Wer nett zu sich ist, lebt länger – die Sache mit dem Selbstmitgefühl

Wer nett zu sich ist, lebt länger – die Sache mit dem Selbstmitgefühl

Endlich ist es amtlich: Selbstgeißelung und -quälerei führt zu nichts. Stattdessen haben Studien gerade bewiesen, dass eine gesunde Portion Selbstmitgefühl uns nicht nur emotional gesund hält – sondern auch physisch. Das habe ich gestern in einen Artikel in der Washington Post gelesen. (Habe ich mal erzählt, dass ich alle wichtigen Presseerzeugnisse dieser Welt abonniert und morgens Zeit habe, sie entspannt durchzugehen? Das ist großer Quatsch. Aber ich bin begeisterter Nutzer von Blendle, einem Dienst, der mir zumindest in ausgewählten Medien interessante Artikel sucht und findet.)

Was ist Selbstmitgefühl?

Der Artikel zitiert die Selbstmitgefühls-Forscherin Kristin Neff, Autorin des Buchs “Self-Compassion: The Proven Power of Being Kind to Yourself“. Laut ihr hat Selbstmitgefühl drei Komponenten:

  • Achtsamkeit, also die Wahrnehmung auch von negativen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen, ohne diese zu bewerten oder sich an ihnen zu festzubeißen
  • ein Bewusstsein unserer Menschlichkeit, die bedingt, dass keiner von uns perfekt ist – und jeder von uns auch leidet
  • Selbst-Freundlichkeit, also sich selbst freundlich und fürsorglich zu begegnen, auch und gerade wenn wir auf unsere all zu menschlichen Unzulänglichkeiten stoßen.

Das Gegenteil von Selbstmitgefühl sind also emotionale Reaktivität, Isolation, Selbstverurteilung und ungesunder Perfektionismus – alles auch Dinge, die mit Depression, Stress und einer reduzierten Lebensqualität in Verbindung gebracht werden.

Selbstfürsorge und -mitgefühl trägt in unserer Gesellschaft  leider oft einen Beigeschmack von Egoismus, Selbstsucht oder Faulheit. Ich denke, wir kennen alle Menschen, die sich viel oder gerne rührend bis aufopferungsvoll um andere kümmern, dabei aber Probleme damit haben, für sich selbst genauso dazusein und Hilfe anzunehmen. In der Generation meiner Eltern ist das besonders oft verbreitet, habe ich das Gefühl. Aber auch insgesamt ist das leider ein weit verbreitetes Phänomen, bei Frauen, aber auch bei Männern – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen und mit leicht unterschiedlichen Ausprägungen.

Doch ist es ohne Selbstmitgefühl überhaupt möglich, KOMPLETT für andere dazusein? Ihnen also etwas zu geben, was wir selbst nicht annehmen wollen – vielleicht sogar, weil wir es als Schwäche werten würden? Und: Ist es möglich, eine echte Verbindung zu einem anderen Menschen in seiner Menschlichkeit aufzubauen, wenn wir diese uns selbst nicht zugestehen?

Gerade die Perfektionisten unter uns fürchten oft, dass sie nicht genug erreichen, wenn sie sich selbst gegenüber zu freundlich und nachgiebig sind. Doch wenn wir aus Selbstmitgefühl handeln, was nicht zuletzt auch heißt, dass wir uns in unserer menschlichen Inperfektion ehrlich akzeptieren, fällt es uns leichter, Verhaltensweisen zu implementieren, die uns langfristig helfen – und dadurch gesünder, aber auch erfolgreicher machen. Das kann zum Beispiel heißen, dass wir uns lieber die Zeit nehmen, noch eine Runde um den Block gehen, weil es uns gut tut, als eine Extrastunde im Büro zu verbringen, die Küche aufzuräumen – oder auch einfach nur direkt wie betäubt auf die Couch zu fallen und den Fernseher anzuschalten. (Das ist natürlich auch mal okay, aber in dem Moment kein Ausdruck von Selbstmitgefühl, in dem wir, wenn wir in uns hineinhorchen, ahnen, dass uns etwas anderes besser tun würde.)

Ich kenne das alles nur allzu gut… Früher ging bei mir auch viel ums Prinzip. Gegenüber mir selbst, aber auch anderen. Ich glaube, das liegt an der Art und Weise, wie ich groß geworden bin – aber auch wie ich irgendwann Tiertraining kennengelernt und leidenschaftlich betrieben habe. Absolute Konsequenz, was angefangen wird, muss auch beendet werden und zwar mit einem klaren Ergebnis (das 1:1 dem Ziel entspricht).

Zum Glück für mich und alle Tiere und Menschen, die heute mit mir zu tun haben, bin ich davon irgendwann abgekommen. Das System der kleinen Schritte und Erfolge, der richtigen Intention und feinen Kommunikation führen mich inzwischen zu ganz anderen Ergebnissen – weil es durch diese „lebendigere“ Herangehensweise zunächst um eine Veränderung der INNEREN Einstellung geht, und diese im Endeffekt viel weiter trägt. Bezogen auf mich selbst – eine ganz andere Nummer – hat mir vor allem das Yoga geholfen, meine eigenen Grenzen zu akzeptieren und sanft (!) daran zu arbeiten, sie zu erweitern. Nachsichtig und geduldig mit mir zu sein. Nicht alles so ernst zu nehmen. Wieder also eine Veränderung von innen nach außen, und dadurch gehe ich inzwischen auch mit anderen Grenzen und Zielsetzungen nachsichtiger und entspannter um. Frei nach dem Motto: Wenn nichts muss, kann alles.

Ihr habt ebenfalls einen Hang zum Perfektionismus? Dann hört doch mal in den neuen Podcast meiner guten Freundin Johanna van Löchtern (Folge 21). Da geht es genau um dieses Thema, und sie bietet ein paar hilfreiche Gedanken und Tipps dazu.

Selbstmitgefühl entwickeln

Wenn etwas gut für das Seelenleben und den Körper ist, sollten wir das ja eigentlich alle wollen. Und dadurch müsste es ja eigentlich ganz einfach sein. EIGENTLICH. Allerdings wollen wir auch Leid und Gefahr vermeiden. Und oftmals führt der Weg zu mehr Selbstmitgefühl durch unwegsames emotionales Gelände… Hinzuschauen, sich wirklich zu fragen, was uns davon abhält, uns mit (mindestens) so viel Liebe, Nachsicht und Mitgefühl zu begegnen, wie anderen wichtigen Menschen in unserem Leben erfordert Mut und birgt die Gefahr, dass wir mit unseren Ängsten konfrontiert werden. Vor allem die Angst, Fehler zu machen ist oft riesengroß und tief in uns verankert. Und das ist erstmal unangenehm – lohnt sich aber.

