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Anna Marciniak – Entspannung für Pferd und Mensch

Entspannung tut Pferd und Mensch total gut, na klar. Doch seit meinem Seminar mit Anna Marciniak vor ein paar Wochen beginne ich zu verstehen, wie tief dieser Grundsatz geht. Wie viel Anspannung wir und unsere Pferde tatsächlich mit uns herumtragen und was eine echte, tiefe Entspannung erreichen kann: Für die Gesundheit von Körper und Seele auf allen Ebenen – und für die Leistungsfähigkeit.

Es ist schon einige Jahre her, dass mir Anna Marciniak erstmals auf Facebook aufgefallen ist. Mit auffällig schönen Bildern tanzender Pferde in unterschiedlichen Trainingssituationen und auffällig schlauen, tiefgründigen Worten zu Horsemanship, Training und dem Leben insgesamt. Eine erste Kurzrecherche damals ergab, dass sie unter OneHorseLife.com auch recht hochpreisige Online-Kurse vertreibt. Mein Budget schlug dann aber doch klar meine Neugierde, so dass ich beschloss, sie einfach gut im Auge zu behalten. Und bis heute lasse ich mich sehr regelmäßig und gerne von ihren Facebook-Posts inspirieren – sie sind wirklich sehr lesens- und sehenswert. Seither hat sie noch einige Programme und Kurse für den Online-Vertrieb entwickelt, alle nicht günstig, aber inhaltlich sehr reizvoll. Sie und ihr Mann Pawel arbeiteten erst von Polen und inzwischen von Spanien aus ständig an recht fundiert anmutenden Trainingskonzepten für Pferde und Hunde – und auch Menschen, die sie in regelmäßigen Abständen ihrer internationalen Community präsentieren. Diese liegt und lag interessanterweise übrigens bislang weitestgehend abseits meines eigenen „inner Pferde-Circles“.

Anna Marciniak aus Spanien

Das Optimal Performance Program

Als Anna und Pawel Marciniak in diesem Jahr mit dem „Optimal Performance Program“ ein eBook herausbrachten, mit dessen Hilfe man Pferde eine autonome, d.h. vom Menschen unabhängige, Entspannung lehren können soll, konnte ich mich nicht länger zurückhalten und kaufte es. Wenn Pferde lernen können, sich selbst gezielt zu entspannen, macht es sie nicht nur unabhängig von den „Päckchen“ und Gemütszuständen von uns Menschen, es könnt ihr Leben als Fluchttier insgesamt verändern und ihnen ein viel besseres Zurechtkommen in unserer menschlichen Welt ermöglichen. Aber ob das überhaupt geht?! Ich musste es herausfinden.

Das Thema Entspannung von Menschen und Pferden beschäftigt mich selbst seit Jahren – nicht zuletzt darauf fußen meine Yoga-Ausbildungen, mein Interesse an der Masterson-Methode, Klopf-Akupressur, Ayurveda und der positiven Psychologie. Auch meine Arbeit mit Pferden und Menschen (mich selbst eingeschlossen) entwickelt sich immer weiter in diese Richtung. Das Gefühl, dass Entspannung immer gut und richtig ist – und Anspannungszustände, so sehr sie gesellschaftlich als „normal“ verkauft, zum Teil sogar begrüßt werden, ungesund und falsch sind, macht sich immer deutlicher bemerkbar. Die Erkenntnisse, die ich aus dem Buch gewann, waren deshalb nicht grundlegend neu. Und trotzdem fand ich ein paar neue Puzzlestücke und erste Ideen, wie es weitergehen könnte. Als ich dann hörte, dass Anna Marciniak erstmalig (hier bin ich mir nicht sicher – jedenfalls habe ich vorher nie davon gehört) einen Kurs in Deutschland gibt und dass dieser auch noch in der Nähe von Hamburg stattfindet, wusste ich, ich muss die Zeichen lesen und hinfahren.

Der Kurs fand auf dem wunderschönen Papenwohld statt, einem Resthof, der sich in Schleswig-Holstein vor allem wegen des richtig coolen Musik-Events Artist Residency einen Namen gemacht hat, das dort einmal im Jahr stattfindet. Dort auf wunderbare Menschen aus ganz Nordeuropa zu treffen, die so ähnliche Gedanken zum Thema Pferdetraining haben, die ähnlichen Trainern folgen, ähnliche Bücher lesen und ähnliche Disziplinen mit dem Horsemanship kombinieren, und die mir trotzdem noch nicht begegnet sind, war allein schon großartig und sehr inspirierend. Es war wie eine kleine Insel völlig neuer Menschen in meinem Leben, mit ähnlichen und sehr inspirierenden Gedanken. So schön!

Anna Marciniak Kurs

Entspannung braucht oft Raum sich zu entfalten

Ein Kurs in Entspannung – für Pferd und Mensch

Der Kurs an sich begann mit viel Theorie – einem sechs(!)-stündigen Vortrag über das Optimal Perfomance Program (OPP), seinen wissenschaftlichen Hintergrund, die Praxis und Vorgehensweise an sich und seine Anknüpfungspunkte an BodyMarc einem Entspannungsprogramm für Menschen, das Anna und Pawel ebenfalls vor ein paar Jahren entwickelt haben und das sich stark an der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen orientiert. Trotz aller Neugier war ich anfangs noch etwas skeptisch, ob der kommunikativ sehr ausgetüftelten Verkaufe dieser „neuartigen, revolutionären“ Methode. Doch hat mich die Ganzheitlichkeit ihrer Herangehensweise, dem wissenschaftlichen Fundament und dem Balsam für den gesunden Menschenverstand, den die Inhalte lieferten, dann doch schnell und tief beeindruckt.

