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Elsa Sinclair – Interview zum „Freedom Based Training“

Elsa Sinclair ist in meiner kleinen Pferdewelt in aller Munde. Das erste, was ich von ihr hörte war, dass sie einen Film darüber gedreht hat, wie sie ein Jahr lang mit einem Mustang arbeitet. Ich glaubte das Genre „Mustangfilm“ inzwischen schon etwas abgegrast, ihr Film „Taming Wild“ ist aber tatsächlich sehr sehenswert. Warum? Weil sie in ihrem „Freedom Based Training“ wirklich komplett ohne Hilfsmittel arbeitet und nur mit ihrer Körpersprache mit dem Pferde kommuniziert. Weil es um die Frage geht, ob Pferde wirklich von uns geritten werden wollen, wenn wir ihnen die Wahl geben. Und weil das „Wilde“, das in dem Film „gezähmt“ wird, nicht das Pferd ist – sondern der Mensch, mit seinen Ansprüchen an sich und das Tier.

Diese Tatsache und die übereinstimmenden Berichte von Freunden und Bekannten, dass Elsa bei ihren Kursen in Deutschland im Frühjahr „wichtige, bisher übersehene Puzzlestücke des Horsemanships“ gezeigt hat, haben mich neugierig gemacht. Also habe ich mich selbst etwas mit ihr beschäftigt, Elsas Blog „Equine Clarity“ studiert, mir Podcasts angehört und Videos gesehen. Und ich war begeistert.

Daher bin ich sehr dankbar, dass sie mir letzte Woche ein Interview gegeben hat und ich so nun auch Euch ihre Ideen und Arbeit näher bringen kann. Ich habe es Euch auf Deutsch übersetzt, die englische Original-Fassung findet Ihr unten. Viel Spaß!

Interview mit Elsa Sinclair zu Ihrem Freedom-Based-Training

Elsa Sinclair

(c) Elsa Sinclair

Elsa, welche Eigenschaften braucht ein Pferde-Mensch aus Deiner Sicht? Welche „Muskeln“ müssen Menschen trainieren, um ihrem Pferd ein besserer Partner zu sein?

Ich denke, um unseren Pferden ein besserer Partner zu sein, sollten wir lernen, Ursache und Wirkung wahrzunehmen. Wir sollten lernen, kleinste Fortschritte zu sehen und wertzuschätzen, denn eine freiwillige Entwicklung braucht von beiden Partnern Geduld. Der Wille des Pferdes, sich an Deiner Seite zu entwickeln und zu wachsen, steht und fällt mit den angenehmen Momenten, die ihr gemeinsam erlebt.

Inwiefern beeinflussen die Entscheidungen, die wir für unseren eigenen Körper treffen, unseren „Horsemanship“, unser Zusammensein mit den Pferden? Was verändert sich?

Alle Entscheidungen, die wir für unseren eigenen Körper treffen, haben Einfluss auf die Beziehung zu unseren Pferden. Jede unserer Bewegungen hat eine Bedeutung für das Pferd, und weil Pferde die Körpersprache so viel besser beherrschen als wir, wissen wir oft selbst nicht, was wir ihm eigentlich kommunizieren. Um ein feineres Gefühl für unsere eigenen Bewegungen und Signale rund um Pferde zu entwickeln, sollten wir lernen, ihre Reaktionen zu lesen. Sich zu fragen: Als ich Bewegung XY gemacht habe, wirkte mein Pferd daraufhin nachdenklich, hat es gespielt oder sich entspannt? Oder war ihm eher nach Flucht, Kampf oder „Einfrieren“? Jede Bewegung, die wir machen, führt dazu, dass sich das Pferd besser oder schlechter fühlt. Wir müssen lernen, zu beobachten und auf Basis dieser Beobachtungen gute Entscheidungen zu treffen.

Was machst Du, um Dich auf den Kontakt mit dem Pferd vorzubereiten? Hast Du einen bestimmten Ablauf?

Ich beginne immer damit, mich dem Pferd zu nähern und meine „Harmonie-Momente“, d.h. Momente, in denen ich versuche, genau wie das Pferd zu agieren, auf die Momente abzustimmen, in denen das Pferd nachzudenken scheint oder sich sichtbar entspannt. Wenn ich das Pferd beobachte und meine Bewegungen auf seine Gefühlslage an diesem Tag abstimme, kann ich besser entscheiden, was ich selber tue und worum ich das Pferd bitten möchte. Ich werde in diesem Jahr noch einige kostenlose Webinare zu diesem Prozess anbieten: Darum, ein schärferes Bewusstsein im Umgang mit den Pferden zu entwickeln und ihnen ein besserer Partner zu werden. Das erste Webinar wird am 16. September stattfinden und öffentlich zugänglich sein.

