„Schlaf-Therapie“ für Pferde – Meine Entdeckung des Jahres

„Schlaf-Therapie“ für Pferde – Meine Entdeckung des Jahres

Die Zeit „zwischen den Jahren“ eignet sich ja immer so wunderbar dazu, das Jahr Revue passieren zu lassen. Sich besonderes prägende Momente und Ereignisse vor das innere Auge zu holen und einmal zu überlegen, was sich verändert hat, in den vergangenenen zwölf Monaten.

Ich habe mir diese Woche mal wieder Zeit genommen, um mein Pferd zu „Masterson’nen“ oder, wie eine Stallkollegin es neulich ausdrückte: „Schlaf-Therapie“ zu machen. Gute zwei Stunden war ich an ihr zugange, habe unterschiedlichste Körperteile bearbeitet, gefühlte Ewigkeiten an einzelnen Stellen verbracht. Irgendwann hatten wir beide genug. Mir wäre noch das ein oder andere eingefallen, musste das aber aufs nächste Mal vertagen, denn Diva war in der Tat irgendwann sehr tief mit sich beschäftigt, und augenscheinlich könnte man sicher meinen: eingeschlafen. Ich war mir nicht sicher, ob ich so viel habe ausrichten können… Doch als das kleine Pferd am nächsten Tag vor Energie und neu gewonnener Bewegungsfreude nur so sprühte, wurde das sehr deutlich. Und ich stellte wieder einmal fest, wie sehr mir die Auseinanderssetzung mit diesen Techniken in diesem Jahr geholfen hat, mein Pferd besser zu beobachten, besser zu verstehen und besser zu versorgen.

Bei der Masterson-Methode wird über kleine Berührungen und Bewegungen das Nervensystem des Pferdes stimuliert und das Pferd so dazu gebracht, Verspannungen und Blockaden eigenständig zu lösen. Viele „Baustellen“, mit denen wir seit Jahren zu tun hatten (etwa das etwas kürzer tretende rechte Hinterbein, die Verspannungen im Ilio-Sakral-Gelenk, der hohe Muskeltonus vor allem im Schulter- und Halsbereich, ihre Verspannungen rund um den Schädel nach einem Schädelbruch vor drei Jahren), sind durch diese Arbeit inzwischen verschwunden oder zumindest so sehr auf dem Radar, dass ich bei kleinen Veränderungen selbst weiß, was ich tun kann, um Diva zu helfen. Und dabei direkt große Verbesserungen feststelle.

De Facto bewegt sich Diva so viel besser als noch vor einem Jahr und das verdanke ich zu großen Teilen der Masterson-Methode und damit vor allem: Jasmin Sage, die ich Anfang des Jahres treffen durfte und seitdem glücklicherweise noch viel besser kennengelernt habe. Durch ihre Arbeit mit meinem Pferd und ihrer Offenheit bezüglich den Methodiken habe ich unheimlich viel gelernt – und dadurch die Arbeit mit meinem Pferd und allen anderen Pferden, mit denen ich in Kontakt komme, nachhaltig verändert. Danke dafür, liebe Jasmin! Ich freue mich schon auf mehr von Dir im nächsten Jahr!

Die großzügige Weitergabe von Wissen ist auch ein Kernelement dieser Methode, die es sich zur Mission macht, maximal zugänglich für Pferdebesitzer zu sein und dadurch möglichst vielen Pferden nachhaltig ein besseres Leben zu schaffen. Und da ich so begeistert von dem Erlernten war, habe ich mir nicht nur die (kostenlosen) YouTube-Videos zum Thema Masterson, die vielen (kostenlosen) Online-Artikel, sondern auch gleich die DVD (Beyond Horse Massage) und das deutschsprachige Buch zum Thema reingezogen: „Körperarbeit für Pferde“ von Jim Masterson himself, erschienen im Kosmos-Verlag/Edition Wuwei in 2005 – und aktuell leider vergriffen und nur gebraucht erhätllich.