Also was konkret tun, um neue selbstmitfühlende Verhaltensweisen zu etablieren?

Carrie Dennett, die Autorin des Artikels, rät interessanterweise auch zu einem „inside out“-Weg, speziell dazu, mit Achtsamkeit (da ist sie wieder!) zu beginnen. Sich erstmal bewusst zu machen, welche Gedanken sich in unserem Kopf abspielen und wiederholen. Zu üben, die eigenen Gedanken neuierig und unkritisch (!) zu beobachten. Sind sie mitfühlend oder kritisch? Sich immer wieder zu erinnern, dass Fehler menschlich sind – und sie sich immer wieder zu vergeben. Und dann herauszufinden, was unseren individuellen Körper, Geist und unsere Seele nährt. Ein Spaziergang zwischendurch, ein gutes Buch, etwas Sport, die Zeit mit dem Pferd, ein gutes Essen…? Solche Aktivitäten sollten in unserem Alltag Platz finden. Vielleicht nicht immer in epischem Ausmaß, aber in regelmäßigen, vielleicht auch kleinen Momenten. Außerdem entscheidend: Die Pflege der Verbindungen zu den Menschen, die uns wichtig sind. Spiegeln sie uns doch, wer und vor allem: Wie liebenswert wir im Grunde doch sind. Trotz aller „wenns“ und „abers“, die uns einfallen, wenn wir so etwas lesen. „Think love, not tough love“, so Bennett. Ein besseres Schlusswort fällt mir auch nicht ein.

Tief berührt und nachhaltig bewegt: Pferdemassage á la Masterson

Tief berührt und nachhaltig bewegt: Pferdemassage á la Masterson

Jasmin mit einem anderen Kunden.

Im Dezember erreichte mich eine Mail aus Amerika, von einer Dame namens Jasmin Sage. Sie schrieb mir, dass sie schon seit vielen Jahren mit Mark Rashid arbeitete, der u.a. seinen neuen Film „Out of the wild“ auf ihrer Ranch in Nevada gedreht hat, und sie, wie er und seine Frau Crissi, zurzeit eine Methode der Pferdemassage erlerne, die sehr mit seiner Art des Pferdetrainings harmoniert: Der Masterson-Methode. Und dass sie im Januar in Deutschland unterwegs und für ihre Ausbildung auf der Suche nach Übungspferden in Deutschland sei. Und sie fragte, ob ich vielleicht Interesse hätte, die Methode kennenzulernen und Diva behandeln zu lassen.

Ich klickte mich daraufhin durch ein paar Links zum Thema und tatsächlich: Alles, was man über Jim Masterson und seine Form der Pferdemassage finden konnte, machte einen stimmigen, sinnvollen, schlauen und auch sympathischen Eindruck. Also freute ich mich riesig, als Jasmin uns im Januar besuchen kam.

Als geborene Berlinerin ist Jasmin deutsche Muttersprachlerin. Nur das später gegenüber meinem Pferd gemurmelte „good girl“ oder „that feels good, doesn’t it?“ lassen (zu meiner anglophilen Freude!) die vielen Jahre in Nevada durchscheinen. Bei der Masterson-Methode, erklärt Jasmin mir dann, geht es darum, Spannungs- und Schmerzbereiche im Pferdekörper zu erkennen und dem Organismus dann zu helfen, die Spannungen selbstständig zu lösen.

Entdeckt wurde dieser Mechanismus von Jim Masterson, seines Zeichens „Masseur“ für die vierbeinige amerikanische Distanzreitermannschaft und geschätzter Mann auf internationalen Reitsportveranstaltungen aller Diszplinen. Wie der Blog „Der grüne Reiter“ in einem sehr schönen Text über Jims Arbeit schreibt, erkannte Jim im Laufe seiner Arbeit, „dass manche Berührungen bei Pferden bestimmte neurologische Reaktionen hervorriefen, die Anzeichen für einen Spannungsabbau waren und begann damit, diese Reaktionen zu kartieren. Er nutzte diese Notizen als Richtschnur für die Entwicklung eines eigenen Systems zur interaktiven Behandlung. Irgendwann 1997 fügten sich für Jim die Puzzleteile seiner Beobachtungen zusammen und er entwickelte, wie schon vorher genannt, die „Masterson Methode TM“ – eine Art sanfte manuelle Therapie zur Entspannung und Entlastung des Bewegungsapparates bei Leistungspferden.“

Warum funktioniert das? Pferde neigen dazu, Schmerzen und emotionale Belastungen, die nicht direkt abgebaut (d.h. im Falle der Pferde häufig: „abgelaufen“) werden können, im Körper zu speichern und auszublenden, solange es möglich ist. Das liegt daran, dass Pferde Fluchttiere sind: Bekommt der Puma mit, dass ein Pferd versehrt ist, steht es direkt ganz oben auf der Speisekarte. Während wir also, wenn wir Schmerzen haben, oft dafür Sorgen, dass möglichst viele Leute davon erfahren und uns dann helfen, sprich: zum Arzt gehen, sperrt das Pferd seine Schmerzen und Spannungen im Körper stillschweigend weg – solange bis sie so stark werden, dass sie nicht mehr ignoriert werden können. (Das ist dann meistens der Punkt, an dem feinfühlige Menschen die Veränderungen in den Pferden bemerken.) Bei der Masterson-Methode geht es nun darum, auf den Pferdekörper so sanft einzuwirken, dass dieser Blockade-Reflex untergraben und das Nervensystem angesprochen wird. Zwischen „Eidotter“ und „Luftloch“ liegt so der Grad der Berührung die meiste Zeit während der Behandlung – und die Resultate sind dennoch unglaublich.