Super. Was würdest Du einem wohl-meinendem Pferdebesitzer empfehlen, wie er den richtigen Weg für sich und sein Pferd findet, im Dschungel der unterschiedlichen Pferdetrainer, Ideen und Methoden?

Ich würde Pferdebesitzern empfehlen, ihre Pferde so oft und genau wie möglich zu beobachten und in der Auswahl ihrer Trainer ihrem Bauchgefühl zu vertrauen. Es kann sein, dass auch ein guter Trainer das Pferd kurzfristig stresst. Alles, was schnell gelernt werden soll, kann für den Lernenden erstmal unbequem sein. Doch frag Dich am Ende des Tages Folgendes: Wenn Du dem Trainer bei der Arbeit zuschaust, siehst Du dann mehr Nachdenken, Nachgeben oder Spielverhalten in den Pferden oder eher Flucht, Kampf oder „Zumachen“? Die Pferde werden Dir sagen, wie sie sich fühlen. Wenn Du hinsiehst und wenn Du zuhörst.

Was ist das wichtigste, das Du während der Dreharbeiten zu „Taming Wild“ gelernt hast?

Ich denke, das wichtigste, was ich während der Dreharbeiten zu „Taming Wild“ gelernt habe ist, dass wir mehr gemeinsam mit Pferden erreichen können, als wir momentan für möglich halten. Um ein Gefühl für die Möglichkeiten zu bekommen, beobachten wir scharf und teilen den Fortschritt in kleinste Entwicklungsschritte auf. Wenn wir wirklich einen Schritt nach dem anderen tun und uns die Zeit nehmen, die es braucht, wird fast alles möglich.

Du hast Dich entschieden, weiterhin ausschließlich freiheitsbasiert, d.h. ohne Hilfsmittel, zu arbeiten, obwohl Du weißt, dass die Leute mit denen Du arbeiten wirst, nicht einmal annähernd soweit gehen werden. Inwiefern können Deine Erkenntnisse Pferden und Menschen auch unter „gewöhnlichen“ Bedingungen helfen und warum? Was ist Deine Message für die Pferdewelt?

Wenn ich Pferde ohne Hilfsmittel trainiere, so langsam und intensiv wie ich kann, lerne ich mehr und tiefgreifender als bei jeder anderen Art von Pferdetraining, die ich kenne. Die Erfahrung, die ich aus diesem Prozess ziehe, hilft mir dabei, anderen Menschen mit einfachen Mitteln zu einer besseren Beziehung mit ihrem Pferd zu verhelfen. Ich mache die harte Arbeit, damit andere Leute das nicht tun müssen. Was ich in intensiven Studien und vielen Stunden gelernt habe, kann ich meinen Schülern dann für sie deutlich angenehmer und zeitlich effizienter weitergeben.

Was rätst Du Menschen, die mehr über Deine Arbeit erfahren wollen?

Ich biete, wie gesagt, am 16. September sowie am 25. November ein Webinar zu den Grundlagen des „Freedom-Based-Trainings“ an geht. Sobald die Schüler ein Grundverständnis für meine Arbeit haben, können sie an einem umfassenden Online-Kurs teilnehmen, der vier Mal jährlich stattfindet: Im Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Für laufende Diskussionen und aktuelle Informationen zu meiner Arbeit habe ich eine Insider-Gruppe hier:  https://www.patreon.com/tamingwild. Und um tiefer in meine Konzepte einzutauchen, auch in die Geschichten, die aus der Zeit noch vor dem ersten Film stammen, können Interessierte auch auf meinen Blog EquineClarity.org gehen.

Auf welche Weise hat Deine Arbeit mit den Pferden andere Beziehungen in Deinem Leben verändert oder die Art, wie Du mit anderen Menschen interagierst oder sie wahrnimmst?

Die persönliche Weiterentwicklung, die ich aufgrund meinen Erfahrungen mit dem „Freedom Based Training“ erfahren habe, ist profund! Ich habe so viel mehr Mittel, auch mit Menschen auf positive und produktive Weise umzugehen, seit ich begonnen habe, so intensiv mit Pferden in Freiheit zu arbeiten. Es geht immer um Geduld. Aber noch viel wichtiger als die Geduld ist die Fähigkeit, Ursache und Wirkung zu erkennen und daraus zu lernen. Um dann zukünftige Entscheidungen im Sinne eines besseren Ergebnisses und einer ganz langsamen, maximal freundlichen Entwicklung der Beziehung zu treffen. Das hilft mir in all meinen Lebensbereichen, und dafür bin ich meinen Pferden sehr dankbar.

