgebung. Wenn du nun kleine Steine in den See wirfst, werfen diese kleine Wellen und das Bild verschwimmt. Das Trainingsziel in vielen asiatischen Kampfkünsten ist einen Geist zu entwickeln, der ist wie dieser stille, klare See am Morgen. Wenn nämlich dein Geist ruhig ist, kannst du die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind. Nicht verschwommen und nicht gefärbt. Wenn du im Pferdetraining verstehst, wie Pferde als Tiere ticken und sie tatsächlich mit einem ruhigen Geist sehen kannst, so wie sie sind, hilft das der Kommunikation enorm.

Es gibt Leute, die sagen „Mein Pferd hat mich abgebuckelt.“, obwohl es doch eigentlich so ist: Ihr Pferd hat gebuckelt und sie sind heruntergefallen. Das Pferd hat ihnen das nicht „angetan“. Aber wir sind vielfach geneigt, das Pferd verantwortlich zu machen. Das Pferd tut uns nicht mit Absicht etwas an. Pferde reagieren direkt auf die Art und Weise, wie sich sie gerade fühlen, es gibt für sie keine Trennung zwischen Fühlen und Handeln. Wenn wir das nicht beachten, entstehen Probleme.

Mein Kampfsport-Training hat meine Arbeit mit Pferden deutlich weitergebracht, weil es mich schult, andere Perspektiven einzunehmen. Und es lohnt sich natürlich, Menschen genauso zu behandeln.

DK: Es geht also nicht nur um innere Ruhe, sondern letztlich darum, unsere besonderen, „höheren“ Denkfähigkeiten sinnvoll einzusetzen, oder? Den Filter, den wir unterbewusst gebrauchen, bewusst zu erweitern und so unseren Kontakt mit anderen Menschen und auch Pferden, eine tiefere, bedeutungsvollere Ebene zu verleihen, als wenn wir einfach nur reagieren? Wie spannend, dass du das durch den Kampfsport gefunden hast, den viele Leute ja eher mit Karate Kid und Gewalt verbinden.

Mark Rashid: Ja. Am Ende geht es mir sowohl im Kampfsport als im Pferdetraining aber um inneren Frieden. Das ist das Ziel. Aikido bedeutet übersetzt „Weg der Harmonie“. Der Gründer O Sensei glaube fest daran, dass wenn wir inneren Frieden finden, wir uns mit dem Universum verbinden können. In einem Angriff wirst also im Grunde nicht du angegriffen, sondern das Universum. Damit ist der Angreifende schon besiegt, bevor er losgelegt hat, denn das Universum ist nicht besiegbar. Und das lässt sich auf jede Situation übertragen. Es geht darum, ruhig zu bleiben und dein Ego aus dem Spiel zu lassen.

“Im Kampfsport wie im Pferdetraining geht es am Ende um inneren Frieden.”

In Bezug auf Pferde hat mir das einfach geholfen zu verstehen, dass Pferde einfach manchmal machen, was Pferde machen, ohne dass es etwas mit mir zu tun hat. Ich kümmere mich einfach um das, was ich vor mir sehe und tue das so ruhig und „soft“ wie ich kann. Und „so soft wie ich kann“ heißt nicht immer so „soft wie ich gerne wäre“, aber es ist so soft, wie ich in dem Moment sein kann. Wenn ich von innen her ruhig bin, kann ich die Energie nach Bedarf hoch oder herunterfahren, ohne dass meine Emotionen involviert werden.

DK: “Softness” ist ein weiterer Begriff, den du viel gebrauchst. Wie definierst du diesen?

Mark Rashid: Für mich ist „Softness“ die Bereitwilligkeit und die Mühelosigkeit, die im Zusammenspiel zutage tritt, wenn zwei Individuen einander wirklich verstehen und vertrauen, seien es wir mit unseren Pferden oder auch zwei menschliche Individuen.

DK: Was steht dem denn im Wege? Welche Rolle spielt beispielsweise unsere eigene muskuläre oder auch emotionale Anspannung dabei?

Mark Rashid: Unsere eigene physische und/oder emotionale Anspannung hindern uns sehr oft daran, diese echte Softness auch von unseren Pferden zu bekommen. Emotionale Anspannung führt fast immer zu physischer Anspannung, und jeder Muskel, den wir auf dem Pferd anspannen, führt dazu, dass das Pferd denselben Muskel in seinem Körper anspannt.