Genauso feinfühlig, wie man mit seinem Pferd auf dem Platz arbeiten kann, lässt sich auch hier also mit ihm kommunizieren, um aus alten Verspannungen und Schmerzen nach und nach Entspannung und Durchlässigkeit zu machen. So auch an meinem eigenen Pferd: Jasmin tastet Divas Körper also langsam, aber flüssig mit den Fingerspitzen ab und wartet auf eine Verhaltensänderung von ihr, ein Signal, meist nur ein Blinzeln, das sich aber zuverlässig wiederholt, wenn man erneut über die Stelle fährt. Hat Jasmin so einen Punkt gefunden, wartet sie. Und wartet. Und wartet. Sie bleibt solange mit genauso wenig Druck auf der Stelle, wie sie angefangen hat und lässt das Nervensystem des Pferdes mit der Körperregion arbeiten. Und tatsächlich sieht man die Augen meines Pferdes zucken und blinzeln, die Ohren vibrieren, die Muskeln hier und da kontrahieren…. Bis es irgendwann laut abschnaubt, beginnt zu gähnen oder einzelne Glieder zu strecken. Die Verspannung ist gelöst.

Hier dazu ein Video von einem Pferd, das Jasmin bearbeitet, langsam beginnt loszulassen und dabei merkt, wie anders (und merkwürdig) sich sein Körper anfühlt:

Das ist eine recht heftige Reaktion, aber in diese Richtung ging es bei uns tatsächlich auch.

Auf diese Art und Weise und mit unterschiedlichen, aber durchgehend sanften, subtilen Techniken arbeitet sich Jasmin durchs Pferd, während Diva dabei mehr und mehr unter ihren Händen schmilzt, sich immer tiefer entspannt und immer weniger empfänglich für äußere Reize wird, die sich um uns herum ergeben. Nach knapp 1,5 Stunden ist sie endgültig eingeschlafen, ich ziemlich durchgefroren und Jasmin fertig mit ihrer Behandlung. Nicht weil die Zeit um ist, sondern weil Diva für den Tag durch ist mit ihren Lösungsprozessen. Das war schonmal ziemlich beeindruckend.

Noch beeindruckender war, mein Pferd in den darauf folgenden Tagen laufen zu sehen: Es schien beinahe, als hätte sie ihren Körper neu entdeckt: Die Hinterbeine liefen erstmal an den Vorderbeinen vorbei, bis sie sich wieder ein bisschen gefunden hat, die Schulter waren deutlich freier als sonst, die sonst anfängliche Schleichphase entfiel ersatzlos und der Rücken schwang locker und frei wie lange nicht mehr. Und das, obwohl mein Pferd ja regelmäßig irgendeine Form von Körperarbeit erfährt (Osteopathie, Physiotherapie, Chiropraktik, Massage etc.). Unglaublich, wie man mit so wenig so viel erreichen kann.

Zum Glück ist Jasmin gerade schon wieder in Deutschland. Am Freitag hat sie uns erneut besucht, wieder mit Diva gearbeitet und wieder war sie absolut Wachs in ihren Händen. Diesmal fragte ich genauer nach, und ließ mir sogar ein, zwei Techniken von ihr zeigen. Es wäre doch so toll, wenn ich meinem Pferd selber auch nur annähernd so gut tun könnte…

Das Gelernte habe ich gleich am Wochenende dann auch ausprobiert und muss sagen: Wow. Nachdem sie am Samstag ganz toll und locker lief, hatte ich am Sonntag das Gefühl, dass sie noch Unterstützung in ihrem Hals- und Nacken-Bereich gebrauchen könnte. „Ich kann ja nichts kaputt machen,“ das hatte Jasmin mir gesagt und ich dachte es nun und begann daher spontan auf dem Reitplatz, mit minimaler Berührung ihren Blasen-Meridian (eine Linie, die beinahe komplett auf der Oberlinie des Pferdes nachzeichnet) abzutasten (oder „abzuschweben“). Und tatsächlich: Beinahe direkt fand ich einen offenbar wunden Punkt und verharrte an dieser Stelle. Und beinahe direkt begannen Divas Augen zu zu fallen und das Nervensystem zu arbeiten, mit genau all den Symptomen, die ich am Freitag und bei der ersten Behandlung schon beobachtet hatte.

Und irgendwann…. die Entspannung: Tiefes Atmen, ein Strecken nach hinten, Strecken nach vorne, Gähnen und immer wieder Gähnen. Ich wartete einen Moment, bevor ich wieder begann. Konnte es wirklich so einfach sein? Dann fuhr ich auf meiner Linie fort bis zum nächsten Punkt. Wieder das gleiche Spiel. Aber sie sah auch einfach sehr entspannt aus… War sie vielleicht einfach eingeschlafen!? Also nahm ich auch mal testweise die Hand herunter und „zack!“, waren die Augen wieder auf und das Pferd wieder ganz da. Also Hand wieder zurück und weiter arbeiten lassen. Da fielen die Augen auch direkt wieder halb zu.

So verbrachte ich bestimmt 30 bis 45 Minuten – nur an der rechten Halsseite meines Pferdes. Völlig euphorisiert und verzaubert von der Möglichkeit, meinem Pferd so einfach etwas so Gutes tun zu können. Endlich mal etwas zurückgeben! Endlich mal ehrlich nützlich sein für das große Tier da neben mir. Irgendwann begann es zu regnen, so dass ich langsam aufhörte. Diva erwachte aus ihrem tiefenentspannten Zustand nur sehr langsam und bewegte sich nicht von der Stelle bevor sie nicht nochmal ausgiebig den Nacken, den Hals, die Wirbelsäule („herabschauender Hund“ für die Yogis) und die Hinterbeine einzeln gestreckt und nochmal ausführlich und zutiefst genüßlich gegähnt hat. Zauberhaft!

Seit letztem Sonntag bin ich also ständig dabei, neue Erfahrungen auf diesem Gebiet zu suchen. Feiner zu werden in der Beobachtung, geduldiger in der Bearbeitung und schlauer durch das Erkennen von Zusammenhängen. Ich bin total begeistert. Es fühlte sich am Anfang für mich ein wenig an, als hätte ich den „heiligen Gral“ entdeckt – oder so. In jedem Fall ein fehlendes Puzzle-Stück in der Beziehung zu meinem Pferd und in meiner Arbeit mit Pferden insgesamt. Schließlich möchte ich in aller erster Linie Pferden helfen. Und ich habe bisher noch nichts gefunden, was dieses Ziel SO direkt und effektiv erreicht. Wow. Danke nochmal an Jasmin für diese Erfahrung. Ich bin sehr froh, dass wir uns kennengelernt haben und sehr gespannt, was wir beide noch für gemeinsame Projekte an den Start bringen können! 🙂

Wer nun Lust bekommen hat, Jasmin und die Masterson-Methode kennenzulernen, sie ist noch bis Anfang April in Deutschland und kommt auch danach noch ein, zwei Mal wieder dieses Jahr. Schickt ihr einfach eine Mail sie meldet sich dann sicher gern. Ich wünsche Euch schon jetzt ganz viel Spaß bei dieser außergewöhnlichen, nachhaltig positiven Erfahrung mit Euren Pferden.