Wann kommst Du zurück nach Deutschland?
Nächstes Jahr werde ich mit dem Dreh meines neuen Films „Taming Wild: Evolution“ beschäftigt sein, danach gehe ich wieder auf Unterrichtstour. Momentan sieht es so aus, als ob ich im Frühjahr 2020 wieder in Deutschland sein werde.

Vielen Dank für das Interview! Wir freuen uns darauf, bald mehr von Dir zu hören.


Interview with Elsa Sinclair on Freedom Based Training (English Version):

Elsa, your opinion, which qualities does a good horseperson need? What „muscles“ do horse people need to strengthen to be a better person for my horse?

To be a better partner for horses I think we all need to develop a keen awareness of cause and effect along with a long view of the small steps we can make toward progress. Voluntary development takes patience from partners and a horse’s desire to develop and grow with you as a partner depends on the enjoyable moments they experience with you from moment to moment.

How do the choices we make for our own bodies affect our horsemanship? What changes?

All the choices we make for our own bodies affect the relationship with our horses. Every movement we make means something to the horse, and because horses are much more fluent in body language than humans are, we do not always know what we are saying with our bodies. The simplest way to understand our choices moving our bodies around horses is to hone our observation of their responses. When I make a movement, did my horse express more thinking playing or yielding or more fight, flight or freeze. Every movement we make nudges the horse toward better or worse feeling, we need to learn to observe and learn to make good choices based on what we have observed.

What do you do to set yourself up right? Is there a routine of sorts?

I always start as I approach the horse and I time my moments of harmony (being just like the horse) to particular signs of thinking and better feeling. As I observe the horse and get in synchronization with how they feel that day, I can make better choices about what actions I take and what actions I ask my horse to take. I will be hosting free webinars this year on this process of being aware and honing your partnership skills. The first Webinar will be on September 16th and will be open to the public.

Great. What would you recommend to a well-meaning horse owner on how to find the right path for themselves and their horse within the jungle of different horse trainers, ideas and methods?

I would recommend horse owners spend as much time as possible observing their horses and really trust their gut instinct about choosing trainers to help them. A good trainer may make your horse feel worse temporarily because learning anything fast can be uncomfortable for any learner. However, at the end of the day, ask your self when you watch a trainer work, do you see more thinking, yielding and playing developing in horses or more fight flight and freeze? The horses will tell you how they feel if you watch and if you listen.

What is the most important thing you learned during the filming of „Taming Wild“?

I think the most important thing I learned during the filming of Taming Wild was that we can do more together with horses than we currently realize is possible. The way we learn what is possible is we observe deeply and break progress into small acceptable steps of development. When we take one step at a time and we give it the time it takes, almost anything becomes possible.

You decided to continue to work solely freedom-based with your horses, without any tools (let alone your next movie plans :)), knowing that the people you work with won‘t go remotely so far. What do you think are the most important ways in which your findings help all horses and their owners even under „regular circumstances“? What is your message for the horse world?

When I train horses without any tools and I train in the slowest and most intense way I know how, the learning I get is more profound than any horse training I have ever done in my life. The experience I gain from this process is then useful in my teaching where I help other people in improving the relationships with their horses in very simple ways. I do the hard work so that other people don’t have to. What I learn from intense study and long hours, I can pass on to my students in more gentle and time efficient ways.

Where do the people interested in your training ideas best start of?

I will be sharing a free webinar on September 16th and then again on November 25th that outlines the beginning foundation of Freedom Based Training. Once students have an idea of the foundation work, they are welcome to join me for an online course that runs four times a year: winter, spring, summer and fall. For ongoing discussions and updates on the work I have an insider’s group at https://www.patreon.com/tamingwild For a greater exploration of ideas including stories dating back to before the first film, students can visit EquineClarity.org

In what ways has the work that you have been doing with horses changed other relationships in your life and/or the way you interact or perceive people?

The personal development I have felt thought my Freedom Based Training is profound! I have so many more tools to relate to people in positive and productive ways since I started studying deeply with horses in freedom. It is about patience, but much more than patience it is about the ability to observe cause and effect while understanding how to shape future actions for better outcomes in the slowest most gentle evolution of relationship. I am profoundly grateful to my horses for how they help me in all parts of my life.

When are you coming back to Germany?

I wil be filming this current movie, “Taming Wild: Evolution” for the next year and once that is completed I will be back on teaching tour. The current plan is to be back in Germany in the spring of 2020.

Thank you very much for the interview! We are so looking forward to hearing from you again soon.

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