Deswegen führt der Weg zu Softness im Pferd immer über die physische und emotionale Selbstkontrolle des Reiters.

Softness: Die Bereitwilligkeit und Mühelosigkeit, die entsteht, wenn zwei Individuen einander wirklich verstehen und vertrauen. Der Weg zu ihr führt über Achtsamkeit und physische und emotionale Selbstkontrolle.

DK: Das klingt schlüssig – aber auch schwierig. Was machst du denn um dich und dein Pferd „softer“ zu bekommen?

Mark Rashid: Die Antwort ist ziemlich simpel. Ich versuche einfach, bei allem, was ich tue, soft zu sein, nicht nur, wenn ich bei meinen Pferden bin. Mein Glaube ist, dass wahre Softness nichts ist, was man an- und abschalten kann. Sie begleitet dich immer oder sie tut es nicht. Ein solches Maß an „Selbst-Softness“ zu entwickeln, benötigt Zeit, Geduld und Übung – nicht nur mit Pferden und anderen Menschen, sondern auch mit uns selbst.

DK: Wie haben die vielen Jahre der Aikido-Praxis und die Arbeit mit Pferden die Art verändert, wie du deinen eigenen Körper behandelst? Hast du das Gefühl, dass die Entscheidungen, die du für dich triffst, auch fernab von den Pferden, einen Einfluss auf deinen Umgang mit ihnen hast?

Mark Rashid: Im Aikido gilt: Je mehr Kraft du benutzt, desto leichter tust du dir oder jemand anderem weh. Als engagierter Übender lernst du also schnell, wie man sich mit einem Reiz, einem Bewegungsfluss oder einer Technik bewegt, anstatt gegenan zu kämpfen. Wenn man diese Fähigkeit erstmal entwickelt hat, wird es sehr leicht, sie ins tägliche Leben zu übertragen.

Und in Bezug auf die Entscheidungen, die ich für mich im Alltag treffe und die meinen Umgang mit Pferden beeinflussen: Aus meiner Sicht gibt es keine Trennung zwischen den beiden. Die Art, wie ich meinem Alltag und wie ich meinen Pferden begegne, sind ein und dasselbe.

DK: Das ist sehr inspirierend. Du übst dich also im Umgang mit Pferden während jedes Moments deines Alltags. Gibt es trotzdem etwas, dass du tust um dich auf die Zeit mit den Pferden vorzubereiten? Irgendwelche Übungen oder Rituale?

Mark Rashid: Als ich mit Aikido begonnen habe, habe ich gemerkt, dass ich vor und während Prüfungen immer sehr nervös wurde. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass meine Nervosität daher kam, dass ich die Techniken zwar gelernt haben, sie aber nicht wirklich internalisiert habe. Sie waren nicht Teil von mir. Ich wusste etwas musste sich verändern. Mein Trainingspraxis musste so sehr Teil meiner Person werden, dass es keine Trennung mehr gibt zwischen meinem Training und der Art wie ich mein Leben lebe. Ich musste es also ernster nehmen. Also begann ich, jede Trainingsstunde so ernst zu nehmen, als handelte es sich um eine Prüfung. Als dann tatsächlich meine nächste Prüfung anstand (und jede die darauf folgte), fühlte ich mich sicher genug in meinen Fähigkeiten und meinem Wissen, um ohne den leisesten Anflug von Nervosität durch die Prüfung zu kommen.

Genauso halte ich es auch mit dem Umgang mit Pferden. Jedes Mal, wenn ich mit einem Pferd arbeite, sehe ich es als Prüfung an. Um mich auf die Prüfung vorzubereiten, gehe ich alles in meinem Leben genauso an, wie ich mit den Pferden sein möchte. Aus diesem Grund muss ich mich selten, aktiv auf die Pferde vorbereiten. Es passiert einfach.

(C) Crissi McDonald

DK: Bleiben wir ruhig nochmal einen Moment beim Aikido. Du unterrichtest auch spezielle „Aikido for Horsemen“ Workshops. Welche Parallelen und Gemeinsamkeiten siehst du in den beiden Disziplinen? Und was ist wichtiger: Gefühl oder Technik?

Mark Rashid: Nun, beides funktioniert gut, wenn du von innen und außen soft bist. Die Aikido-Techniken funktionieren einfach besser, wenn du soft bist, und Pferde kann man irgendwie auch ohne Softness bewegen, aber es geht einfach besser, wenn du soft bist.