Neben den Muskelspannungen in der Bewegungsmuskulatur von Mensch und Pferd, die wir kennen und mit denen wir täglich direkt zu tun haben, ging es vor allem um periphere Verspannungen, in den tiefergehenden körperlichen Strukturen bis hin zu unseren Organen. Pferde wie Menschen tragen ein jeweils unterschiedlich hohes Maß an peripherer Spannung mit uns herum, teilweise unser ganzes Leben schon – und oftmals weitestgehend unbemerkt. Diese tiefen Verspannungen machen sich dann eher durch weitere, immer wieder kehrende Muskelverspannungen und auch emotionale Zustände bemerkbar, die wir nur in seltenen Fällen direkt Spannungszuständen zuordnen. Sowohl wir Menschen als auch die Pferde können aber lernen, auch diese tiefergehenden Spannungen nach und nach zu lösen – in dem wir und sie Schritt für Schritt immer besser darin werden, eigene Anspannungen zu erkennen und gezielt aufzulösen.

In den darauffolgenden zwei Tagen haben wir dann „am Pferd“ sehen können, wie sich die Theorie in die Praxis umsetzen lässt. Wir haben Pferde gesehen, die an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Ausbildung standen, unterschiedliche Charaktere haben und ganz unterschiedliche Menschen. Mit allen Pferd-Mensch-Paaren hatte Anna im Vorfeld bereits einige Wochen per Video-Coaching gearbeitet, so dass sie ein Grundverständnis für die Methode und die Richtung, in die es gehen sollte, mitbrachten. Was wir sahen, ist schwer in Kürze zusammen zu fassen. Es waren subtile Bewegungen, die irgendwann in großen Veränderungen sichtbar wurden. Wir sahen Pferde, die im Laufe der Sessions von teilweise großer Anspannung in komplette Entspannung gefunden haben. Deren Bewegungen immer freier und größer, deren Verhalten immer verspielter wurde. Die sich auf eine Hilfe hin total entspannt haben und ihren Körper ganz neu in die Bewegung hineingeben konnten. Und Pferde, die schon sehnsüchtig am Zaun auf die nächste Tiefenentspannungseinheit auf dem Reitplatz gewartet haben. Es war wirklich bemerkenswert und voller toller neuer Eindrücke bin ich wieder nach Hause gefahren.

Gähnen kann das „Echo“ einer Entspannungsreaktion sein

Zuhause mit dem Entspannungsprogramm

Mit meinem Pferd Diva arbeite ich mich nun seit ein paar Wochen konsequent an der Struktur des OPP entlang, und hatte dabei schon viele sehr interessante Momente. Einmal hat sie sich z.B. spontan hingelegt, während ich neben ihr stand und sie eingeladen habe, sich noch tiefer zu entspannen. Einfach so. Und ohne, dass ich sie jemals schonmal darum gebeten hätte. Mir wurde heiß, kalt und etwas schwindelig ob so viel Magie. Außerdem begrüßt sie mich jeden Tag dynamischer und freudiger, ich habe das Gefühl, dass sie sich täglich freier bewegt und insgesamt irgendwie jünger wirkt…. Es ist sehr spannend und ich freue mich schon darauf zu sehen, wohin uns dieses kleine Experiment noch trägt. Was es für sie bewirkt und für mich. Und auch für meine Arbeit mit anderen Pferden, die auch schon die ersten spannenden „Früchte“ davon tragen. 🙂

Für mich selbst versuche ich momentan kleine und große Entscheidungen im Alltag zunehmend danach zu bewerten, ob sie eher zu meiner Anspannung oder meiner Entspannung beitragen. Und mich konsequent für die Entspannung zu entscheiden. Das klingt, als würde in nun viel auf dem Sofa rumliegen. Das Gegenteil ist der Fall. Denn jede Entscheidung hat Einfluss auf unseren Entspannungsgrad. Und wir können so viel für uns tun, ohne in der Nähe unseres Sofas zu sein – auch wenn es dort natürlich auch mal ganz nett ist.

Möchte ich Pizza oder Salat? Das Fenster auf oder zu? Früh zu Bett oder lieber in die Cocktail Bar? Die Entscheidung ist jedoch nie einfach und objektiv richtig oder falsch (so dass auch „früh zu Bett“ nicht immer richtig ist ;)), vielmehr ist die dahinterliegende Frage, die wir uns stellen sollte: Was tut uns wirklich gut? Was unterstützt uns bei dem, was uns wirklich wichtig ist? Und wie finde ich die richtige Balance für mich? Denn das trägt stückchenweise zur Entspannung unserer gesamten Existenz bei – und zu einem immer besseren Gefühl für unseren eigenen Weg bei allem was wir tun. Und damit auch, und das können wir uns als Menschen oft so schwer vorstellen, zu einer besseren, vielleicht sogar einer „optimalen Performance“ in jeglicher Hinsicht.

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