Bildergebnis für körperarbeit für Pferde

Und, was soll ich sagen: Jeder, der sich für diese spannende Technik zur Lösung von Blockaden und Schmerzen an seinem Pferd interessiert, sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Selten habe ich ein Sachbuch in der Hand gelesen, das es mit der Praxisorientierung so genau nimmt. Mit zahllosen Tipps, Bildern, „Was ist, wenn…“s, Beispielfällen etc. werden die unterschiedlichsten Techniken extrem anschaulich und anwenderfreundlich und der Leser an die Hand genommen und zum Selbst-Probieren verführt (nicht umsonst hat die amerikanische Original-Version eine Spiralbindung, „damit man es direkt mit in den Stall nehmen kann“). Ich habe es schon mehr als einmal gelesen und es dient mir weiterhin als wertvolles Nachschlagewerk. Dabei bin ich weiterhin überrascht, wie viel weiter mit zunehmender Auseinandersetzung mit der Methode noch kommt, welche Zusammenhänge sich plötzlich ergeben, wieviel feiner man wird.  Und wie sich das Ganze auch auf den Menschen anwenden lässt (hier führe ich gerade zahlreiche privates Tests durch ;)). Kurzum: Die Masterson-Methode ist für mich die Entdeckung des Jahres.

Regelmäßige Besuche von Osteopathen/Chiropraktikern o.ä. werden damit für mich natürlich nicht überflüssig, auch die Masterson-Methode hat natürlich seine Grenzen. Aber ich merke, dass ich sie gezielter einsetzen kann und dadurch die Abstände auch mal größer werden können. Man kann eben selber durch Aufmerksamkeit, ein wenig Technik-Knowhow, Neugier und Geduld eine ganze Menge für sein Pferd tun – und auch dadurch die Beziehung nachhaltig verbessern. Für diese Erkenntnis in diesem Jahr, und auch die Möglichkeit, sie auch in meiner Arbeit einzusetzen und damit weiteren Menschen und Pferden auf ihrem Weg zu helfen, bin ich sehr dankbar.

Auf viele neue Lernerfolge uns spannende Erfahrungen im neuen Jahr. Ich wünsche Euch ein wunderbares!

(Dies war übrigens wirklich kein Werbespot, Jim Masterson finanziert mich in keinster Weise. :))

 

Auf der Suche nach einem anderen Weg – Eine Umsteigerin erzählt

Neulich bekam ich eine sehr nette Anfrage von einer Reiterin, die gerade eine Reitbeteiligung auf Jet begonnen hat, einen netten Paint-Mix-Wallach, den ich schon lange und gut kenne. Sie suchte nach „Übersetzung“ zwischen ihr und ihrer „englischen“ Reitausbildung und Jet, einem erfahrenen, sehr fein ausgebildeten Westernpferd. Ihre erste Begegnung mit Jet war auch ihre erste mit der Westernreitweise, und sie war so begeistert von der großen Entspanntheit, die sie im Umgang mit Jet kennengelernt hat, dass ich sie spontan gebeten habe, ihre Erfahrungen zu Papier zu bringen. Sicher gibt es viele andere Reiter, die sich einen entspannten Umgang mit dem Pferd wünschen, ihn aber in den „konventionellen“ Reitschulen bisher noch nicht gefunden haben. (mehr …)

Gelassenheitstraining – für Menschen, die zuviel denken

Gelassenheitstraining – für Menschen, die zuviel denken

Vor Kurzem habe ich ein Buch gelesen, Titel: „Zen oder die Kunst ein Pferd zu reiten“. Das klingt für viele Reiter eher nach Räucherstäbchen und Henna-Farben als nach nützlichen Informationen, tatsächlich ist es aber sehr interessant. Was wir für unser Reiten und den Alltag aus dem Buch und den Lehren des Zen übernehmen können und wie wir damit dem Oberziel Harmonie tatsächlich ein Stückchen näher kommen können…

Und damit wird’s zum Ende des Wochenendes nun nochmal richtig philosophisch.

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Aussitzen – eigentlich ganz einfach!?

Aussitzen – eigentlich ganz einfach!?

Das Sitzenbleiben im Trab stellt für viele Reiter ein Problem dar. Nicht umsonst – viele haben von Kindesbeinen an gelernt, das Pferd mit dem Becken vorwärts zu schieben, spannen dabei den unteren Rücken an und verkrampfen. Besonders bequem ist das nicht, im Gegenteil: Je schneller und härter der Trab, desto schwieriger ist es, diese für uns unnatürliche Bewegung zu halten. Versuchen wir es eine Weile,  sind gerade bei ungeübten Reitern Seitenstiche vorprogrammiert, andere haben wohlmöglich mit Rückenschmerzen (natürlich auch beim Pferd) sowie Knie- und Gelenkprobleme zu kämpfen.

Komisch ist, dass es noch immer so wenige Reitschulen und Reitlehrer gibt, die ihre Schüler lehren, dies zu vermeiden, indem sie sich mit dem Pferd bewegen. (mehr …)

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