“Man kann Pferde auch ohne Softness bewegen, aber es geht einfach besser, wenn du soft bist.” – Mark Rashid

Das Erlernen von Techniken ist wichtig, aber längst nicht so wichtig, wie die Verbindung. Ich habe schon Reiter gesehen, die nicht viel konnten, aber eine großartige Verbindung mit ihrem Pferd hatten und es daher alles für sie getan hat. Ich habe auch schon Reiter gesehen, die ihr ganzes Leben geritten sind und die an ihrem Pferd ziehen, schieben und drücken. In Aikido funktionieren die Techniken ohnehin, es steht und fällt aber mit der Softness, ob wir dabei jemandem wehtun oder ihm nicht wehtun. Es gibt auch solche Techniken, bei denen du am Ende in die gleiche Richtung schaust wie dein Gegner, du siehst die Welt aus ihrer Perspektive. Im Aikido geht es vor allem darum, eine friedliche Lösung in eine potentiell gefährliche Situation zu bringen. Im Umgang mit Pferden tun wir oft dasselbe.

Im Aikido habe ich beobachtet, dass die, die richtig gut sind, auch ständig üben. Auch das ist eine Parallele zu guten Pferdeleuten und Reitern.

DK: Welche Rolle spielt Achtsamkeit dabei?

Mark Rashid: Bei allem, was wir bisher besprochen haben, geht es darum, achtsam zu sein. Es geht um Achtsamkeit und Selbstkontrolle.

DK: …Und welche die Atmung?

Mark Rashid: Die gehört immer dazu.

DK: Gibt es Unterschiede zwischen jungen, unerfahrenen Pferden und älteren, „verrittenen“ oder falsch trainierten Pferden? Woher weiß ich, ob unser Pferd vielleicht doch zu den wenigen gehört, die nicht kooperieren wollen?

Mark Rashid: Der Hauptunterschied zwischen jungen, rohen Pferden und älteren, die vielleicht unglückliche Erfahrungen gemacht haben, ist, dass junge Pferde erst sehr wenig Geschichte mit Menschen haben, so dass wir meist eine weiße Leinwand gleichen. Pferde die unglücklich trainiert worden sind, bringen diese Geschichte mit. Das heißt, oft müssen wir erstmal einen Weg finden, ihnen ein besseres Gefühl zu ihrer Vergangenheit zu geben, bevor wir mit irgendeiner Form von Training oder Neu-Training beginnen können.

DK: In deinem Buch „Finding the missed path“ unterscheidest du zwischen „Problempferden“ und Pferden, die sich problematisch verhalten. Was meinst du damit?

Mark Rashid: Im Pferdetraining geht es meist darum, ein Problem zu finden, dass wir lösen können, anstatt etwas Gutes zu finden und darauf aufzubauen. Ich finde es wichtig, hier den Blick etwas zu weiten. Natürlich hilft es, wenn wir verstehen, wie Pferde denken. Ansonsten ist das erste, was ich tue, wenn ein Pferd sich problematisch verhält, die physischen Ursachen abzuklären bzw. auszuschließen: Den Körper, die Zähne, die Hufe, die Ausrüstung usw.

Und dann finde ich in der Tat wichtig zu verstehen, dass es sich nicht um ein gefährliches Pferd handelt, sondern um gefährliches Verhalten. Das sind zwei verschiedene Dinge. In all den Jahren meiner Arbeit habe ich vielleicht ein oder zwei Pferde gesehen, die tatsächlich gefährliche Pferde waren. Ich habe aber viel gefährliches Verhalten gesehen.

Der Blick aus der Vogelperspektive lohnt sich hier wirklich: Ist es wirklich das Pferd oder ist es das Verhalten? Weil wenn es nur das Verhalten ist, kann man damit umgehen. Wenn wir ein Pferd aber erstmal in die Schublade „Problempferd“ gesteckt haben, kommen wir da nur schwer wieder heraus. Und auch das Pferd kommt dort schwer wieder heraus.

Man sieht das auch häufig bei Pferden, die eine schwere Geschichte haben. Die Menschen tragen diese Geschichte immer weiter mit sich rum, „er wurde früher misshandelt“. Aber er wird heute nicht misshandelt und wir müssen heute mit ihm arbeiten. Wenn wir mit ihm arbeiten, als wäre er ein misshandeltes Pferd, wird er immer ein misshandeltes Pferd bleiben. Aber wenn du mit ihm so arbeitest, wie du mit ihm arbeiten möchtest, wirst du mit ihm so arbeiten können. Auch wenn wir es gut meinen, ist es einfach immer wieder wichtig, mit etwas Abstand auf die Situation zu schauen.