Es gibt übrigens vom „Masterson Master“ Jim unheimlich viele spannende, aufschlussreiche Videos auf Facebook und auch auf Youtube. Sehr empfehlenswert, und vielleicht könnt ihr das ein oder andere ja auch direkt mit zu Euren Pferden nehmen!?

 

 

2017er-Termine für Horsemanship- und Reitkurse mit Amanda Barton stehen!

2017er-Termine für Horsemanship- und Reitkurse mit Amanda Barton stehen!

(C) Arnulf Jung

(C) Arnulf Jung

Endlich stehen die 2017er-Termine für die Reitkurse mit Amanda Barton in Norddeutschland fest:

Amanda kommt glücklicherweise auch 2017 wieder zwei Mal nach Brunsbüttel (ca. 1 Autostunde nördlich von Hamburg), in den Bucking Horse Stable. Mittlerweile ist es gar nicht mehr so einfach, die Termine mit ihr zu bekommen, weil sie europaweit unterrichtet – und sehr begehrt ist. Aber unsere Kurse in Brunsbüttel machen auch ihr immer so viel Spaß, dass wir das immer wieder gut hinbekommen.

2017 werden es
– der 6. und 7. Juli (Donnerstag und Freitag) und
– der 3. und 4. Oktober (das ist der Tag der dt.Einheit, ein Dienstag, und der Mittwoch danach)

Die Ausschreibung und mehr Infos findet Ihr hier.

Ich freue mich auf Euch, auf ganz viele neue und alte Gesichter, zum Mitreiten oder Zuschauen, denn auch das lohnt sich erfahrungsgemäß immer sehr.

Alles Liebe, einen guten Start in ein glückliches neues Jahr für Euch und Eure Pferde!

Mark Rashid, „Softness“ – und ich in der aktuellen „Mein Pferd“

Mark Rashid, „Softness“ – und ich in der aktuellen „Mein Pferd“

image1Vor einer Weile kam Inga Dora Meyer von der „Mein Pferd“ auf mich zu und bat mich, mit ihr ein Experteninterview zu „Pferde sanft führen“, dem neuen Buch von Mark Rashid, zu führen. Es ging um Hilfengebung, Softness, Führung und Kommunikation. Und daraus entstanden ist ein, wie ich finde, sehr lesenswerter Artikel zum Thema, für den auch neben mir auch die liebe Sonja Bucher Input gegeben hat, die Marks Kurse in der Schweiz organisiert und die ich vor Jahren auch einmal bei Marks Besuch in England kennenlernen durfte. Ich freue mich, dass ich einen Beitrag leisten durfte, aber das Beste daran ist: Ich darf Euch das Ergebnis nun zum Download bereitstellen. Viel Spaß damit: Das Prinzip der Softness

Wenn Ihr mehr über den Horseman aus Colorado erfahren wollt: Hier ist ein ausführliches Interview, das ich mit Mark Rashid vor Kurzem für die FEINE HILFEN geführt habe. 

Yoga und Horsemanship – Da bahnt sich etwas an

Yoga und Horsemanship – Da bahnt sich etwas an

9189_1263904426972154_8748508525081628783_nIn meinem Leben hat, wie in vielen anderen auch, seit ein paar Jahren Yoga einen immer größeren Platz gefunden. Ich merke einfach, dass ich in allem besser bin in den Phasen, in denen ich mehr Yoga mache – entspannter und zufriedener und so besser mit mir selbst zurecht komme und letzlich auch meinen Mitmenschen mehr zu geben habe. Vor einer Weile, ziemlich genau zu der Zeit, als ich auch kurzzeitig vergessen hatte wie man reitet übrigens, habe ich mich entschieden, diese Spur gezielt weiterzuverfolgen und mich einfach mal zu einer Yoga-Lehrer-Ausbildung angemeldet.

Im Januar ging es los und seitdem habe ich auch schon einen ganzen Berg neues Wissen und Erfahrungen dazu gesammelt, es macht wahnsinnig Spaß und ist alles ganz toll. In dieser Woche (innerhalb des 10-Tage-á-8-Stunden-Superintensiv-Teils) habe ich aber zum ersten Mal deutlich gespürt, was diese Ausbildung mit mir macht – und mit meinem Horsemanship bzw. schon der Art, wie ich meinem Pferd begegne.

Nun, befinde ich mich momentan, wie gesagt, mitten in einer Intensivphase, 8 Stunden täglich nur Yoga, Theorie und Praxis, inklusive Meditationssessions und freiem Gedankenaustausch mit inspirierenden Menschen den ganzen Tag. Sprich: Ich war selten so zentriert, ruhig, entspannt und klar im Kopf, wie ich es momentan bin. Trotzdem habe ich die letzten Tage neugierig und überrascht beobachtet, wie extrem viel besser ich für mein Pferd sein muss.

Zum Beispiel gestern Abend. Ich war mit Diva spontan noch ausreiten, weil das Wetter einfach danach schrie. Ohne Ansprüche, aber mit etwas zeitlichem Druck, weil es schon langsam dunkel wurde. Ich wollte also einen entspannten, aber flotten Ritt, wohlwissend, dass genau diese Kombination oft nicht optimal funktioniert. Egal, Gedanken beiseite. Stattdessen habe ich mich von Vornherein bewusst auf eine extrem tiefe, auch hörbare Atmung (Ujayi-Atmung aus dem Yoga, für die Insider ;)) konzentriert, meinen Beckenboden bewusst etwas angespannt und so wirklich jeden Atemzug von vorne bis hinten maximal ausgekostet. Mit jedem Atemzug merkte ich, wie ich ruhiger wurde, dem Pferd näher kam und auch das Pferd ruhiger wurde und feiner auf mich reagiert hat. Ich hörte Vogelgezwitscher, sah Krokusse am Wegesrand, roch die Osterfeuer und merkte, wie tiefenentspannt und, ja, achtsam, wir uns so tatsächlich fortbewegen konnten.

