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Yoga und Horsemanship – Da bahnt sich etwas an

9189_1263904426972154_8748508525081628783_nIn meinem Leben hat, wie in vielen anderen auch, seit ein paar Jahren Yoga einen immer größeren Platz gefunden. Ich merke einfach, dass ich in allem besser bin in den Phasen, in denen ich mehr Yoga mache – entspannter und zufriedener und so besser mit mir selbst zurecht komme und letzlich auch meinen Mitmenschen mehr zu geben habe. Vor einer Weile, ziemlich genau zu der Zeit, als ich auch kurzzeitig vergessen hatte wie man reitet übrigens, habe ich mich entschieden, diese Spur gezielt weiterzuverfolgen und mich einfach mal zu einer Yoga-Lehrer-Ausbildung angemeldet.

Im Januar ging es los und seitdem habe ich auch schon einen ganzen Berg neues Wissen und Erfahrungen dazu gesammelt, es macht wahnsinnig Spaß und ist alles ganz toll. In dieser Woche (innerhalb des 10-Tage-á-8-Stunden-Superintensiv-Teils) habe ich aber zum ersten Mal deutlich gespürt, was diese Ausbildung mit mir macht – und mit meinem Horsemanship bzw. schon der Art, wie ich meinem Pferd begegne.

Nun, befinde ich mich momentan, wie gesagt, mitten in einer Intensivphase, 8 Stunden täglich nur Yoga, Theorie und Praxis, inklusive Meditationssessions und freiem Gedankenaustausch mit inspirierenden Menschen den ganzen Tag. Sprich: Ich war selten so zentriert, ruhig, entspannt und klar im Kopf, wie ich es momentan bin. Trotzdem habe ich die letzten Tage neugierig und überrascht beobachtet, wie extrem viel besser ich für mein Pferd sein muss.

Zum Beispiel gestern Abend. Ich war mit Diva spontan noch ausreiten, weil das Wetter einfach danach schrie. Ohne Ansprüche, aber mit etwas zeitlichem Druck, weil es schon langsam dunkel wurde. Ich wollte also einen entspannten, aber flotten Ritt, wohlwissend, dass genau diese Kombination oft nicht optimal funktioniert. Egal, Gedanken beiseite. Stattdessen habe ich mich von Vornherein bewusst auf eine extrem tiefe, auch hörbare Atmung (Ujayi-Atmung aus dem Yoga, für die Insider ;)) konzentriert, meinen Beckenboden bewusst etwas angespannt und so wirklich jeden Atemzug von vorne bis hinten maximal ausgekostet. Mit jedem Atemzug merkte ich, wie ich ruhiger wurde, dem Pferd näher kam und auch das Pferd ruhiger wurde und feiner auf mich reagiert hat. Ich hörte Vogelgezwitscher, sah Krokusse am Wegesrand, roch die Osterfeuer und merkte, wie tiefenentspannt und, ja, achtsam, wir uns so tatsächlich fortbewegen konnten.

Ich habe mich nun schon viel mit Atmung und Reiten beschäftigt und auch schon tolle Ergebnisse erzielt – aber wie viel direkter und enger die Verbindung zu meinem Pferd  und dessen Bewegungen die letzten Tage durch diese Technik war, war magisch.  Natürlich kann man, wenn man so atmet, sich auf wenig anderes als auf den Moment und eben diese Atmung konzentrieren – daher macht das schon Sinn, aber wie viel besser Diva, die ja ohnehin schon toll mitarbeitet, auf kleinste Veränderungen und „gedachten“ Hilfen reagiert hat, da unsere Pferde ja ohnehin immer im Moment leben und dort oft vergeblich auf uns warten. Aber dass es uns gelingen würde, so viel besser auf der Spur zu bleiben, auch an merkwürdigen Gegenständen und Osterfeuern vorbei, Takt und Tempo, auch Seitengänge haargenau zu kontrollieren und SO entspannt durch das für uns ja zurzeit recht neue Gelände zu kommen war dennoch enorm. Das hat uns nochmal ein ganzes Stück nach vorne gebracht, das Fenster in Richtung „was könnte da noch möglich sein?“ ein Stückchen weiter aufgeschoben.

Und während ich so begeistert durch die Holmer Sandberge ritt, fielen mir plötzlich ganz viele Bilder und Gedanken ein, die ich von Amanda Barton und Mark Rashid, vor Jahren schon kennengelernt habe – und die jetzt erst ganz natürlich und so richtig bei mir ankommen (klar habe ich sie damals schon grundsätzlich verstanden und ausprobiert, aber das war anders, vielleicht wie ein paar Schuh, das zwar total schön aussieht und auch passt, das man dann aber doch stehen lässt, weil man es aus irgendeinem Grund nie anzieht). Beispiel: Mark Rashid sagt oft, dass Pferde unheimlich gut darin sind, eine Verbindung zu anderen Lebewesen herzustellen. Menschen sind das nicht (mehr) unbedingt. Wir können uns aber so aufstellen, dass andere sich leichter mit uns verbinden können. „Let the horse connect to you“ – sagt er dann. Und plötzlich fühlte ich, was er damit meinte. Es geht nicht darum, aktiv dafür zu arbeiten, dass eine Verbindung zustande kommt – sondern sich so weit zu zentrieren, so weit bei mir und im Moment anzukommen, dass das überhaupt möglich ist – dann entsteht sie von ganz alleine bzw. durch das Pferd, das oftmals genau darauf wartet. In diesem Unterschied zwischen aktiv und passiv liegt eine entspannte Offenheit, die ich so bisher selten klar gespürt hatte. Der aufmerksame Leser entdeckt auch hier eine Parallele zu meinem Präsenz-Artikel von oben. Der Unterschied zwischen meinem „Wow“ damals und meinem „Wow“ in diesen Tagen ist: Dass ich plötzlich eine Bandbreite von Techniken und Möglichkeiten sehe (weil ich sie ja letztlich erlernt habe und erlerne), diese Präsenz abzurufen und herzustellen.

Ich wurde dann gestern noch übermütig und habe meine Zügelhilfen komplett durch Gedanken ersetzt – auch das hat prima funktioniert, aber das ist fast schon ein eigener Artikel.

Mit diesen Erfahrungen freue ich mich jedenfalls nun umso mehr auf alles, was ich in diesem Zusammenhang noch dazulernen und auch weitergeben kann. Denn es macht ja Sinn: Im Horsemanship wie im Yoga geht es letztlich um Einheit und Harmonie – von Pferd und Mensch hier, von Körper, Geist und Seele dort. Darum, weg vom Denken und (wieder) mehr in Richtung Fühlen zu kommen. Beim Yoga geht es nicht um die bilderbuchmäßige Ausführung der Übungen – und beim Reiten, zumindest so wie ich es verstehe, auch nicht um das krampfhafte Erlernen ausgewählter Lektionen. Aber es geht darum, dass wir kurz oder sogar länger zu uns kommen, durchatmen, Muster und Grenzen erkennen und nach und nach überwinden und uns so kontinuierlich weiterentwickeln, von Ängsten lösen und freier und glücklicher werden. Und schöne Momente sammeln. Und wo geht das denn besser, als in der harmonischen Verbindung mit einem großen warmen Tier, mit dem man über Felder und durch Wälder fliegen kann? (Fuchur etwa? Nein, in meinem Fall die kleine, nun schon achtjährige Diva.)

 

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