Wir machen uns all diese Gedanken, erfinden Geschichten, während das Pferd nur so etwas denkt wie „Ich wünschte, ich würde mich einfach besser fühlen.“ 

Deine Geschichte mit deinem Pferd beginnt heute. Die Vorgeschichte, die er mitbringt, ist nicht Teil Eurer Geschichte. Denn sie ist ihm egal, denke ich. Wir machen uns all diese Gedanken, erfinden Geschichten, während das Pferd nur so etwas denkt wie „Mann, ich wünschte, ich würde mich einfach besser fühlen.“ Wenn es Pferden nicht gut geht, wollen sie einfach, dass sie sich besser fühlen. Wenn wir ihnen dabei helfen, werden sie sich besser fühlen und besser sein. Pferde sind wie Wasser, sie nehmen immer den Weg des geringsten Widerstands. Wenn sie sich nicht gut fühlen, wollen sie sich einfach besser fühlen und danach fühlen sie sich auch besser.

Wenn wir uns nicht gut fühlen, fühlen wir uns „…wirklich nicht gut!“, und dann müssen wir  jemandem erzählen, dass wir uns nicht gut fühlen. Und dann rufen wir vielleicht noch unsere Mutter an und erzählen ihr, dass wir uns nicht gut fühlen, treten vielleicht in eine Gruppe ein, um das Problem zu besprechen und zwei Jahre später fühlen wir uns vielleicht immernoch nicht besser… Pferde sind nicht so. Wenn es ihnen nicht gut geht, wollen sie sich einfach besser fühlen. Und wenn es ihnen dann besser geht, geht es ihnen wieder besser. Es ist gut, wenn wir uns selbst und dem Pferd einfach den Gefallen tun, und sie so behandeln, wie wir möchten, dass sie sich fühlen und von dort aus weitersehen. Eigentlich ist es recht simpel.

DK: Welche Rolle spielen die Hilfsmittel, die wir für die Arbeit mit den Pferden auswählen?

Mark Rashid: Ich beschränke mich für gewöhnlich auf Sattel, Trense, Halfter, Führseil und hin und wieder einer Doppellonge. Über die Jahre habe ich festgestellt, dass ich mit einem oder zwei dieser Dinge eigentlich immer das kommunizieren kann, was ankommen soll.

DK: Und was würdest du Reitern raten, um unabhängiger von ihren Hilfsmitteln zu werden?

Mark Rashid: Ich denke, dass die meisten Leute überrascht wären, wieviel sie mit beinahe nichts erreichen können. Die besten Hilfsmittel für die Arbeit mit Pferden haben sie immer dabei: Ihren Körper und ihren Geist. Wenn sie diese beiden zu kontrollieren lernen, verlieren andere, physische Hilfsmittel an Bedeutung.

“Ich denke, dass die meisten Reiter überrascht wären, wieviel sie mit beinahe nichts erreichen können.” – Mark Rashid

DK: Zum Schluss: Gibt es eine Sache, die sich am häufigsten zwischen Pferd und Reiter drängt? Etwas, dass wir alle verändern sollten?

Mark Rashid: Ja, wir tun zu viel. Zu viele Hilfen, zu viel Druck, zu viel Bein, zu viel Bewegung im Sattel. Das Pferd muss all das irgendwie ausgleichen, das erschwert ihm das Lernen. Viele Reiter benutzen fünf Hilfen um ihr Pferd zu wenden, wenn sie das Pferd doch eigentlich nur bitten müssten, zu wenden.

Egal, wo auf der Welt ich unterrichte: Mit fast allen Reitern übe ich als eines der ersten Dinge, weniger zu tun. Und fast immer sieht man sofort eine positive Veränderung im Pferd.

Wir tun als Reiter konsequent zu viel.

(C) Crissi McDonald

DK: Wow. Warum, meinst du, ist dieses „Zuviel“ so weit verbreitet?

Mark Rashid: Wir lernen das so. Ich habe mich schon mit sehr renommierten Trainern darüber unterhalten, warum sie tun was sie tun, und die Antwort klang wie aus einem Lehrbuch. Und wenn ich sie gefragt habe was sie tun, wenn all das nicht funktioniert, sagen sie oft „Nun, dann musst du mehr davon tun.“ Lauter werden, größer werden, stärker werden. So haben sie das gelernt.