Ich habe mich nun schon viel mit Atmung und Reiten beschäftigt und auch schon tolle Ergebnisse erzielt – aber wie viel direkter und enger die Verbindung zu meinem Pferd  und dessen Bewegungen die letzten Tage durch diese Technik war, war magisch.  Natürlich kann man, wenn man so atmet, sich auf wenig anderes als auf den Moment und eben diese Atmung konzentrieren – daher macht das schon Sinn, aber wie viel besser Diva, die ja ohnehin schon toll mitarbeitet, auf kleinste Veränderungen und „gedachten“ Hilfen reagiert hat, da unsere Pferde ja ohnehin immer im Moment leben und dort oft vergeblich auf uns warten. Aber dass es uns gelingen würde, so viel besser auf der Spur zu bleiben, auch an merkwürdigen Gegenständen und Osterfeuern vorbei, Takt und Tempo, auch Seitengänge haargenau zu kontrollieren und SO entspannt durch das für uns ja zurzeit recht neue Gelände zu kommen war dennoch enorm. Das hat uns nochmal ein ganzes Stück nach vorne gebracht, das Fenster in Richtung „was könnte da noch möglich sein?“ ein Stückchen weiter aufgeschoben.

Und während ich so begeistert durch die Holmer Sandberge ritt, fielen mir plötzlich ganz viele Bilder und Gedanken ein, die ich von Amanda Barton und Mark Rashid, vor Jahren schon kennengelernt habe – und die jetzt erst ganz natürlich und so richtig bei mir ankommen (klar habe ich sie damals schon grundsätzlich verstanden und ausprobiert, aber das war anders, vielleicht wie ein paar Schuh, das zwar total schön aussieht und auch passt, das man dann aber doch stehen lässt, weil man es aus irgendeinem Grund nie anzieht). Beispiel: Mark Rashid sagt oft, dass Pferde unheimlich gut darin sind, eine Verbindung zu anderen Lebewesen herzustellen. Menschen sind das nicht (mehr) unbedingt. Wir können uns aber so aufstellen, dass andere sich leichter mit uns verbinden können. „Let the horse connect to you“ – sagt er dann. Und plötzlich fühlte ich, was er damit meinte. Es geht nicht darum, aktiv dafür zu arbeiten, dass eine Verbindung zustande kommt – sondern sich so weit zu zentrieren, so weit bei mir und im Moment anzukommen, dass das überhaupt möglich ist – dann entsteht sie von ganz alleine bzw. durch das Pferd, das oftmals genau darauf wartet. In diesem Unterschied zwischen aktiv und passiv liegt eine entspannte Offenheit, die ich so bisher selten klar gespürt hatte. Der aufmerksame Leser entdeckt auch hier eine Parallele zu meinem Präsenz-Artikel von oben. Der Unterschied zwischen meinem „Wow“ damals und meinem „Wow“ in diesen Tagen ist: Dass ich plötzlich eine Bandbreite von Techniken und Möglichkeiten sehe (weil ich sie ja letztlich erlernt habe und erlerne), diese Präsenz abzurufen und herzustellen.

Ich wurde dann gestern noch übermütig und habe meine Zügelhilfen komplett durch Gedanken ersetzt – auch das hat prima funktioniert, aber das ist fast schon ein eigener Artikel.

Mit diesen Erfahrungen freue ich mich jedenfalls nun umso mehr auf alles, was ich in diesem Zusammenhang noch dazulernen und auch weitergeben kann. Denn es macht ja Sinn: Im Horsemanship wie im Yoga geht es letztlich um Einheit und Harmonie – von Pferd und Mensch hier, von Körper, Geist und Seele dort. Darum, weg vom Denken und (wieder) mehr in Richtung Fühlen zu kommen. Beim Yoga geht es nicht um die bilderbuchmäßige Ausführung der Übungen – und beim Reiten, zumindest so wie ich es verstehe, auch nicht um das krampfhafte Erlernen ausgewählter Lektionen. Aber es geht darum, dass wir kurz oder sogar länger zu uns kommen, durchatmen, Muster und Grenzen erkennen und nach und nach überwinden und uns so kontinuierlich weiterentwickeln, von Ängsten lösen und freier und glücklicher werden. Und schöne Momente sammeln. Und wo geht das denn besser, als in der harmonischen Verbindung mit einem großen warmen Tier, mit dem man über Felder und durch Wälder fliegen kann? (Fuchur etwa? Nein, in meinem Fall die kleine, nun schon achtjährige Diva.)

 

Neue Termine für Amanda Barton 2016

Neue Termine für Amanda Barton 2016

DSC_0296Die neuen Termine für die „Reiten nach Mark Rashid“-Kurse mit Amanda Barton stehen endlich fest! Wie bereits angekündigt werden es in diesem Jahr keine Wochenendkurse, stattdessen liegen die Kurstage auf jeweils einem Donnerstag und einem Freitag. Leider ließ sich das nicht anders machen, aber dem ein oder anderen kommt das ja vielleicht (hoffentlich :)) sogar ganz gelegen.

Die Kurse sind am

30.6. und 1.7.2016 sowie am

13./14.10.2016.

Veranstaltungsort ist wie gelernt und bewährt der Bucking Horse Stable in Brunsbüttel, ca. 1 Stunde nördlich von Hamburg.

Wir haben inzwischen ja zum Glück eine große Community aus immer wieder kehrenden Reitern und Zuschauern. Wir freuen uns riesig auf Euch!

Für alle, die noch nicht wissen, was sie hier erwartet, noch einige allgemeine Infos zum Kurs:

In diesen Zweitageskursen verhilft die Engländerin Amanda Barton interessierten Reitern  reitweisenübergreifend zu einer feineren Kommunikation mit ihren Pferden. Amanda Barton war über sechs Jahre Assistentin des amerikanischen Horseman Mark Rashid. In ihren Kursen behandelt sie seine Trainingsgedanken, -philosophie und -methoden, ohne dabei ihre eigene Kreativität und Persönlichkeit aufzugeben. Durch ihren fundierten Hintergrund im Bereich Kommunikation, NLP,  Coaching und Körperarbeit (bei Mensch und Pferd) und als Lehrende aus Überzeugung bietet die passionierte Ausbilderin zahlreiche Übungen, die die Selbstwahrnehmung,  Atmung und innere Einstellung der Reiter verbessern und nahezu automatisch zu den reiterlichen Ziele verhelfen.

Davon profitieren die Reiter im Sattel – aber auch in ihrem Alltag in Beruf und Freizeit. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken- und Verhaltensmustern, die zu jedem von uns gehören wie unsere Arme und Beine, wird gutes Horsemanship leicht zur Philosophie.
Während im Sattel je nach Wünschen der Reiter an Durchlässigkeit, Versammlung, bestimmten Dressurübungen, Übergängen, Seitengängen oder anderen Themen gearbeitet wird,  sorgen mehrere kurze Einheiten am Boden zusätzlich für eine Verbesserung des Körpergefühls der Teilnehmer.  Die Themen dafür werden vor Ort und Kursbeginn von der Gruppe gewählt.

Beispiele:

  • die eigene Atmung wahrnehmen/verbessern, Gewohnheiten und Verhaltensmuster erkennen und verstehen
  • Aikido-Übungen nach Mark Rashid und die Entwicklung von “Softness”
  • praktische Übungen zum im ‘Jetzt’ bleiben und zur Beruhigung des Geistes
  • mit Ängsten und Befürchtungen umgehen lernen und verstehen, wie sie unser Reiten und das Zusammenspiel mit dem Pferd beeinflussen

Die Seminare finden auf Englisch statt, können nach Absprache aber ins Deutsche übersetzt werden.

Die aktuellen Ausschreibungs- und Anmeldeunterlagen findet Ihr hier.

„Pretty cool Stuff!“ – Oder die „Wiederverzauberung des Horsemanships“

„Pretty cool Stuff!“ – Oder die „Wiederverzauberung des Horsemanships“

IMG_1279Ich habe gerade ein Buch gelesen: „Liebe, Wissenschaft und die Wiederverzauberung der Welt“, von Jeremy Hayward. Erstmal: Was für ein Titel, oder? Wow. Hayward ist promovierter Physiker, hat aber auch lange in einem buddhistischen Zentrum gelebt, was ja an sich auch schonmal eine spannende Mischung ist. Das Buch besteht nun aus Briefen an seine Tochter Vanessa, die er geschrieben hat, um ihr die Augen zu öffnen für die Seiten unserer Welt, die sich nicht wissenschaftlich nachweisen lassen. Dinge, die jenseits der Lehrbücher stattfinden und damit in unserer rationalen Welt eigentlich keinen Platz haben. Er möchte ihr helfen, die Welt als weniger „tot“ wahrzunehmen, als unsere Kultur suggeriert, sondern sich für die feinen Zwischentöne zu öffnen, die die Welt und unser Leben wirklich reich machen, es „verzaubern“ können: Merkwürdige „Zufälle“, die uns stutzen lassen. Die Macht der Intuition, die unsichtbare Verbindung zwischen zwei Menschen, die selbst über lange Distanzen bestehen kann, aber beispielsweise auch zwischen Mensch und Pferd, usw.

Seine Kernbotschaft: Alles ist eins. Es gibt Phänomene jenseits der wissenschaftlichen Thesen und Erkenntnisse (von denen der Autor zweifelsohne auch Ahnung hat). Und wenn wir ins Fühlen kommen, wieder lernen, den Moment und unsere Umgebung wahrzunehmen, wird die Welt eine reichere für uns sein.

Wer das jetzt alles relativ abgefahren findet, bei wem der Esoterik-Alarm schrillt und wer zumindest innerlich schon mit den Augen rollt, ist damit nicht alleine. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses Buch mein Denken so sehr durchgeschüttelt haben muss, dass ich die Ideen dahinter völlig normal finde, und täglich daran arbeite, meine Wahrnehmung entsprechend zu schärfen. Weil es für mich einfach so viel Sinn macht. Das scheint vielen aber anders zu gehen, vielleicht auch, weil die meisten von uns gelernt haben, dass alles Unsichtbare Humbug sein muss. So dass die Erkundung von Gefühlen uns unsichtbaren Zusammenhängen für das Gros der Menschen in unseren Kulturkreisen vermutlich relativ ungewohnt ist. Trotzdem wage ich es, dieses Buch allerwärmstens und selbst Skeptikern zu empfehlen, weil Hayward durch seine wissenschaftliche Herangehensweise auch diese recht gut abholen sollte. (Ich kann aber natürlich nicht garantieren, dass es für jeden in jeder Situation so ein Augenöffner sein wird wie für mich.)

Wie dem auch sei. Jede Menge von diesem „Cool Stuff“ gab es dieses Wochenende auch beim Horsemanship-Kurs mit Amanda Barton zu sehen. Auch hier ging es unter anderem um Dinge, die unsere Wissenschaft nicht in Gänze erklären kann.
Warum kann ein Gedanke an die Oberseite unserer geschlossenen Hand reichen, um unser Pferd davon abzuhalten, mit dem Kopf hinter die Senkrechte zu kommen? Warum können wir durch ein inneres Bild einzelne Hufe unseres Pferdes fest im Boden verankern? Warum hilft es, wenn wir uns Kreise mit Energieströmen vorstellen, um die Vorhand des Pferdes anzuheben? Keine Ahnung, aber es funktioniert. Spürbar für Reiter und offenbar auch das Pferd – und sichtbar für den Zuschauer.

Was das Buch und den Kurs verbindet ist, dass beide durch die Anerkennung dieser weniger greifbaren, „zauberhaften“ Komponente nicht weniger ernst zu nehmen sind. Dass Techniken und Faktenwissen Sinn machen und definitiv ihre Berechtigung haben, dass es aber manchmal sinnvoll ist (und Spaß macht!) sich zu erlauben, auch mal über den erforschten, rationalen Tellerrand hinaus zu denken, zu fühlen und zu gucken was passiert. Denn warum nicht? Sollten wir nicht alles, was uns hilft und uns auch noch ein gutes Gefühl gibt, mit offenen Armen begrüßen? „Open your mind“, ist die Botschaft, die sich auf Deutsch nie so schön kurz fassen ließe.