Und solange das was sie tun gut funktioniert, haben wenige Leute das Bedürfnis, etwas zu verändern. Mich reizt es aber besser und besser zu werden, also übe ich es ständig. Mein großes Ziel ist, mich am Ende des Lebens für so wenige Dinge wie möglich entschuldigen zu müssen.

DK: Was würdest du einem wohlmeinenden Pferdebesitzer empfehlen, um seinen oder ihren Weg zu finden im Dschungel der unterschiedlichen Pferdetrainer, Ideen und Methoden?

Mark Rashid: Hier würde ich gerne eine Analogie heranziehen. Sagen wir, wir haben einen großen Holzblock. Und wir wollen einen Globus daraus formen. Wir würden also wohl als erstes die Ecken abschlagen. Damit haben wir dann die Form des Holzes verändert, aber auch neue Ecken geschaffen. Also schlagen wir wiederum diese Ecken ab, wieder mit dem Ergebnis, dass wir mehr Ecken haben als vorher. Jedes Mal, wenn wir die Ecken abschlagen, schaffen wir uns damit neue Arbeit. Das Gute daran ist jedoch: Wir kommen unserem Ziel langsam näher und wir werden immer besser darin, Holz zu hacken.

Wir alle sind irgendwo in diesem Prozess. Meine Empfehlung: Fangen Sie an zu suchen. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie sind genau da, wo Sie sein wollen: Toll. Wenn Sie etwas verändern und besser werden wollen: Suchen Sie. Das was Sie suchen, muss nicht in der Pferdewelt zu finden sein. Sie können es beim Bogenschießen, beim Paartanz, beim Yoga finden oder wie ich in der Kampfkunst. Es kann alles sein, was Körper und Geist irgendwie zusammenbringt.

Finde die Prinzipien, die sich für dich richtig anfühlen und beginne, nach ihnen zu handeln. Dann wird alles viel einfacher. Es geht nicht wirklich um die Techniken, es geht darum die richtigen Prinzipien zu finden und anzuwenden. Und sei dabei ehrlich zu dir und deinem Pferd.

“Es geht nicht wirklich um die Techniken, es geht darum, die richtigen Prinzipien zu finden und anzuwenden.” 

Wenn Sie das berücksichtigen, wird nach und nach alles klarer und Sie werden immer weiter lernen können.

DK: Was war das letzte, was du über Mensch-Pferd-Kommunikation gelernt hast?

Mark Rashid: Das, was ich zuletzt lernen durfte und äußerst nützlich fand, waren die Erkenntnisse über die chemischen Vorgänge im und die Funktionsweise des Gehirns des Pferdes von Dr. Steven Peters, Autor des Buchs „Evidence Based Horsemanship“.

DK: Was ist dein Lieblingswort, entweder in „Menschensprache“ oder in der Kommunikation mit Pferden?

Mark Rashid: Mein Lieblingswort ist „Hmmm.“ Dabei handelt es sich um meine unwillkürliche Reaktion, wenn ein Pferd oder ein Mensch etwas tut, was ich nicht erwartet habe.

DK: Möchtest du noch etwas loswerden?

Mark Rashid: Nur danke, dass du mit dem Interview an mich gedacht hast.

DK: Wie können die Menschen mehr über dich und deine Arbeit erfahren?

Mark Rashid: Wir haben eine Webseite www.markrashid.com, eine Facebook-Seite „Considering The Horse, Mark Rashid“ sowie ein Online-Klassenzimmer über Facebook: „Considering the Horse, Mark Rashid Classroom“.

Vielen Dank, lieber Mark, für dieses inspirierende Interview.

Weiterführende Informationen: 

Wenn du dich für Marks Trainingsphilosophie interessierst, könnte der 2-tägige-Workshop mit seiner Assistentin Amanda Barton im September in Brunsbüttel etwas für dich sein.

Und wenn du mehr zum Thema Pferdeverhalten lernen möchtest, schau dir doch mal das Online-Seminar mit Emily Kieson und Jessie Sams an, das ich Mitte Juni organisiere. Hier lernst du, basierend auf neuesten Forschungsergebnissen, wie Pferde tatsächlich ticken – und wie wir mit ihnen eine tiefe, positive Beziehung aufbauen können.