Und wir Reiter haben das große Glück, in unseren Pferden ganz hervorragende Lehrmeister auf diesem Gebiet haben. Die uns enorm viel beibringen können, in Bezug auf das Fühlen, emotionale Intelligenz und das große Geheimnis der absoluten Präsenz im jeweiligen Moment, die es ihnen ermöglicht, auf minimale Veränderungen mit maximaler Sensibilität zu reagieren,

Ich habe jedenfalls dieses Wochenende einmal mehr die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, neuen, auch ungewöhnlichen Ideen offen und unvoreingenommen zu begegnen, sich zu erlauben, auch mal das Fühlen über das Denken zu stellen und dass dabei immer wieder wunderbare Sachen zustandekommen. Und wenn dem einmal nicht so ist, probiert man eben etwas anderes. „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“, sagte der französische Schriftsteller Francis Picabia einmal. Und auch und gerade jenseits des guten, alten Lehrbuchwissens gibt es so viel zu entdecken. Schenken wir uns doch ruhig hin und wieder ein paar Sekunden des Staunens abseits oder innerhalb des sonst drögen Eintags und geben wir uns damit die Chance, einen offenen, unzynischen Blick auf die Welt zu bewahren.

Horsemanship nach Mark Rashid: Auch 2015 wieder zwei Termine mit Amanda Barton in Brunsbüttel

Horsemanship nach Mark Rashid: Auch 2015 wieder zwei Termine mit Amanda Barton in Brunsbüttel

DSC_0606Was für eine trübe Aussicht wäre es für das junge Jahr, wenn ich nicht jetzt schon verkünden dürfte, dass Amanda Barton uns auch 2015 wieder mit zwei Terminen in Norddeutschland beehren wird Am 20./21. Juni und am 3./4. Oktober! Location ist, wie in den Vorjahren auch, der Bucking Horse Stable von Anki Kühl in Brunsbüttel, etwa eine Autostunde nördlich von Hamburg.

Die sympathische britische Trainerin war über sechs Jahre lang Assistentin von Mark Rashid, der seinerseits nicht zuletzt durch Bücher wie „Denn Pferde lügen nicht“ auf dem deutschen Markt zu großen Renommee gelangt ist. Zu Recht, denn seine Philosophie, die Horsemanship als Lebenseinstellung (er praktiziert und lehrt seit Jahren auch die japanische Kampfkunst Aikido, in der es darum geht, Harmonie in zunächst wenig harmonische Situationen zu bringen) und nicht als schiere Aneinanderreihung von Techniken ansieht, sein undogmatischer Trainingsansatz und sein großes Verständnis für den Partner Pferd machen ihn und seine Bücher zu einer großen Bereicherung für den Reitsport – auch den deutschen, in dem Technik, Disziplin und Dogma ja traditionell und vielfach noch heute über Gefühl, Verständnis und Verständigung siegt.

Der offene, sanfte Blick über den Tellerrand ist auch das Markenzeichen von Amanda Barton, die in ihr eigenes Training heute nicht nur das von Mark Rashid Gelernte, sondern auch ihren eigenen Coaching-Background, ihr umfangreiches anatomisches Wissen und ihren sensiblen Blick für die individuelle Situation von Pferd und Mensch einbringt und damit regelmäßig durch scheinbar winzige Veränderungen enorme Ergebnisse erzielt. Ein Besuch ihrer Kurse lohnt sich nicht nur für Reiter (übrigens aller Sparten und Niveaus), sondern auch für Zuschauer, die aktiv in den Kurs miteingebunden werden.

Nähere Infos für Reiter und Zuschauer sowie ein Anmeldeformular hier.

Amanda Barton – Reiten nach Mark Rashid: Seminare 2014

Amanda Barton – Reiten nach Mark Rashid: Seminare 2014

IMG_2830kEin frohes neues Jahr allerseits!
Passend zum Jahresstart stehen nun auch die Termine für Amanda Bartons Seminare im Bucking Horse Stable in Brunsbüttel fest.

Wie in den vergangenen Jahren wird es zwei Termine geben:
14./15. Juni und 27./28. September 2014.

Alle Einzelheiten entnehmt Ihr der Ausschreibung mit Anmeldeformular für Amanda Barton 2014. Gerne dürft Ihr diese natürlich auch an interessierte Freunde und Bekannte weiterleiten. Und wie immer gilt: Frühes Buchen sichert die begrenzten Plätze.

Amanda und ich freuen uns schon sehr auf die Seminare und auf Euch: Alt bekannte, gern gesehene und möglichst viele neue Gesichter! 🙂

 

 

Ein paar Worte zu den Kursinhalten:

In diesen Zweitageskursen verhilft die Engländerin Amanda Barton interessierten Reitern aller Reitweisen zu einer feineren Kommunikation mit ihren Pferden vom Sattel aus. Amanda Barton war über sechs Jahre lang Assistentin von Horseman Mark Rashid. In ihren Kursen vertieft sie seine Trainingsgedanken und Methoden, ohne dabei ihre eigene Kreativität und Persönlichkeit aufzugeben. Durch ihren fundierten Hintergrund im Bereich Kommunikation, NLP, Körperarbeit und als Lehrende aus Überzeugung bietet die passionierte Ausbilderin zahlreiche Übungen, die die Selbstwahrnehmung, Atmung und innere Einstellung der Reiter verbessern und nahezu automatisch zu den reiterlichen Ziele verhelfen. Davon profitieren die Reiter im Sattel – aber auch in ihrem Alltag in Beruf und Freizeit. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken- und Verhaltensmustern, die zu jedem von uns gehören wie unsere Arme und Beine, wird gutes Horsemanship leicht zu einer Art Philosophie.
Während im Sattel je nach Wünschen der Reiter an Durchlässigkeit, Versammlung, bestimmten Dressurübungen,
Übergängen, Seitengängen oder anderen Themen gearbeitet wird, sorgen mehrere kurze Einheiten am Boden zusätzlich für eine Verbesserung des Körpergefühls der Teilnehmer. Die Themen dafür werden vor Ort und Kursbeginn von der Gruppe gewählt.
Beispiele:

  • die eigene Atmung wahrnehmen/verbessern, Gewohnheiten und Verhaltensmuster erkennen und verstehen
  • Aikido-Übungen nach Mark Rashid und die Entwicklung von “Softness”
  • praktische Übungen zum im ‘Jetzt’ bleiben und zur Beruhigung des Geistes
  • mit Ängsten und Befürchtungen umgehen lernen und verstehen, wie sie unser Reiten und das Zusammenspiel mit dem Pferd beeinflussen

Die Seminare finden auf Englisch statt, können nach Absprache aber ins Deutsche übersetzt werden.

Mit der Atmung den Körper steuern

Sich mit der eigenen Atmung auseinanderzusetzen, macht ja immer Spaß. Sie läuft komplett unbewusst und automatisch ab, wenn wir nicht an sie denken, wir können sie aber auch beeinflussen und bewusst steuern. Und das lohnt sich, können wir doch über die Atmung auch auf andere Bereiche unseres Körpers Einfluss nehmen.

Dazu las ich gerade auch etwas sehr Interessantes in der GEO. Es ging um Yoga, ist aber auch fürs Reiten und überhaupt fürs Leben relevant:

„Atempraxis gilt als Bindeglied zwischen geistigen Prozessen und Vorgängen im Körper. Besonders für gestresste Menschen gilt der Leitsatz: Atme sanft und langsam. Jeder kann es, es ist völlig ungefährlich. 20 Minuten am Tag reichen, es zu lernen. Zehn bis 20 Atemzüge pro Minute sind in Ruhephasen normal. Fünf seien optimal, sagt Richard Brown (Atemforscher). (…) Bei jedem Atemzug senden (Dehnungsrezeptoren) millionenfach Botschaften über den Vagusnerv, den größten Nerv des Parasympaticus, der fast alle inneren Organe steuert. Eine Autobahn zum Gehirn, uralter Informationsweg, absolut überlebensnotwendig. Wird durch Übungen das Atemmuster ruhiger, überträgt sich das quasi direkt und mit voller Stärke auf Gehirn und Körper. Deshalb (…) sei Atmen das beste Einfallstor in die Innenwelt eines Menschen.“
GEO 06/2013, S. 42

Wer Lust hat noch tiefer in dieses Thema einzutauchen, dem kann ich „The Breathing Book“ von Donna Farhi wärmstens ans Herz legen.

Auf der Suche nach einem anderen Weg – Eine Umsteigerin erzählt

Neulich bekam ich eine sehr nette Anfrage von einer Reiterin, die gerade eine Reitbeteiligung auf Jet begonnen hat, einen netten Paint-Mix-Wallach, den ich schon lange und gut kenne. Sie suchte nach „Übersetzung“ zwischen ihr und ihrer „englischen“ Reitausbildung und Jet, einem erfahrenen, sehr fein ausgebildeten Westernpferd. Ihre erste Begegnung mit Jet war auch ihre erste mit der Westernreitweise, und sie war so begeistert von der großen Entspanntheit, die sie im Umgang mit Jet kennengelernt hat, dass ich sie spontan gebeten habe, ihre Erfahrungen zu Papier zu bringen. Sicher gibt es viele andere Reiter, die sich einen entspannten Umgang mit dem Pferd wünschen, ihn aber in den „konventionellen“ Reitschulen bisher noch nicht gefunden haben. (mehr …)

Neu: Kurse mit Amanda Barton im Norden!

Neu: Kurse mit Amanda Barton im Norden!

Copyright: Rika Schneider/HiM

Ich freue mich, dass mir die Aufgabe übertragen worden ist, künftig die Organisation der Kurse mit Amanda Barton in Norddeutschland zu übernehmen. Amanda ist eine großartige Instruktorin und ehemalige Assistentin von Mark Rashid, deren Seminare ich jedem Pferdeinteressierten nur empfehlen kann.

In Zukunft werdet Ihr hier also die Teilnahmeformulare für Reiter und Zuschauer finden. Die Kurse werden auch 2013 auf der Reitanlage von Anki Kühl, dem Bucking Horse Stable in Brunsbüttel, stattfinden. Die Termine dazu werden in den nächsten Monaten bekannt gegeben.

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„Wie man auf Negativität reagiert“

Ich habe neulich einen Artikel im amerikanischen Forbes-Blog gefunden, der mich nicht nur sofort angesprochen hat, beim Lesen habe ich auch interessante Parallelen zu dem entdeckt, was wir im „Aikido for Horsemen“-Kurs im Mai besprochen haben. Der Titel: „Wie man auf Negativität reagiert“.

Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen den Situationen im Alltag, die wir mit anderen Menschen erleben, und der Arbeit mit Pferden – alles beruht auf Kommunikation, viel auf Körpersprache und Empathie. Wenn man diesen Artikel liest, lässt sich das ganz gut erkennen. Und anstatt ihn nur zu teilen, dachte ich, ich übersetze ihn Euch mal grob – Englisch lesen macht ja nicht jedem gleich viel Spaß. 😉 In diesem Sinne, viel Spaß – ich hoffe, ihr findet genauso viele Anwendungsmöglichkeiten wie ich.

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JM Ready to Ride – Diva wird Reitpferd

JM Ready to Ride – Diva wird Reitpferd

… Nun aber! Zeit für einen längst überfälligen Zwischenbericht: Aus der kleinen Diva ist in den letzten Wochen ein richtiges Reitpferd geworden. Aus den ersten Aufsitzübungen mit und ohne Sattel, dem Gewöhnen an den Sattel (das jedoch kaum fünf Minuten in Anspruch genommen hat) und dem ersten Aufsteigen Anfang März, sind inzwischen einige Runden Schritt, dann Schritt und Trab, letzte Woche auch der erste kleine Schritt-Ausritt und heute die ersten Galopp-Versuche geworden…. (mehr …)

Weihnachtsgeschenk fürs Pferd gesucht?

Weihnachtsgeschenk fürs Pferd gesucht?

Weihnachten steht vor der Tür, Geschenke für Freunde und Familie müssen schnellstmöglich herangeschafft werden, und was ist mit dem vierbeinigen Freund? Vielen Pferdebesitzer ist es wichtig, zu Weihnachten auch ihren Tieren etwas Gutes zu tun. Das ist nicht nur lobenswert, sondern auch eine gute Gelegenheit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Zum Beispiel, in dem man sich Gedanken darüber macht, was unseren Pferden wirklich nützen würde… Ein neues Halfter? Wirklich? Denken wir mal weiter… (mehr …)

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